Education

Mindestens zwei Stunden Kita pro Tag - trotz COVID-19-Verordnung

Petitioner not public
Petition is directed to
Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Bildungsministerin Dr. Hubig
244 Supporters 198 in Rhineland-Palatinate
Petitioner did not submit the petition.
  1. Launched April 2020
  2. Collection finished
  3. Submitted
  4. Dialogue
  5. Failed

Seit dem 13. März sind in unserem Land alle Kindertagesstätten geschlossen. In der aktuellen Diskussion um eine Lockerung der bestehenden Einschränkungen ist die Öffnung dieser Einrichtungen momentan leider kein Thema. Im Raum steht eine Schließung bis August.

Die hierdurch bereits entstandene und weiterhin zunehmende soziale Isolation ist unserer Meinung nach bedenklich und in vielen Fällen ein schwerer Schlag gegen das Kindeswohl.

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Dreyer, sehr geehrte Frau Ministerin Dr. Hubig,

um weiteren Schaden von unseren Kindern abzuwenden, bitten wir Sie, jedem Kind die Möglichkeit zu geben für mindestens zwei Stunden pro Tag seine gewohnte Institution zu besuchen.

Dies könnte unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln in Kleingruppen und im Schichtsystem erfolgen.
Schon der tägliche zweistündige Besuch der gewohnten Bildungseinrichtung würde unserer Meinung nach folgende Vorteile für unsere Kinder und deren positive Entwicklung bringen:

  • Verhinderung einer völligen Entfremdung von der Einrichtung (diese würde eine komplett neue Eingewöhnung bei der Wiedereröffnung mit sich bringen)
  • Interaktion mit Gleichaltrigen
  • Spiel und Bewegung im Außengelände der Einrichtung (dieser Aspekt spielt vor allem bei Kindern aus beengten Wohnverhältnissen eine große Rolle )
  • Erleben von Regeln und Ritualen in einer Institution außerhalb der Familie
  • Pflegen der stabilen Beziehungen zu Erziehern und Erzieherinnen und anderen Bezugspersonen innerhalb der Einrichtung
  • Aufrechterhalten erzielter Lernfortschritte im Bereich der deutschen Sprache (Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache haben bedingt durch die aktuell geltenden Sicherheitsregeln wahrscheinlich wenig Kontakt zur deutschen Sprache)
  • Teilhabe an einer neuen Normalität

Die konkrete Umsetzung eines Schichtbetriebes sollte in Zusammenarbeit aller am Erziehungsprozess beteiligten Personen erfolgen (Kita-Leitung, Erzieher, Eltern). Diese Petition hat vor allem die Situation der Kita-Kinder zum Thema. Die Lage der Grundschulkinder der ersten bis dritten Klassen ist allerdings vergleichbar. Auch sie würden unserer Meinung nach in oben genannter Weise von einem wenigstens zweistündigen Besuch in der Bildungseinrichtung profitieren.

Reason

Die Corona-Krise stellt für alle Menschen in unserem Land eine große Herausforderung dar. Zusammen haben wir es geschafft, die Ausbreitung der Infektionen deutlich zu verringern.

Das ist ein toller gemeinsamer Erfolg und das Ergebnis harter Arbeit und zahlreicher Entbehrungen.

Dieser Erfolg darf selbstverständlich nicht gefährdet werden.

Dennoch fehlt uns als Eltern die Perspektive unserer Kinder in der aktuellen öffentlichen Debatte. Die Einschränkungen durch die Covid-19-Verordnungen und die daraus resultierenden Konsequenzen sind für unsere Kinder besonders hart.

Wir alle wissen, dass Kinder in Beziehungen leben und lernen. Stabile Bindungen sind ein maßgeblicher Teil einer positiven kindlichen Entwicklung. Am 13. März 2020 wurde der Großteil der sozialen Beziehungen unserer Kinder gekappt; zu diesem Zeitpunkt war dieses Vorgehen sicherlich sinnvoll.

Für unsere Kinder stellt es aber über die Dauer der Zeit ein wachsendes Entwicklungsrisiko dar. Die zunehmende soziale Isolation ist unserer Meinung nach bedenklich und in vielen Fällen ein schwerer Schlag gegen das Kindeswohl.

Die Kinder dürfen ihre Großeltern nicht mehr sehen, der Kontakt zu Freunden wurde komplett untersagt, Spiel- und Sportplätze sind abgeriegelt. Viele Menschen in unserem Land profitieren davon, dass zwei Personen aus zwei verschiedenen Haushalten, unter Einhaltung der Abstandsregelung, weiterhin Kontakt halten dürfen. Nicht so die Kinder, die aufgrund ihrer besonderen Schutzbedürftigkeit nicht alleine mit einem anderen Kind unterwegs sein dürfen. Der Einsatz von alternativen Kommunikationsformen (Skype, Telefonate, Briefe) stellt für einen Großteil der Kinder entwicklungsbedingt keinen Ersatz für gelebte Beziehungen und Interaktionen dar.

Wir Eltern versuchen unser Bestes, um die Folgen für unsere Kinder abzumildern und die weggebrochenen Bindungen so gut wie möglich zu kompensieren. Für eine wachsende Zahl an Eltern könnte dies aus individuellen Gründen auf Dauer aber nicht mehr möglich sein.

Am schwersten wiegt für uns der Verlust des Besuches der Kindertagesstätten. Die Kita ist ein Lern- und Lebensraum mit wichtigen Ritualen und Strukturen. Die Erzieherinnen und Erzieher sind durch Ihre Arbeit und Ihren persönlichen Einsatz wichtige Bezugspersonen für unsere Kinder. Dass pauschal davon gesprochen wird, die Kita bis zu den Sommerferien nicht mehr zu öffnen, ist für uns nicht hinnehmbar.

Dass es ausgerechnet die Kinder so hart treffen soll, ist schwer nachvollziehbar, da sie besonders auf Fürsorge von und Begegnung mit anderen Menschen angewiesen sind und ihre Rolle in der Pandemie ungeklärt ist. Eine neue Normalität kehrt zunehmend in das Leben vieler Menschen zurück; hier dürfen Kinder nicht pauschal ausgeschlossen werden.

Links:

https://www.dakj.de/stellungnahmen/stellungnahme-der-deutschen-akademie-fuer-kinder-und-jugendmedizin-e-v-zu-weiteren-einschraenkungen-der-lebensbedingungen-von-kindern-und-jugendlichen-in-der-pandemie-mit-dem-neuen-coronavirus-sar/

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