Petition addressed to:
Oberbürgermeister Tilman Fuchs
In Münster wird in immer mehr Stadtteilen das bisherige Trennprinzip beim Parken durch das sogenannte Mischprinzip ersetzt. Fahrzeuge ohne Bewohnerparkausweis dürfen nur noch zeitlich begrenzt parken oder müssen auf kostenpflichtige Parkplätze ausweichen, während Fahrzeuge mit Bewohnerparkausweis unbegrenzt Stellplätze nutzen können.
Diese Regelung mag verkehrspolitisch begründet sein, führt jedoch stadtweit zu erheblichen sozialen und menschlichen Nachteilen – insbesondere für ältere Menschen, chronisch Kranke, mobilitätseingeschränkte Bürgerinnen sowie deren Angehörige und Besucherinnen.
Soziale Folgen des Mischprinzips
- Besuche von Eltern, Kindern, Enkeln und nahen Angehörigen werden massiv erschwert.
- Gerade ältere oder kranke Menschen sind auf regelmäßigen persönlichen Besuch angewiesen. Die Anreise ohne Auto ist jedoch oft unrealistisch – insbesondere mit Gepäck, Geschenken, Hilfsmitteln oder bei eingeschränkter Mobilität.
- Zeitlich begrenztes Parken verhindert längere Besuche.
- Familienbesuche, Pflegeeinsätze oder gemeinsames Essen lassen sich nicht in zwei Stunden erledigen. Besucher*innen müssen ihr Fahrzeug umparken oder hohe Parkgebühren zahlen.
- Hohe Kosten schrecken vom Besuch ab.
- Parkgebühren von etwa 3,50 € pro Stunde oder das Risiko von Strafmandaten machen längere Aufenthalte teuer und stressig. Für viele Familien ist das auf Dauer nicht tragbar.
- Soziale Isolation und Vereinsamung nehmen zu.
- Wenn Besuche kompliziert, teuer oder riskant werden, kommen Menschen seltener. Besonders ältere und alleinlebende Personen verlieren dadurch soziale Kontakte – mit nachweislich negativen Folgen für Gesundheit und Lebensqualität.
- Pflegende Angehörige und Betreuungspersonen werden zusätzlich belastet.
- Wer regelmäßig unterstützt, begleitet oder versorgt, braucht verlässliche Parkmöglichkeiten – nicht Zeitdruck, Kosten oder Angst vor Strafzetteln.
Ungleichbehandlung und soziale Schieflage
Während Bewohnerinnen mit Parkausweis unbegrenzt parken dürfen, haben **Besucherinnen, Angehörige und Unterstützende** kaum noch praktikable Möglichkeiten.
Damit wird soziale Teilhabe vom Besitz eines Parkausweises abhängig gemacht – und nicht vom tatsächlichen Bedarf.
Unsere Forderungen
Wir fordern die Stadt Münster auf:
- Besucherregelungen für Anwohner*innen einzuführen, die längere, kostenfreie oder stark vergünstigte Parkzeiten ermöglichen (z. B. für Angehörige, Pflegepersonen, Familienbesuche).
- Soziale Ausnahmeregelungen für ältere, chronisch kranke und mobilitätseingeschränkte Menschen sowie deren regelmäßige Besucher*innen zu schaffen.
- Die stadtweite Überprüfung des Mischprinzips im Hinblick auf soziale Isolation, Vereinsamung und gesundheitliche Folgen.
- Eine Parkraumpolitik umzusetzen, die menschliche Nähe, Pflege, Familie und soziale Teilhabe ausdrücklich mitdenkt.
Reason
Eine lebenswerte Stadt darf nicht dazu führen, dass Menschen seltener besucht werden, weil Parken zu teuer, zu kompliziert oder zu riskant ist.
Münster darf nicht zur Stadt der Strafzettel, sondern muss eine Stadt der Begegnung bleiben.
Bitte unterstützen Sie diese Petition für eine soziale, gerechte und familienfreundliche Parkraumpolitik in ganz Münster.
Damit man Parkraum für die € 260,- pro Jahr erhält!