Region: Germany
Civil rights

Lebenslang unschuldig eingesperrt? Ihr Appell an den Bayerischen Justizminister!

Petition is directed to
Den Bayerischen Justizminister Herrn Georg Eisenreich, Bayerisches Justizministerium, Prielmayerstraße 7 (Justizpalast), 80335 MünchenDeutscher Bundestag Petitionsausschuss
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Petition zur Verfahrenswiederaufnahme im Rechtsfall Manfred Genditzki

Sehr geehrter Herr Minister Eisenreich,

vor dem nachfolgenden Hintergrund bitte ich Sie, sich für die Wiederaufnahme des Verfahrens zugunsten von Herrn Manfred Genditzki, geb. 28.05.1960, inhaftiert in der JVA Landsberg, einzusetzen:

• Mit Urteil des Landgerichts München II vom 17.01.2012, rechtskräftig seit dem 06.09.2012, wurde Herr Manfred Genditzki wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt,

• Am 11.06.2019 wurde bei dem Landgericht München I ein Antrag auf Zulassung der Wiederaufnahme eingereicht.

• Neue wissenschaftlichen Erkenntnisse und neue Gutachten sowie eine neue Zeugenaussage legen nahe, dass das vermeintliche Mordopfer Lieselotte Kortüm im Haushalt verunglückt und Manfred Genditzki seit über zehn Jahren unschuldig in Haft ist.

• Die umfangreichen Details zum Fall, insbesondere der Antrag auf Verfahrenswiederaufnahme sowie vielzahlige Medienberichte, insbesondere ein zusammenfassender Artikel in der Süddeutschen Zeitung vom 13. Juni 2019, Seite 3, sind unter https://www.manfred-genditzki.eu einsehbar.

• Im Jahr 2012 erklärte der damalige bayerische Ministerpräsident Seehofer anlässlich eines anderen Wiederaufnameantrags öffentlich, er respektiere die Unabhängigkeit der Justiz, jedoch sei diese aus seiner Sicht gut beraten, den Fall noch einmal neu zu bewerten (Bezug: Süddeutsche Zeitung vom 27. 11. 2012).

• Ich bitte Sie auf, sich in gleicher Weise für eine Neubewertung des Falles des Herrn Genditzki einzusetzen

Hochachtungsvoll,

die Petition Unterschreibenden

Reason

Manfred Genditzki sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit seit über 10 Jahren unschuldig im Gefängnis.

Der damals 49jährige Familienvater soll am 28. Oktober 2008 in Rottach-Egern die 87-jährige Lieselotte Kortüm, die er regelmäßig mit Besorgungen, Arztfahrten und anderen Hilfeleistungen unterstützt hat, bewusstlos geschlagen und in ihrer Badewanne ertränkt haben.

Der ihm angelastete Mord, den er immer bestritten hat, war nach heutigem Kenntnisstand aber ein Unfall, wie er in Haushalten älterer Menschen immer wieder passieren kann.

Das ergibt sich insbesondere aus den folgenden, neuen Beweismitteln:

• Entgegen dem ursprünglichen Gutachten des Gerichtsmediziners Prof. Wolfgang Keil hat der Forschungsverbund Simtech an der Universität Stuttgart mit modernster Computersimulation nachgewiesen, dass sowohl die Position, in der Frau Kortüm in ihrer Badewanne aufgefunden worden ist, als auch die Hämatome an ihrem Kopf durch einen Sturz in die Badewanne ohne Zutun eines Dritten entstanden sein können.

• Entgegen der Annahme von Prof. Wolfgang Keil, dass der Todeszeitpunkt nicht eingrenzbar sei, haben der Thermodynamiker Prof. Niels Hansen und das Institut für Rechtsmedizin in Jena mit modernsten Methoden nachgewiesen, dass der Tod erst eingetreten sein kann, als Herr Genditzki sich zweifelsfrei nicht mehr in der Wohnung von Frau Kortüm aufgehalten hat.

• Die neue Zeugin Christiane Eyssele, die mit Frau Kortüm früher engen Kontakt hatte, erinnert sich, dass Frau Kortüm ihre verschmutzte Leibwäsche stets eigenhändig in ihrer Badewanne vorgewaschen hat, eine plausible Erklärung dafür, dass sie selbst das Wasser in die Wanne hat einlaufen lassen.

• Diese Zeugin erinnert sich ferner, dass Frau Kortüm an plötzlichen Ohnmachtsanfällen gelitten hat und sie bereits früher einmal ohnmächtig in die Badewanne gestürzt sei, wo die zufällig anwesende Zeugin sie retten konnte.

