Region: Germany
Welfare

„Personenbonus“ - also Bonus für jeden statt „Familienbonus“

Petition is directed to
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
98 Supporters 98 in Germany
The petition was withdrawn by the petitioner
  1. Launched June 2020
  2. Collection finished
  3. Submitted
  4. Dialogue
  5. Failed

Unser Finanzminister Olaf Scholz plant einen Familienbonus von 300 Euro pro Kind - also soll für jedes Kind 300€ gezahlt werden. Dieser Bonus soll keinen Einfluss auf das beziehen von Hartz IV haben. Bei vermögenden Familien soll der Familienbonus mit den Steuerfreibeträgen verrechnet werden. Die Begründung und angeblichen Vorteile:

-Anerkennung für Familien, weil sie in der Corona-Krise stark belastet sind

-300 Euro pro Kind können von Familien genutzt werden, um wichtige Anschaffungen im Haushalt zu leisten

-Vor allem kinderreiche Familien erhalten mehr Geld.

Weitere Informationen im Netz u.a.:

oeffentlicher-dienst-news.de/corona-familienbonus/

www.tagesspiegel.de/politik/300-euro-je-kind-bundesregierung-prueft-corona-familienbonus/25852970.html

Die Bundesregierung beschließt den Familienbonus wohl nach Pfingsten.

Ich habe diese Petition ins Leben gerufen, weil ich diese „Familienprämie“ verhindern und stattdessen eine „Personenprämie“ fordere.

Auch Kinderlose haben durch die Pandemie und den daraus resultierenden Beschränkungen eine Mehrbelastung erfahren.

Das Beschränken der Prämie auf Kinder ist eine unzumutbare Benachteiligung Kinderloser Menschen.

Der Tatsache, dass eine Person keine Kinder hat, können verschiedenste Ursachen zu Grunde liegen.

Egal ob jemand aus beruflichen, gesundheitlichen oder einfach aus Gründen persönlicher Überzeugung keine oder noch keine Kinder hat, darf dies nicht dazu führen dass diese Personen nun benachteiligt werden.

Auch diese Menschen erlebten durch die Pandemie Nachteile, Sorgen und Probleme, die von der Regierung nicht herabgewürdigt werden sollten, nur weil diese Menschen keine Kinder haben.

WIR - also alle Unterzeichner dieser Petition - fordern stellvertretend für alle Kinderlosen Menschen die Gleichberechtigung durch die Politik und die Zahlung einer Prämie pro Person statt pro Kind.

Sollte der Familienbonus bereits beschlossen worden sein bevor die Petition eingereicht werden konnte soll der Familienbonus im Nachgang auch auf alle anderen Einwohner der Bundesrepublik die juristisch nicht mehr als Kind gelten ausgeweitet werden.

Reason

Ich bin der festen Überzeugung, dass nahezu JEDER Einwohner der Bundesrepublik Deutschland unter der Corona Pandemie und die damit verbundenen Beschränkungen auf verschiedenster Art und Weise gelitten hat und teilweise immerfort leidet.

Viele litten unter der Ungewissheit, inwieweit die Pandemie den Arbeitsplatz gefährdet. Darf mein Betrieb geöffnet bleiben? Droht Kurzarbeit oder gar Insolvenz des Arbeitgebers? Häufig verringerte sich auch das monatliche Einkommen durch Wegfall von Überstunden, Prämien, Bonuszahlungen, etc. wobei die monatlichen Belastungen wie Miete, Lebensmittelkosten, etc. konstant blieben oder gar stiegen.

In anderen Betrieben erhöhte sich auch das Arbeitsaufkommen. Neueinstellungen widersprachen den Hygienebestimmungen und so mussten auch, oder gerade die kinderlosen Mitarbeiter mehr und/oder länger arbeiten. Die geleistete Mehrarbeit wurde womöglich dann zu einem späteren Zeitpunkt als die Notwendigkeit der Mehrarbeit nachließ oder der Betrieb verzögert aufgrund mangelnder Aufträge oder ähnlichem vorübergehend oder womöglich endgültig schliessen musste „abgefeiert“, verzögerte den erhalt des Kurzarbeitergeldes o.ä. Auch der Fall, dass die Überstunden nach wie vor auf dem Zeitkonto stehen und vielleicht irgendwann mal als Freizeitausgleich genommen werden können.

Die von der Bundesregierung als „Corona Prämie“ beschlossene Möglichkeit des Arbeitgebers, seinen Arbeitnehmern steuerfrei bis zu 1500€ als Sonderzahlung auszahlen zu können, wurde von vielen Arbeitgebern, insbesondere denen, die sich nicht in öffentlicher Hand befindlichen Klein- und Mittelständischen Betrieben nicht genutzt. Die Gründe hierfür sind ebenfalls vielschichtig und reichen von Unwillen, über Unwissenheit der Möglichkeit, bis hin zu Unsicherheit, ob diese Zahlung im Hinblick auf die ungewisse Zukunft des Unternehmens finanziell überhaupt leistbar ist. Die Sonderzahlung wurde ja nicht von der Regierung, sondern dem Arbeitgeber getragen. Auch hier sind wieder auch Menschen ohne Kinder betroffen.

Viele mussten Maßnahmen ergreifen um Ihre Arbeit im Home-Office fortzuführen. Sei es durch Anschaffung/Erneuerung von technischen Geräten, aber auch durch Schaffung einer Arbeitsumgebung innerhalb der Wohnung (Schreibtisch, Erhöhung der Internetbandbreite, etc.)

