Region: Köln Kalk
Environment

Maßnahmen zur Schaffung von mehr Grün- und Erholungsflächen im Stadtteil Kalk

Petition is directed to
Horst Thelen, Ausschuss Anregungen und Beschwerden Geschäftsstelle
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Wir möchten die kommunale Politik und Verwaltung Köln bitten, sich im Rahmen ihres politischen und verwaltungstätigen Engagements für die Schaffung von mehr Grünflächen im Stadtteil Kalk einzusetzen und folgende Forderungen aufzugreifen:

• Der Stadtteil Kalk hat in den letzten Jahren genug Flächen für Büro- Einzelhandel und Wohnraum bereitgestellt. Der Stadtteil ist dicht. Wir fordern eine deutliche Erhöhung des Grünanteils in Kalk, um wenigstens annähernd an den in Köln durchschnittlich 12,3% hohen Anteil von Erholungsflächen zu kommen (vgl. Statistisches Jahrbuch Köln 2017 S. 17) .

• Die vorhandene Freifläche mit der Pflanzstelle Kalk (grenzenlos gärtnern e.V.) muss an ihrem jetzigen Standort erhalten bleiben und das Gebiet zu einem Naturraum weiterentwickelt werden. Die Freifläche ist die letzte Chance für Kalk, überhaupt noch eine etwas größere (zusammenhängende) Grünanlage und Erholungsraum für die hier lebende Bevölkerung zu erhalten. Wir bitten um Prüfung von Zuschüssen/Fördermitteln auf kommunaler Ebene oder Landes- und Bundesebene oder Umweltpreisen, die für die Erhaltung der Freiflächen und der Neugestaltung des Geländes um die Hallen Kalk eingesetzt werden können. Die für die Freifläche geplanten Wohn- und Büronutzungen sollen in die Hallen verlegt werden.

• Wir fordern mehr Grünflächen zur wohnortnahen Erholung für ältere Menschen und Naturerleben und Bewegung für Kinder in Kalk.

• Wir fordern eine Machbarkeitsstudie/ein Freiraumkonzept zur Schaffung von mehr Grün und für eine Aufwertung der wenigen Grünflächen in Kalk, die/das mit Beteiligung der Kalker Bevölkerung durchgeführt wird.

• Wir fordern kurzfristige und klimaschutzorientierte Maßnahmen zur Schaffung von mehr Grünflächen, zur Aufwertung der vorhandenen Grünflächen und zur Erhaltung der Tier- und Pflanzenvielfalt in Kalk. Ideen wären hierfür z.B.:

• im Bürgerpark und in der Merheimer Heide mehr Bäume zu pflanzen und Blumenwiesen anzulegen;

• begrünte Fuß- und Radwege zu größeren Grünflächen aus Kalk heraus anzulegen z.B. zum Gremberger Wäldchen und zum geplanten Grünzug Westerwaldstraße;

• einen Grünen Rundweg zwischen den vereinzelten Grünflächen in Kalk anzulegen;

• Aufwertung der vorhandenen kleinen Grünflächen in Kalk (z.B. Breuerpark);

• Wir halten es für dringlich, mit dem Wohndialog Kalk-Nord (GAG/Vonovia/ Haus & Grund/ Annington) ein Abkommen herbeizuführen, um die Grünflächen zwischen den Häuserriegeln in KalkNord zu erhalten und unter Einbeziehung der Bevölkerung aufzuwerten (vgl. Bebauung Rasenfläche Steinmetzstraße).

• In den Bebauungsplänen für das MHD-Gelände sowie zukünftigen Bebauungen in Kalk sollen öffentlich zugängliche Grünflächen eingeplant werden.

• Wir fordern die Stadt Köln auf, einen finanziellen Beitrag zu leisten, um im Stadtteil Kalk eine langfristige gesundheits- und klimaschutzorientierte Stadtentwicklung zu fördern und die oben aufgeführten Maßnahmen zu finanzieren.

