In Deutschland sind Millionen Menschen auf eine Sehhilfe angewiesen. Fast zwei Drittel aller Erwachsenen tragen eine Brille. Gesetzlich Krankenversicherte, die eine Brille benötigen, haben aber keinen Anspruch auf Unterstützung für den Kauf einer Sehhilfe.

Update: Am 16.02.2017 wurde das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) verabschiedet, indem festgelegt wurde, dass bei einer Sehstärke ab 6 Dioptrien und bei einer Hornhautverkrümmung bei über 4 Dioptrien die Brille von der Krankenkasse gezahlt wird. Es besteht aber weiterhin Handlungsbedarf! Denn damit sind noch immer viele armutsgefährdete Brillenträger ausgeschlossen, die sich bei einer etwas geringeren Sehschwäche keine passende Brille leisten können.

Bisherige Ausnahme: Bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres besteht ein Anspruch auf Versorgung mit Brillengläsern. Für andere Personen besteht der Anspruch nur, wenn auf beiden Augen eine schwere Sehbeeinträchtigung der Stufe 1 vorliegt (dies bedeutet, dass TROTZ Brille ein Sehvermögen von weniger als rund 30 Prozent vorliegen muss!).

Auch die Existenzsicherungssysteme sehen regelmäßig keine zusätzlichen Leistungen für Sehhilfen vor. Gesetzlich Krankenversicherte mit einem geringen Einkommen, die z.B. von einer kleinen Rente leben, Arbeitslosengeld II oder Grundsicherung bekommen, erhalten also für den Kauf einer Brille keine finanzielle Hilfe.

So gibt es Menschen, die sich keine passende Brille leisten können. Der Staat kommt somit seiner Verantwortung für die lebensnotwendige Unterstützung bedürftiger Menschen nicht nach!

Wir fordern die Mitglieder des Bundestages auf, Brillen in die Aufzählung des § 24 Abs. 3 S. 1 SGB II aufzunehmen bzw. im SGB V eine Härtefallregelung für Brillen zu schaffen, analog der Regelung für Zahnersatz (§ 55 Abs. 2 SGB V).

Weitere Informationen gibt es unter: www.dendurchblickbehalten.de

Pamatojums

Millionen Menschen in Deutschland sind im Alltag auf eine Brille angewiesen. Entgegen der viel verbreiteten Idee, dass Brillen für einen Nulltarif zu haben sind, entspricht dies nicht der Realität. Aufgrund der jeweiligen Sehschwäche und zum Beispiel notwendiger Entspiegelungen der Gläser, liegt der durchschnittliche Minimalpreis einer Brille bei ca. 180 Euro. Für viele Menschen mit wenig Geld, z.B. Menschen, die von Hartz IV leben, eine Mini-Rente bekommen oder die aus Ihrer Heimat geflohen sind, stellt der finanzielle Aufwand für den Kauf einer Brille ein erhebliches Problem dar. Und so gibt es Menschen die sich keine Brille leisten können. Für die betroffenen Menschen können daraus - auch bei leichten Sehschwächen - erhebliche Probleme im Alltag resultieren: • ältere Menschen, die ständig stürzen • Arbeitslose, für die die Aufnahme eines neuen Jobs durch das Fehlen einer Brille unmöglich wird • Menschen, die am kulturellen Leben nicht teilnehmen können • Menschen, die sich nicht gefahrlos im Straßenverkehr bewegen können • geflüchtete Menschen, die Schwierigkeiten haben eine neue Sprache und Schrift zu erlernen • …

Eine Brille ist somit von grundlegender Bedeutung, damit ein Mensch am gesellschaftlichen Leben teilhaben und sich ungefährdet im Alltag bewegen oder einer Erwerbsarbeit nachgehen kann.

Wer nicht gut sieht ist • … abgehängt. • … allein. • … ohne Durchblick.

Im Rahmen ehrenamtlicher Besuchsdienste haben wir miterlebt, wie schwierig die Finanzierung einer Brille für Menschen mit wenig Einkommen ist und welche schwerwiegenden Folgen sich daraus für die betroffenen Menschen ergeben können. Engagierte der Vinzenz-Konferenzen setzen sich daher schon seit einigen Jahren für Menschen ein, die Unterstützung bei der Finanzierung einer Brille benötigen. Gemeinsam mit jungen Engagierten der youngcaritas wollen wir die Politik jetzt auch mit Hilfe neuer Aktionsformen und dieser Petition konkret auf die Lücke im Hilfesystem aufmerksam machen und uns für die betroffenen Menschen politisch stark machen.

Mit unseren Stimmen fordern wir Gerechtigkeit und Durchblick!

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  • Liebe Unterstützer,

    ein erster Teilerfolg ist geschafft!!
    Im Bundestag wurde am Dienstag das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung (HHVG) verabschiedet, indem festgelegt wurde, dass bei einer Sehstärke ab 6 Dioptrien und bei einer Hornhautverkrümmung bei über 4 Dioptrien die Brille von der Krankenkasse gezahlt wird. (s. dazu www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/brille-krankenkassen-bezahlt-in-zukunft-ab-sechs-dioptrien-a-1134979.html )

    Trotzdem bleibt ein großer Teil des Problems bestehen!
    Armutsgefährdete Menschen die unterhalb diesen Dioptrien-Werten liegen, müssen ihre Brille immer noch selbst finanzieren, ob sie können oder nicht! Nicht alle Brillenträger können ihre Brille jahrelang tragen – es gibt auch Brillenträger, bei denen ändert sich die Sehstärke regelmäßig, sodass bei einem geringen Einkommen die Zeit zum Ansparen viel zu knapp ist und sie sich keine neue Brille leisten können.

    Was wir an der Gesetzesänderung vermissen ist außerdem, dass noch nicht einmal eine Evaluation zur Situation von armutsgefährdeten Brillenträgern eingeführt wird. Denn die Anzahl betroffener Personen, die sich keine Brille leisten kann, kann nur überschlägig durch die Zahl der Brillenträger in der Bevölkerung und die Anzahl armutsgefährdeter Menschen ermittelt werden. Hier fehlt die systematische Erfassung betroffener Personen!

    Auch aus einer unserer Anfragen an die Landesregierung NRW geht hervor, dass armutsgefährdete Brillenträger eine geringe Bereitschaft aufweisen, sich eine neue passgenaue Brille zu kaufen. ( s. www.landtag.nrw.de/Dokumentenservice/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMD16-12567.pdf;jsessionid=EA7B4A4581D09840724C140353CBB633.ifxworker )

    Trotz diesen wichtigen Teilerfolgs besteht also weiterhin Handlungsbedarf! Denn ALLE Menschen mit einer Sehschwäche haben das Recht auf Teilhabe und Durchblick!!

Argumenti par

Sehr wichtig ist der kostenguenstige Erwerb von Lesebrillen. Gott sei Dank konnte ich im franzoesischen Supermarkt eine Lesebrille fuer unter 20 Euro erwerben da ich mir sonst keine hätte leisten können.

Argumenti pret:

Noch kein CONTRA Argument.