Diese wesentlichen neuen Beweismittel lagen dem Landgericht München II bei seinem Urteil vom 17.01.2012 nicht vor. Wenn diese damals vorgelegen hätten, wäre der Gerichtsprozess gegen Herrn Genditzki sehr wahrscheinlich anders verlaufen. Deshalb ist der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens durch die neuen Unschuldsbeweise Anlaß für diese Petition.

Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Stimme diese Petition für ein Wiederaufnahmeverfahren im Rechtsfall Manfred Genditzki!

Details: siehe http://www.manfred-genditzki.eu

News

  • PRESSEMITTEILUNG 11-01-21 - Der Rechtsfall Manfred Genditzki
    Erwiderung zum Entscheid des Landgericht München I steht noch aus

    Sehr geehrte Petentinnen,
    sehr geehrte Petenten,

    die Begründung der Beschwerde der RA Regina Rick zum ablehnenden Bescheid des Landgericht München I vom 02.12.2020 ist in Arbeit.

    Wir werden die Begründung möglichst umfänglich veröffentlichen, um Sie, die Journalisten und Unterstützer, möglichst ausführlich über beide Argumente zu informieren.

    Vielleicht dürfen wir Sie noch auf einen weiteren TV Bericht (SPIEGEL TV) zum Rechtsfall Manfred Genditzki aufmerksam machen, in dem auch der Strafrechtlicher Gerhard Strate aus Hamburg klare Worte findet:
    www.spiegel.de/panorama/spiegel-tv-vom-14-12-2020-corona-verstoesse-vor-gericht-skandaloese-putenmasthaltung-mutmasslicher-moerder-manfred-genditzki-a-cadcc16f-cb59-43b5-ae0a-71a2e28310e9
    SPIEGEL... further

  • PRESSEMITTEILUNG 14-12-20 - Der Rechtsfall Manfred Genditzki.
    Beschwerde-Einreichung gegen die Entscheidung des Landgericht München I

    Sehr geehrte Petent/en*innen,
    sehr geehrte Unterstützer*innen,

    die Rechtsanwältin Regina Rick hat sofortige Beschwerde beim Landgericht München I gegen die Ablehnung der Annahme des Antrages auf Verfahrenswiederaufnahme eingelegt. Die Begründung der Beschwerde wird in den kommenden vier Wochen nach Akteneinsicht nachgeliefert. Die Entscheidung hierzu wird beim OLG München fallen.

    Im positiven Falle hebt das OLG München auf Basis der Beschwerde die Entscheidung des LGM I auf, dann muss das Landgericht München I die Wiederaufnahme zulassen.

    Im negativen Fall verwirft das OLG die Argumentation der Beschwerde,... further

  • PRESSEMITTEILUNG 06-12-20 - Der Rechtsfall Manfred Genditzki
    Das Landgericht München I entschied am 02-12-2020:
    Ein Wiederaufnahmeverfahren ist nicht zulässig.

    Sehr geehrte Petent*en*innen,
    sehr geehrte Unterstützer*innen,

    fast 18 Monate nach Einreichung des - durch neue Beweismittel wohlbegründeten - Antrags auf Verfahrenswiederaufnahme im Rechtsfall Manfred Genditzki, hat das Landgericht München I nun entschieden, den Antrag abzulehnen.

    Die Begründung des Landgerichts München I ist z.Z. nicht für Veröffentlichungen frei gegeben.

    Das Landgericht München I verweist in der Begründung explizit darauf, dass zum Wohle der Rechtssicherheit nur in ganz begrenztem Umfang und aufgrund von neuer Argumentation und neuen Beweismitteln das Infragestellen... further

Als ehemalige Richterin am Bundespatentgericht, die sich nicht mit dem Strafrecht befassen mußte, ist die Vorstellung gleichwohl unerträglich, dass ein zu lebenslang Verurteilter zu Unrecht im Gefängnis sitzen sollte. Dieser Fall ruft nach der Wiederaufnahme des Verfahrens ! Aus eigener Erfahrung muss sich ein Gericht immer wieder vor Augen halten, dass ein Gutachten stets nur zur Unterstützung der eigenen Urteilsbefähigung dienen, nicht aber an deren Stelle treten darf. Birgitt A. Pagenberg Ll.M.Harv., Richterin am BPatG i.R.

No CONTRA argument yet.

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