Petition richtet sich an:
Leitung der Stadtwerke München, Leitung der M-Bäder, Stadtrat
Im Müller’schen Volksbad in München wurden die Öffnungszeiten um ein Drittel reduziert.
Wir fordern eine Rückkehr zu den früheren Öffnungszeiten.
Begründung
Öffnungszeiten
Bisher hatte das Müller’sche Volksbad an allen Tagen von 7.30 bis 23.00 Uhr geöffnet.
Seit dem 14.05.2026 gelten eingeschränkte Öffnungszeiten:
Mo: 15.00 bis 17.00 Uhr (große Schwimmhalle), 15 bis 22.00 Uhr (kleine Schwimmhalle)
Di – Do: 07.30 bis 22.00 Uhr
Fr – Sa: 11.00 bis 21.00 Uhr
So: 10 bis 18.00 Uhr
Berücksichtigt man, dass die große Schwimmhalle montags ab 17.00 Uhr für Vereine gesperrt ist und deshalb dem öffentlichen Badebetrieb nicht zur Verfügung steht, entspricht dies einer Reduzierung der Öffnungszeiten um ein Drittel. Auch sind die neuen Öffnungszeiten sehr uneinheitlich.
Die Kürzungen betreffen nur das Müller’sche Volksbad, in allen anderen Münchner Hallenbädern sind die Öffnungszeiten unverändert.
Konsequenz
- Der Zugang zu einem öffentlichen Hallenbad wurde eingeschränkt für alle Badegäste in den Stadtbezirken Haidhausen, Au, Isarvorstadt und Untergiesing sowie für alle Kunden, die das Bad aufgrund seiner zentralen Lage in der Innenstadt und der sehr guten Erreichbarkeit mit dem ÖPNV aufsuchen.
- Insbesondere die frühen Öffnungszeiten (ab 7.30 Uhr) wurden drastisch reduziert und dadurch das Angebot insgesamt zeitlich verdichtet. Das bedeutet eine massive Einschränkung der Nutzbarkeit, vor allem für Berufstätige, ältere Menschen oder chronisch Erkrankte mit einer regelmäßigen Routine als Frühschwimmer und Frühschwimmerinnen und für alle Schwimmer, die ihren Tagesablauf nicht frei bestimmen können.
Kosten
Die Kosteneinsparung ist gering im Verhältnis zu den Folgen der eingeschränkten Nutzbarkeit. Die wesentlichen technischen und energetischen Grundlasten eines Hallenbades bestehen auch außerhalb der Publikumszeiten fort. Wird die Zugänglichkeit reduziert, sinkt vor allem die Auslastung einer ohnehin aufwendig betriebenen Infrastruktur und macht das Volksbad unrentabler. Das macht weder sozial noch gesundheitspolitisch noch ökologisch Sinn.
Charakter
Die Einschränkung der Öffnungszeiten ist nicht nur eine betriebliche Anpassung, sondern ändert auch den Charakter des Müller’schen Volksbades. Das Müller’sche Volksbad ist ein bekanntes und beliebtes Jugendstilbad. Es steht unter Denkmalschutz. Es wurde der Stadt 1901 von Karl Müller geschenkt, unter der Bedingung, dass das Bad dem „unbemittelten Volk“ zur Verfügung stehen sollte. Das Müller’sche Volksbad ist seinem Ursprung nach ein Volksbad und damit ein Ort der öffentlichen Daseinsvorsorge, der Gesundheit und der sozialen Teilhabe. Und genau aus diesen Gründen ist das Bad auch heute noch für seine Badegäste essentiell.
Das Bad lebt durch seine öffentliche Nutzung und durch seine offenen Türen für alle Münchner. Wer die Zugänglichkeit zum Müller’schen Volksbad derart massiv beschneidet, schwächt genau den Zweck, für den Karl Müller vor 125 Jahren dieses Bad dem „unbemittelten Volk“ gestiftet hatte.
Wir fordern Herrn OB Krause, die Leitung der M-Bäder und die Leitung der Stadtwerke deshalb dazu auf, die Änderung der Öffnungszeiten im Müller’schen Volksbad zurückzunehmen und die früheren Öffnungszeiten wieder einzusetzen.
Weil ich selbst zu den Frühschwimmern gehöre und viele Leute kenne, die frühmorgens vor der Arbeit das Angebot wahrnehmen.