Dr. Detmar Beyersmann

Bremen, 15. August 2014 Parkstr.28, 28209 Bremen

sowie 62 weitere Unterzeichner

Öffentliche Petition Sommerakademie Bremen als Bildungsurlaub anerkennen

Zu den besonderen Qualitäten, die Bremer an ihrer Stadt schätzen, gehört das Angebot an kulturellen und kreativen Aktivitäten, an Orten der künstlerischen Selbstverwirklichung. Dabei ist ein wichtiges, für viele Bremer das wichtigste Ereignis die jährliche Sommerakademie Bremen, die das KUBO in Zusammenarbeit mit der VHS jetzt schon zum 17. Mal veranstaltet. Die intensive Auseinandersetzung mit einem künstlerischen Schöpfungsprozess vom Zeichnen, Malen und Drucken über Tonskulptur, Holz- und Steinbildhauerei, bis zu Fotografie und kreativem Schreiben, um nur einige der Kurse zu nennen, an einem Ort, der neben der eigenen auch die Wahrnehmung anderer Arbeiten fördert, ist ein unvergessliches Erlebnis. Nicht ohne Grund ist die Mehrzahl der Teilnehmer nicht zum ersten Mal dabei.

Diese Bremer Sommerakademie ist in ihrem Bestand bedroht. Ohne dass jemand die Wichtigkeit dieser Institution in Frage stellt, droht ein bürokratischer Auslöser diese Erfolgsgeschichte zu beenden. Die zweiwöchige Dauer der Workshops, Voraussetzung für die Einlösung des Qualitätsanspruchs, ist für viele Berufstätige nur dann realisierbar, wenn sie dafür einen Bildungsurlaub antreten können. Nach dem Bremischen Bildungsurlaubsgesetz war diese Möglichkeit seit Beginn der Sommerakademie Bremen immer gegeben. 2014 wurden den Kursen der Sommerakademie Bremen von der Bildungsverwaltung die Eigenschaft des Bildungsurlaubs aberkannt. Als Ergebnis sank die Teilnehmerzahl der Sommerakademie gegenüber dem Vorjahr auf fast die Hälfte. Etwa ein Drittel der Kurse erreichte nicht die für die Durchführung erforderliche Mindestzahl von Anmeldungen und musste gestrichen werden. Mit dem Ausfall der Hälfte der Teilnehmer ist fraglich, ob der personelle, räumliche und organisatorische Aufwand für die Veranstalter KUBO und VHS noch rechnet. Unabhängig davon ist der Hälfte der bisherigen Teilnehmern schon jetzt das Erlebnis der Sommerakademie versagt und die Freude an diesem großartigen Angebot Bremens genommen.

Wir kennen nicht die Gründe, die zur Abkehr von einer 16 Jahre gehandhabten Praxis geführt haben. Inhaltlich halten wir das Angebot der Sommerakademie Bremen für ebenso voll mit dem Bremischen Bildungsurlaubsgesetz vereinbar wie es offenbar die Bildungsbehörde 16 Jahre lang getan hat. Wir wissen nicht, ob "die Wirtschaft" ihren Einfluss geltend gemacht hat, ein arbeitnehmerfreundliches Gesetz in seinen Auswirkungen zu beschränken. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre das in diesem Fall jedoch ein Eigentor. Die Sommerakademie gehört unbedingt zu den "weichen" Standortfaktoren Bremens. Es gibt mehr als einen Teilnehmer der Sommerakademie Bremen, der die Übersiedlung in eine andere Stadt mit Rücksicht auf das besondere Angebot dieser kreativen Veranstaltungen verworfen hat. Dabei ist zu bedenken, dass kreative Menschen als Arbeitnehmer besonderes Potential mitbringen, auf das Bremen nicht verzichten sollte.

Vielleicht handelt es sich aber bei diesem Vorgang nur um ein bürokratisches Unvermögen, einen Auslöser, dessen Wirkung die Urheber nicht ermessen haben, und das angesichts des jetzt eingetretenen Schadens bedauert wird. Leider kann man nicht darauf bauen, dass deshalb der vorherige Zustand wiederhergestellt wird, denn dann müsste ja ein Fehler eingeräumt werden.

