In den vergangenen Monaten hat sich der Fachkraftmangel im Bereich der Kindertagesstätten bundesweit deutlich verstärkt. Aktuell wird bis 2025 ein Mangel von rund 330.000 Fachkräften im Bereich der Kitas sowie der Grundschulbetreuung in Deutschland prognostiziert. Auch in Tübingen gibt es trägerübergreifend zahlreiche offene Stellen. Bestehendes Personal wird zunehmend stärker belastet und Öffnungszeitenkürzungen mehren sich. Dieser Negativtrend wird weiter anhalten. Darum ist es wichtig, die bestehenden Fachkräfte an unsere Tübinger Träger zu binden, anstatt sie weiter zu belasten, und neue Fachkräfte dauerhaft zu gewinnen sowie eine qualitativ hochwertige Ausbildung sicherzustellen und auszubauen.

Wir – Eltern, Fachkräfte und Freie Träger aus Tübingen – machen uns große Sorgen! Im frühkindlichen Bildungsbereich werden die Grundlagen für jede weiterführende Bildung geschaffen. Wir wollen nicht zulassen, dass sich die Qualität der Kinderbetreuung weiter verschlechtert. Wir fordern die Stadt Tübingen und den Gemeinderat auf, Maßnahmen zur Sicherstellung der Qualität unserer Kitas sowie zur Entlastung unserer Fachkräfte zu ergreifen!

Wir fordern konkret:

1) Zusätzliche Kräfte zur Entlastung

  • Hauswirtschaftliche Stellenanteile für alle Einrichtungen, basierend auf der seit 2011 seitens Stadtverwaltung genutzten gruppenbezogenen Berechnungspauschale, die leider für die Mehrzahl der insgesamt 92 Kitas in Tübingen bisher nicht gewährt wird.

  • Steigerung der Attraktivität von Freiwilligendiensten (z.B. FSJ) durch Erhöhung des Taschengelds und Gewährung von Fahrtkostenzuschüssen sowie Ausbau der Stellenzahl.

2) Einen TVöD-konformen Gehaltszuschlag

  • für Fachkräfte in besonderen Belastungssituationen, den es in anderen Kommunen mit hohen Lebenshaltungskosten wie Stuttgart oder München bereits gibt.

3) Sicherung und Verbesserung der Ausbildung

  • Schaffung weiterer PIA-Stellen ab 09/2018 für alle Träger und Senkung der Fachkraftanrechnung auf 0% (PIA = erfolgreiches Modell einer Praxis-integrierten Ausbildung)

  • Absenkung der Fachkraftanrechnung des Anerkennungsjahres von bisher 70% auf 50%

  • Gewährung von zusätzlicher Anleitungszeit für anleitende Fachkräfte zur Sicherstellung einer guten Ausbildungsqualität

4) Den Ausbau der pädagogischen Fachberatung

  • Für Fachkräfte und Leitungen direkt in den Kindertagesstätten ist eine gute pädagogische Fachberatung gerade in herausforderungsvollen Situationen sehr wichtig.

5) Eine kitaspezifische Berufsberatung

  • Kompetent und gut zugänglich für interessierte Berufseinsteigende - mit einem besonderen Fokus auf Quereinstieg und auf Anerkennung pädagogischer Berufsabschlüsse aus dem Ausland

6) Eine Ergänzung der Tübinger Gebührenordnung

  • Eine längerfristige personalmangelbedingte Kürzung von Öffnungszeiten muss mit der automatischen Verringerung von Elterngebühren einhergehen.

Es besteht bereits heute ein beträchtlicher Fachkraftmangel und dieser wird weiter zunehmen. Es ist dringend erforderlich, dass wir alle gemeinsam zeitnah kurzfristige Verbesserungen umsetzen und zusätzlich mittel- wie langfristige Lösungen jetzt anstoßen.

Begründung

s.o.

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