Petition addressed to:
Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW
Wir brauchen mehr finanzielle Mittel, damit die Ausbildung und die Patientenversorgung in der Ergotherapie, Logopädie und Physiotherapie auch in Zukunft gesichert bleibt.
Reason
Wir sind Lehrkräfte an privaten Therapieschulen in Nordrhein-Westfalen – für Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie und Massage. Tag für Tag setzen wir uns mit großem Engagement dafür ein, unseren Schüler*innen eine hochwertige Ausbildung zu ermöglichen. Diese Arbeit ist für uns mehr als ein Beruf – sie ist ein wichtiger Beitrag zur Zukunft unseres Gesundheitssystems.
Grundsätzlich ist es richtig und wichtig, dass das Land NRW das Schulgeld für unsere Schüler*innen übernimmt und so eine unentgeltliche Ausbildung ermöglicht. Das Schulgeld wird aktuell zwar jährlich um 1,5 Prozent erhöht, doch diese Anpassung reicht bei Weitem nicht aus, um die realen Kostensteigerungen der letzten Jahre aufzufangen.
Mieten, Energie- und Stromkosten, Lehrmittel, Digitalisierung und allgemeine Betriebskosten sind durch Inflation deutlich stärker gestiegen. Die finanzielle Realität der Schulen hat mit der tatsächlichen Entwicklung der Ausgaben längst nicht mehr Schritt gehalten.
Für viele Therapieschulen bedeutet das: wirtschaftliches Arbeiten ist kaum noch möglich. Es fehlen die Mittel, um marktübliche Gehälter zu zahlen. Qualifizierte Lehrkräfte und Fachdozent*innen sind nur schwer zu gewinnen oder zu halten. Der Personalmangel ist bereits heute enorm.
Wir Lehrkräfte versuchen dennoch, den Lehrbetrieb aufrechtzuerhalten – oft über unsere Belastungsgrenzen hinaus. Wir übernehmen zusätzliche Stunden, fangen Ausfälle auf und stemmen Verantwortung, weil uns unsere Schüler*innen und ihre Ausbildung am Herzen liegen. Doch dieses Engagement kann strukturelle Unterfinanzierung nicht dauerhaft ausgleichen.
Die Folgen sind absehbar: Ausbildungsqualität gerät unter Druck, Klassen können nicht mehr vollständig betreut werden, und im schlimmsten Fall müssen Schulen ihr Angebot einschränken oder schließen. Gleichzeitig werden Therapeut*innen dringend gebraucht – in Praxen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Schulen und im Bereich der Inklusion. Ohne eine verlässliche Ausbildung verschärft sich der Fachkräftemangel weiter.
Deshalb fordern wir das Land Nordrhein-Westfalen auf, das Schulgeld pro Schüler*in realistisch und nachhaltig an die tatsächlichen Kosten anzupassen. Eine jährliche Erhöhung von 1,5 Prozent reicht nicht aus, um den Fortbestand der Therapieschulen und die Qualität der Ausbildung zu sichern.
Da ich aktuell eine Ausbildung zur Logopädin mache