Region: Magdeburg
Bild der Petition Offener Brief; Protest gegen den geplanten Auftritt von Uwe Steimle in Magdeburg

Offener Brief; Protest gegen den geplanten Auftritt von Uwe Steimle in Magdeburg

Petition richtet sich an:
Geschäftsführung der MVGM GmbH Magdeburg

60 Unterschriften

2 %
38 von 2.100 für Quorum in Magdeburg Magdeburg

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Petition richtet sich an: Geschäftsführung der MVGM GmbH Magdeburg

An die Geschäftsführung der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie Ihnen bekannt sein dürfte, hat der bekannte Kabarettist Uwe Steimle am 20.11. im AMO in Magdeburg einen Auftritt.

Ebenjener Herr Steimle hat unlängst bei einer Podiumsveranstaltung der Partei Alternative für Deutschland (AfD) mehrere hochproblematische Äußerungen getätigt, aufgrund derer strafrechtliche Ermittlungen gegen seine Person eingeleitet wurden.

Unter anderem hatte Herr Steimle bei dieser Gelegenheit öffentlich darüber sinniert, die ehemalige Bundeskanzlerin Frau Dr. Merkel „an die Wand“ zu stellen; dies bezog sich plastisch gesehen auf ihr jüngst fertig gestelltes Portrait, lässt aber im Kontext der Ausführungen auch zu strafrechtlich relevanten Überlegungen Raum.

Darüber hinaus sagte er wörtlich zum amtierenden Bundeskanzler: „Wenn ich Friedrich Merz sehe, frage ich mich manchmal, wo ist eigentlich Stauffenberg, wenn man ihn mal wirklich braucht?“

Das ist nichts weniger als eine Gleichstellung von Friedrich Merz mit Adolf Hitler.

Unabhängig von der historischen Einordnung der Person Stauffenberg, hat dieser mit dem Attentat auf Hitler nach seiner Vorstellung versucht, den Zweiten Weltkrieg zu schneller zu beenden und so weiteres unerträgliches Leid aller Betroffene zu minimieren. Die Gleichsetzung von Herrn Merz mit dem Hauptverursacher der größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte ist zweifellos strafrechtlich relevant.

Den Unterzeichnenden ist die Bedeutung und Unantastbarkeit der Kunstfreiheit sehr wohl bewusst. Sowohl Satire als auch Humor und sprachlicher Ausdruck sind wichtige Gestaltungsmittel bei der Herstellung von künstlerischen Inhalten, die sowohl der Unterhaltung dienen als auch legitime, wenn nicht gar konstruktive Kritik an Zuständen und Institutionen artikulieren sollen.

Diese Kunstfreiheit hat jedoch dort ihre Grenzen, wo der Katalog des geltenden Strafrechts beginnt. Mag Herr Steimle auch mit den herrschenden politischen Zuständen nicht einverstanden sein, dies sei ihm unumwunden zugestanden, gibt ihm das nicht das Recht, derartig ehrverletzend über ehemalige oder amtierende Regierungschefs dieses Landes zu sprechen oder sogar Straftaten gegen deren körperliche Unversehrtheit das Wort zu reden.

Dass die Äußerungen auf der Bühne eines vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften Landesverbands einer Partei erfolgten, steht hier nicht zur Debatte; es mag zwar erklären, warum Herr Steimle der Auffassung war, derartig strafrechtlich relevante Äußerungen tätigen zu können, entschuldigt diese und die damit zutage tretende Weltsicht des Herrn Steimle in keiner Form.

Die Unterzeichnenden sind sich bewusst, dass jede Institution, die Kunstschaffenden jeder Couleur eine Bühne bietet, keine Rücksicht auf die politische Einstellung der Kunstschaffenden zu nehmen hat. Einem Veranstalter muss prinzipiell egal sein, bei welcher Partei die Kunstschaffenden ihr Kreuz machen; hierin liegt kein Grund, diesen Personen eine Bühne zu versagen.

In dem Moment, wo besagte Kunstschaffende jedoch in aller Öffentlichkeit willentlich Inhalte zum Besten geben, die strafrechtlich relevant oder menschenverachtend sind, kann das Neutralitätsgebot eines Veranstalters kein Argument mehr sein, um derjenigen Person einen Auftritt zu ermöglichen und ggf. zu riskieren, dass es dabei erneut zu derartigen Äußerungen kommen kann.

Die Unterzeichnenden möchten daher mit Nachdruck darum bitten, Herrn Steimle in Ihren Räumlichkeiten keine Bühne und somit keine Möglichkeit zu bieten, derartige strafrechtlich relevante oder menschenverachtende Äußerungen zu wiederholen. Die Unterzeichnenden sind der Auffassung, dass ein solcher Auftritt Herrn Steimles auch nachhaltig Schaden für den Ruf und die Integrität des Veranstaltungsortes nach sich zögen; es kann daher nicht in Ihrem Interesse sein, Herrn Steimle in Ihren Räumlichkeiten willkommen zu heißen.

Mit freundlichen Grüßen,

Omas gegen Rechts Magdeburg

und

Bündnis Solidarisches Magdeburg

Quellen:

https://www.zeit.de/politik/deutschland/2026-07/uwe-steimle-afd-ermittlungen-angela-merkel-friedrich-merz

https://www.deutschlandfunk.de/ermittlungen-gegen-kabarettisten-uwe-steimle-nach-afd-veranstaltung-100.html

Begründung

Künstlerinnen und Künstlern, die es für richtig halten, öffentlich und publikumswirksam ehrverletzende Äußerungen zu tätigen, sollte keine Bühne für die Verbreitung solcher Inhalte geboten werden.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Omas gegen Rechts Magdeburg, Magdeburg
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 13.08.2026
Sammlung endet: 12.02.2027
Region: Magdeburg
Kategorie: Kultur

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Warum Menschen unterschreiben

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Warum wird immer mehr Rechten, die keine Achtung vor den Grundgesetz haben, auch noch eine Bühne geboten? Warum fällt man der Zivilgesellschaft ständig in den Rücken?

menschenverachtenden äußerungen, die möglicherweise als aufrufe zur gewalt aufgefasst werden können, darf ein öffentlicher ort keine bühne bieten!
diese vermeintliche neutralität wird dem ansehen unserer stadt schaden!

Keine Bühne für Hetze

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