Reason

Der Stadtteil Kalk war 2016 einer der dichtest bebauten Stadtteile in Köln, gleichzeitig einer der Stadtteile mit der höchsten Geburtenquote und der geringsten Anteile an Grün- und Erholungsflächen (vgl. Statistisches Jahrbuch Köln 2017 S. 15, S. 17, S. 56). In der Aufgabenstellung zum Werkstattverfahren Hallen Kalk heißt es, dass „im Vergleich der anderen Stadtteile Kölns [.] der Stadtteil Kalk seinen Anwohnern den geringsten Freiraumanteil bezogen auf die Bevölkerung [bietet]. Auf einen Anwohner fällt lediglich eine Grün- und Freifläche in der Größenordnung von 5qm im Vergleich zu den anderen angrenzenden Stadtteilen wie Deutz, Vingst und Buchforst. Hieraus ergibt sich ein gravierender Mangel an Aufenthaltsorten und öffentlichen Spielflächen.“ (Dezernat für Stadtentwicklung, Planen und Bauen: Werkstattverfahren Hallen Kalk. Aufgabenstellung. S. 37. 2017). Gut situierte Stadtteile wie Sülz, Lindenthal oder Klettenberg besitzen vier Mal so viel Freizeit- und Erholungsflächen wie der Stadtteil Kalk (vgl. Statistisches Jahrbuch 2017 S.17). Die vorhandenen Grünflächen in Kalk sind nicht nur zu gering, sondern zudem auch extrem zersplittert und unattraktiv. Trotz dieser Ausgangslage sind in den letzten Jahren weitere Freiflächen bebaut worden (bzw. werden gerade bebaut/ zur Bebauung freigeben: Deutzer Feld, Rolshover Str., ehem. Malteser- Gebäude, südliches (mehrere) Gelände der Dillenbuger Straße), die für die Schaffung von Grün- und Erholungsflächen für immer verloren sind. Aktuell werden weitere Grundstücke bebaut, damit Menschen hier Wohnraum und Firmen Büros finden können. Im Stadtanzeiger ist die Rede davon, dass in den nächsten Jahren ca. 2000 Menschen nach Kalk ziehen werden (Stadtanzeiger 04.04.2019 S. 29). Schon jetzt haben die Menschen in Kalk viel zu wenig Grün- und Erholungsraum. Wo sollen die Menschen, die nun zusätzlich hierhin ziehen und arbeiten, sich aufhalten, spazieren gehen, sich erholen und sich begegnen? Wo können die Kinder in Kalk unbehelligt, gefahrenlos spielen und ein bisschen Natur erleben? Wo können ältere Menschen sich im Schatten aufhalten, ohne längere Wege in Kauf nehmen zu müssen? Es erscheint zudem widersprüchlich, dass das Grünflächenamt der Stadt Köln ein Programm zur Begrünung von Fassaden, Hinterhöfen und zur Entsiegelung von Flächen auflegt und andererseits bei den Hallen Kalk wertvoller Raum bebaut und versiegelt werden soll, der eben genau einen Beitrag für fehlende Grünflächen im Stadtteil leisten könnte.

Die massive Verdichtung der letzten Jahre hat Folgen für die heute hier lebenden Bürgerinnen und Bürger, für die nächsten Generationen in Kalk und die Umwelt:

  • Zunahme der Verkehrsbelastung und der damit verbundenen Lärmbelastung und Luftverschmutzung

  • Überanspruchung der schon jetzt nicht ausreichenden Infrastruktur in Kalk (ÖPNV, Verkehrswege, Kanalisation, Naherholung, Kitas, Schulen)

  • der Verlust von Flächenreserven verhindert die Erfüllung zukünftiger Raumbedarfe in Kalk

  • Flächenversiegelung blockiert die Versickerung von Starkregen, überhitzt die Stadt im Sommer

  • Flächenversiegelung führt zu einer weiteren Abnahme der Tier- und Pflanzenvielfalt

