UN-Migrationspakt vertagen! Parteiunabhängige Petition

Die Unterzeichneten rufen die deutsche Bundesregierung dazu auf, in Bezug auf den „Pakt für eine sichere, geordnete und reguläre Migration“ der Vereinten Nationen durch ihren Vertreter folgende Maßnahmen zu ergreifen:

  1. Geltendmachung ihres Einflusses auf der Konferenz von Marrakesch am 10.und 11 12. 2018, dass die Beschlussfassung über den Migrationspakt um mindestens ein Jahr verlegt wird, um die Bevölkerungen der Mitgliedstaaten inkl. Deutschlands sorgfältiger zu informieren und ihnen Gelegenheit zu geben, sich zu dem Pakt in einem qualifizierten demokratischen Prozess zu positionieren.

  2. Wenn eine solche Verschiebung nicht durchgesetzt werden kann:

    2.1) Enthaltung bei der Abstimmung über den Pakt mit der Begründung und Entschuldigung, dass man im Vorfeld einem Timing zugestimmt und eine Informationspolitik betrieben habe, die den demokratischen Prozess im eigenen Land nur mangelhaft zur Entfaltung kommen ließ. Bekundung der weiterhin bestehenden Möglichkeit einer späteren Zustimmung, evtl. nach weiteren Verhandlungen, wenn diese der breit angelegte demokratische Prozess in Deutschland erforderlich macht.

    2.2) Geltendmachung ihres Einflusses, dass für die anstehende Prozedur bezüglich der Beschlussfassung über den zweiten UN-Pakt, nämlich den über Flüchtlinge (Global Compact on Refugees), den Bevölkerungen der Nationalstaaten mindestens ein Jahr ab vorliegender Übersetzung in der Landessprache für einen demokratischen Beratungsprozess gegeben wird.

  3. Wenn die Verschiebung durchgesetzt werden kann: Geltendmachung ihres Einflusses, dass

    3.1) Der Pakt für Migration eine Reform- und Ausstiegsklausel erhält,

    3.2) die Zeit in Marrakesch dazu genutzt wird, um den bereits als Beschlussvorlage vorliegenden Text des UN-Paktes für Flüchtlinge im Zusammen-hang mit dem Migrationspakt zu diskutieren mit dem Ziel, evtl. beide Pakte nach einem Jahr gemeinsam zu beschließen und damit den Gesamtzeitplan der UNO doch noch in etwa einzuhalten.

  4. In Deutschland zügige Einbringung, parlamentarische Beratung und öffentliche Diskussion eines Einwanderungsgesetzes und evtl. Anpassung der gesamten flüchtlingspolitischen Gesetzgebung, sodass eine mögliche deutsche Unterschrift unter beide UN-Pakte mit der dann bestehenden deutschen Gesetzeslage kompatibel ist.

Begründung

Die vorliegende Petition ist voll und ganz parteiunabhängig. Grundsätzlich halte ich wie die Bundesregierung einen globalen Migrationspakt für wünschenswert, da Migration ebenso wie Flucht ein globales Phänomen ist. In der UN-Beschlussvorlage sehe ich aber Widersprüche und Unklarheiten. Insbesondere habe ich schwerwiegende Bedenken gegen Prozedere und Timing sowie die Abtrennung von dem Pakt für Flüchtlinge. Deshalb: Vertagen.

Zu 1. Der UN-Beratungsprozess unter maßgeblicher Mitwirkung Deutschlands begann nach Verabschiedung der New Yorker Erklärung (vgl. refugeesmigrants.un.org/print/declaration) im September 2016 und endete nach ca. 22 Monaten am 11.7.2018 mit Verabschiedung der Beschlussvorlage für Marrakesch. Deren deutsche Übersetzung lag am 30.7.2018 vor zu (vgl. www.un.org/depts/german/migration/A.CONF.231.3.pdf). Mir ist keine Maßnahme der Bundesregierung bekannt, die deutsche Öffentlichkeit über die New Yorker Erklärung, die anschließende Serie von UN-Konferenzen und deren Ergebnis zu informieren. Auch der Bundestag wäre möglicherweise mit der hoch sensiblen Materie nicht befasst worden, wenn es nicht auf Antrag der AfD am 8.11.2018, also 3 Monate nach Erscheinen der Übersetzung, eine ca. 90minütige Debatte gegeben hätte (vgl. Video www.youtube.com/watch?v=hfMAlxzmxBk). Ich halte das Dokument für so wichtig, dass eine umfangreiche öffentliche Debatte erforderlich ist, zumal nicht nur von der AfD, sondern auch aus der CDU/CSU inzwischen erhebliche Bedenken angemeldet werden und bereits 7 Staaten ausgestiegen sind. Es kann sich dabei nicht nur um „Dummköpfe“ handeln, wie der eine oder andere Redner in der Bundestagsdebatte nahegelegt hat. Zu einer qualifizierten öffentliche Debatte gehört auch, dass alternative wissenschaftliche Gutachten zur rechtlichen und politischen Bindekraft und zu den zu erwartenden ökonomischen, sozialen und politischen Auswirkungen sowohl dieser wie der ebenfalls in Arbeit befindlichen flüchtlingspolitischen Vereinbarung eingeholt werden.