Auch kinderlose Menschen konnten Ihre Familien, die vielleicht in einem anderen Bundesland wohnen nichts besuchen und Zeit mit Ihnen verbringen. Auch kinderlose Menschen litten unter dem social-distancing! Es starben auch geliebte Familienmitglieder während der Pandemie unabhängig von COVID-19, jedoch konnten auch kinderlose Menschen in den letzten Stunden nicht bei Ihren Angehörigen sein aufgrund der geltenden Beschränkungen.

Wie sieht es denn mit dem zeitlichen Mehraufwand bei alltäglichen Dingen wie dem Einkauf im Supermarkt, der Besuch bei der Post etc. aus? Mussten kinderlose nicht zunächst erstmal auf dem Parkplatz oder vor der Post Schlange stehen bis sie hineingehen konnten?

Viele kinderlose haben Ihren Urlaub auch für einen Zeitraum ausserhalb der Ferienzeit geplant. Die Urlaube waren teilweise schon gebucht und mussten storniert werden. Viele haben Ihre Flüge, MIetwagen, Unterkünfte und ähnliches direkt, also nicht als Pauschalreise, ohne Reisebüro o.ä. Teilweise direkt beim jeweiligen Hotel, der Airline, etc. Gebucht. Bei der Stornierung konnte nicht das EU Recht angewandt werden und die Anzahlungen oder teilweise schon in voller Höhe bezahlten Beträge waren größtenteils einfach weg.

Mussten kinderlose nicht um Ihren Arbeitsplatz bangen? Hatten kinderlose keine Einschränkungen einen neuen Arbeitsplatz zu finden? Mussten kinderlose nicht um Ihre Existenz bangen? Bekamen kinderlose einen Nachlass auf die monatlichen Fixkosten wie Miete, Versicherungen o.ä. der Menschen mit Kindern nicht zur Verfügung stand?

Wir sind uns alle einig, dass Frauen nicht gegenüber Männern benachteiligt werden dürfen. Wir machen uns stark dafür dass Frauen die gleichen Chancen, die gleichen Gehälter und die gleichen Rechte haben wie Männer. Auch besteht Einigkeit, dass Familien nicht schlechter gestellt sein dürfen als kinderlose. Wir schaffen die gesetzlichen Grundlagen dafür um Menschen, die sich dafür entscheiden eine Familie zu gründen und Kinder zu bekommen, nicht automatisch gegen die Verwirklichung Ihrer beruflichen und/oder sozialen Ziele entscheiden müssen. Dann müssen wir aber auch so konsequent sein und die GLEICHSTELLEN, statt Menschen mit Kindern zu bevorzugen und damit kinderlose zu benachteiligen.

Thank you for your support, Martin Hildermann from Stuttgart
Question to the initiator

News

  • Dran bleiben...

    on 04 Jun 2020

    Die Familienprämie wurde ja heute im Rahmen des „Kraftpaketes“ mit einem „Wumms“ beschlossen.

    Ich habe mir das mal ausgerechnet:

    Hätte ich im letzten Jahr ein Kind gezeugt statt neben meiner Hauptberuflichen Tätigkeit noch zwei Ehrenämter auszuüben, würde ich jetzt 300€ bekommen. Ob ich dies nun als kleine Anerkennung dafür, dass ich mich an die Bestimmungen gehalten habe nehme, als Möglichkeit der angeschlagenen Wirtschaft etwas gutes tun zu können oder einfach nur dafür nehme, um mein Konto vielleicht um 300€ weniger zum überziehen hinnehme, ist ja egal...

    Habe ich aber nicht. Ich habe über 10.000€ von meinem Gehalt im letzten Jahr an das Finanzamt abgeben dürfen. Ich habe mich in meiner Freizeit noch Ehrenamtlich eingebracht.

    Nun gut,... further

  • Dran bleiben...

    on 04 Jun 2020

    Die Familienprämie wurde ja heute im Rahmen des „Kraftpaketes“ mit einem „Wumms“ beschlossen.

    Ich habe mir das mal ausgerechnet:

    Hätte ich im letzten Jahr ein Kind gezeugt statt neben meiner Hauptberuflichen Tätigkeit noch zwei Ehrenämter auszuüben, würde ich jetzt 300€ bekommen. Ob ich dies nun als kleine Anerkennung dafür, dass ich mich an die Bestimmungen gehalten habe nehme, als Möglichkeit der angeschlagenen Wirtschaft etwas gutes tun zu können oder einfach nur dafür nehme, um mein Konto vielleicht um 300€ weniger zum überziehen hinnehme, ist ja egal...

    Habe ich aber nicht. Ich habe über 10.000€ von meinem Gehalt im letzten Jahr an das Finanzamt abgeben dürfen. Ich habe mich in meiner Freizeit noch Ehrenamtlich eingebracht.

    Nun gut,... further

Die Krise hat JEDEN (die einen mehr, die anderen weniger) getroffen. Bei Erfolg der Petition würde verhindert, dass eine Bevölkerungsgruppe (Menschen mit Kindern) BEVORZUGT wird und andere Bevolkerungsgruppen (MEnschen ohne Kinder, Menschen, deren Kinder per Gesetz nicht mehr als Kind gelten) BENACHTEILIGT, ja sogar ausgeschlossen werden.

Der Familienbonus sollte gerade die erhöhte Leistungen der Familien mit Kindern "anerkennen". Familien mit Kindern müssen seit Mitte März nun, neben ihren normalen Arbeit, die Leistungen der Schule / Kindergarten vollständig übernehmen. Diese Doppelbelastung haben Menschen ohne Kindern oder Menschen mit erwachsenen Kindern nun einmal nicht. Deswegen sehe ich auch keine "Diskriminierung" von Kinderlosen.

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