  • Zunehmende Konkurrenz verschiedener Bevölkerungsgruppen um die wenigen Freiflächen, wachsendes Potential für Konflikte und Aggressionen

  • Begünstigung einer weiteren Verarmung des Stadtteils durch eine gesundheitlich schädliche und unattraktive Wohnqualität

Die letzten unbebauten Freiflächen befinden sich rund um die Hallen Kalk, zu deren zukünftigen Ausgestaltung 2017 und 2019 Werkstattverfahren mit der Bevölkerung stattgefunden haben und derzeit noch laufen. Wir begrüßen die Erhaltung der Industriehallen und freuen uns über die Chance der architektonischen Neuplanung sowie gemeinwohlorientierten Nutzung für den Stadtteil. Mit Skepsis und Sorge beobachten wir aber die geplante Neubebauung von vorhandenen Frei- und Brachflächen um die Hallen Kalk. Auch wenn der neue Planungsentwurf im Vergleich zu 2017 einen höheren Grünanteil aufweist, ist dieser in Anbetracht der oben dargestellten Ausgangslage in Kalk immer noch viel zu gering. Hinzu kommt, dass der Planungsentwurf vorsieht, dass eine im Moment bestehende Freifläche an der Neuerburgstraße, die gärtnerisch genutzt wird und auf der sich ein kleiner Biotop entwickelt hat, versiegelt und mit einem Parkhaus, Büro- und Wohngebäuden bebaut werden soll. Wir verstehen den dringenden Bedarf nach Wohnraum, halten aber die Verdichtung in Kalk für über alle Maße ausgereizt. Wir appellieren dafür, eine Stadtplanung umzusetzen, die die Bedürfnisse von Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt rückt. Die Möglichkeiten zur Verdichtung in Kalk sind mehr als ausgereizt, statt Quantität um jeden Preis, muss nun in Kalk dringend die Lebens- und Wohnqualität fokussiert und der Stadtteil auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet werden. Wir Bürgerinnen und Bürger in Kalk benötigen hierfür Entscheidungen, die die Probleme unseres Stadtteils lösen, statt sie zu vers

Thank you for your support, Silvia Marchais-Raytchevska from Köln
Question to the initiator

News

  • Liebe Unterstützer*innen,

    wir sagen - ganz, ganz herzlichen Dank!!

    Es sind sagenhaften 502 Unterschriften online für unsere Initiative "Mehr Grün in Kalk" gesammelt worden! Wow! Haben wir gestaunt! Auf Papier haben wir ebenfalls über 500 Unterschriften gesammelt - auf Kalker Märkte und Festen. Wir haben noch nicht endgültig alle Unterschriftenlisten eingesammelt, die in Kalk ausgelegt worden sind - es sind auf jeden Fall über 1000 Unterschriften innerhalb von 6 Wochen zusammen gekommen! Das ist toll und sehr aufregend - es fühlt sich nach einer tollen Bewegung in Kalk und Bestätigung an, dass eine sehr breite Zustimmung unten den Menschen in Kalk dafür vorhanden ist, dass Kalk Recht auf deutlich mehr qualitativ hochwertigen Grün- und Erholungsflächen... further

Not yet a PRO argument.

Die Petition geht meiner Meinung nach am Problem vorbei: Viel schwerer noch als der zugegebenermaßen vorhandene Mangel an Grünflächen und Spielplätzen wiegt, dass die vorhandenen Flächen faktisch nicht benutzbar sind. Am der Eythstraße und im Breuerpark sind ehemalige Spielplätze zu Müllhalden und Dealertreffpunkten geworden, Sandkästen sind nicht betretbar, Grünflächen zermüllt und voller Glasscherben, Junkies schlafen auf den Wegen und Bänken. Der neue Spielplatz Richtung Buchforst war innerhalb von einer Woche komplett vermüllt, der Markt-Spielplatz ebenso.

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