Um der besonderen Lebensqualität in unserer Stadt Bremen und um der Sicherung dieses Standortvorteils fordern wir den Senat der Freien Hansestadt Bremen auf:

Erhalten Sie die Sommerakademie Bremen, veranstaltet vom KUBO e.V. und der VHS Bremen. Lassen Sie die Kurse der Sommerakademie Bremen wieder als Bildungsurlaubsangebot zu.

Diese Petition wird auch als Onlinefassung der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

Neuigkeiten

  • Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses Nr. 34 vom 29. Januar 2015

    Der Aus schuss bittet, folgende Eingabe für erledigt zu erklären, weil die Bürgerschaft
    keine Möglichkeit sieht, der Eingabe zu entsprechen:

    Eingabe Nr.: L 18/400

    Gegenstand:
    Anerkennung der Sommerakademie als Bildungsurlaub

    Begründung:
    Der Petent setzt sich dafür ein, die Sommerakademie als Bildungsurlaub anzuerkennen. Die
    Sommerakademie sei in der Ver gangenheit immer als Bildungsurlaub anerkannt worden. Sie
    ermögliche eine intensive Auseinandersetzung mit einem künstlerischen Schöpfungsprozess. Deshalb
    sei sie als Kleinod der Bildungsvermittlung anzusehen. Wenn die Sommerakademie nicht mehr als
    Bildungsurlaub anerkannt werde, sei dies bestandsgefährdend. Viele Berufstätige könnten daran nur
    teilnehmen, wenn sie als Bildungsurlaub anerkannt werde. Im Jahr 2014 sei die Teilnehmerzahl um
    die Hälfte gesunken, weil die Sommerakademie nicht als Bildungsurlaub anerkannt worden sei.
    Inhaltlich sei das Angebot der Sommerakademie mit dem bremischen Bildungsurlaubsgesetz
    vereinbar. Wenn wirtschaftliche Gründe dazu geführt hätten, die Sommerakademie nicht mehr als
    Bildungsurlaub anzuerkennen, sei das kurzsichtig. Di e Sommerakademie gehöre zu den „weichen“
    Standortfaktoren Bremens. Die Petition wird von 70 Mitzeichnerinnen und Mitzeichnern unterstützt.
    Außerdem liegen hierzu ca. 60 schriftliche Unterstützungsunterschriften vor.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten eine Stellungnahme der Senatorin für
    Bildung und W issenschaft eingeholt. Außerdem hatte der Petent die Möglichkeit, sein Anliegen im
    Rahmen der öffentlichen Beratung seiner Petition persönlich zu erläutern. Unter Berücksichtigung
    dessen stellt sich das Ergebnis der parlamentarischen Überprüfung zusammengefasst wie folgt dar:

    Die Entscheidung darüber, die Sommerakademie momentan nicht als Bildungsurlaub anzubieten hat
    die Volkshochschule getroffen. Dazu war sie auch befugt, weil sie ein anerkannter
    Weiterbildungsträger ist. Momentan wird in der Volkshochschule intensiv darüber diskutiert, was
    Bildungsurlaub ist und was Bildungsurlaub in der heutigen Gesellschaft leisten muss. Es werden neue
    Konzepte entwickelt und Zielgruppen definier t. Die Volkshochschule hat in der öffentlichen Beratung
    mitgeteilt, dass es die Sommerakademie auch in Zukunft geben werde. Sie werde sich allerdings
    verändern, um neue Zielgruppen anzusprechen.

    Auch wenn es die Sommerakademie in der jetzigen Form bereit s seit vielen Jahren gegeben hat,
    erscheint dem Petitionsausschuss nachvollziehbar, dass momentan im Hinblick auf die Anforderungen
    des Bildungsurlaubsgesetzes darüber nachgedacht wird, ob und wie das Format der
    Sommerakademie geändert werden kann. Er kann deshalb das Anliegen der Petenten nicht
    unterstützen.

    Zur weiteren Begründung wird auf die dem Petenten bekannte umfangreiche Stellungnahme der
    Senatorin für Bildung und Wissenschaft Bezug genommen.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.