Zu 2.1. Insbesondere aus Respekt vor der demokratischen Kompetenz der eigenen Bevölkerung sollte sich Deutschland der Stimme enthalten, wenn eine Vertagung nicht durchgesetzt werden kann. Dieser Respekt ist der höhere Wert im Vergleich zu dem Gesichtsverlust, den Deutschland als ein Staat erleidet, der den Pakt an führender Position mit ausgehandelt hat. In Sachen Timing hat Deutschland zusammen mit allen anderen Staaten versagt. Man sollte diesem Fehler nicht den nächsten hinzufügen und die Spaltung Deutschlands und der EU weiter vertiefen.

Zu 2.2.Außerdem besteht die Gefahr, dass sich diese miserable Zeitplanung auch im Hinblick auf den zweiten UN-Pakt, nämlich den für Flüchtlinge, nicht bessert. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb ich diese Petition gestartet habe. Sie reicht insofern in ihrer Bedeutung über Marrakesch hinaus.

Zu 3.1.: Die schwierige Diskussion über legale und politische Bindungswirkung des Migrationspaktes würde dadurch entlastet, dass man eine Austrittsmöglichkeit aus dem Pakt explizit vorsieht. Dies hätte auch den Vorteil, dass man das Votum zukünftiger Generationen nicht vorwegnimmt.

Zu 3.2. Der Übergang zwischen Flucht und Auswanderung ist fließend. (Vgl. dazu Bruno Johannsson: Flucht – eine globale Herausforderung, S. 16-20, ISBN: 978-3-740743-116) Beide Prozesse bedürfen deshalb einer simultanen globalen Analyse und Regelung. Dies legt nahe, die beiden UN-Pakte im Zusammenhang zu beraten und zu beschließen. Ein Beispiel für die Verzahnung von Migration und Flucht: Die Ablehnungsquoten bei Asylverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge lag in den letzten Jahren zwischen 20 und 30 % i Das bedeutet, dass ein beachtlicher Teil aller
angekommenen Flüchtlinge nach Urteil der Ämter eher Auswanderer als Flüchtlinge waren und folglich unter die Regelungen des UN-Migrationspaktes fallen würden.

Zu 4. Welche faktische Bindungskraft ein solcher UN-Pakt im Unterschied zu einem völkerrechtlichen Vertrag hat, würde sehr gut deutlich werden, wenn in 2019 das deutsche Einwanderungsgesetz verabschiedet und mit der flüchtlingspolitischen Gesetzgebung harmonisiert würde. Es würde die deutschen Interessen zeigen und wäre Grundlage für die Verhandlungen auf UN-Ebene.

Diese Petition soll eine simultane Regelung von Migration und Flucht in nationaler und globaler Perspektive für viele Millionen Menschen in Herkunfts- Transit- und Aufnahmeländern fördern, dabei die demokratische Bürgerbeteiligung in Deutschland stärken und vor einer Vertiefung des Risses in unserer Gesellschaft bewahren. Unabhängig von jeder Partei lade ich ein zur Unterschrift.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Thorolf Glumann aus Crimmitschau
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  • Erst einmal vielen Dank für die Unterstützung. Parallel läuft eine strikt ablehnende Petition zum Migrationspakt, die im Moment pro Tag ca. 20.000 Unterstützer gewinnt. Durch diesen extremen Run ist das System zeitweise überlastet und es kommt eine Fehlermeldung. Wenn Sie also den Link im Bekanntenkreis, auf den sozialen Medien usw. weitergeben, wäre es gut, auf die Systemprobleme hinzuweisen. An Werktagen sind der Vormittag oder der späte Abend für die Unterzeichnung zu empfehlen.

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Warum Menschen unterschreiben

  • vor 4 Tagen

    Weil uns die Polkitiker nur noch belügen und Verarschen!

  • vor 9 Tagen

    Weil es hier um eine weitreichende Vorlage zur Absicherung von Sicherheit und Ordnung unseres Landes geht

  • am 03.12.2018

    Migrationspakt ist keine Lösung

  • am 03.12.2018

    Weil wir Deutschen nicht länger als Melkkuh der Welt herhalten sollen!

  • am 29.11.2018

    Ich habe meine Gründe in der Petition 85271 vom 22. Oktober 2018 an den Bundestag dargelegt. Parlament und Regierung haben kein Mandat, in einer solch großen Angelegenheit für Deutschland zu unterschreiben. Es muß erst ein ordentlicher breiter politischer Diskurs in der Bevölkerung stattfinden. Was für ein Pakt ist das denn, der nur Pflichten von Zielländern aber nur Rechte für Migranten kennt, die schlussendlich von den Steuern, von der Arbeitskraft der Bevölkerung des Ziellandes alimentiert werden sollen?

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