• Von: Wohnrauminitiative Göttingen
  • An: Stadt Göttingen, Landkreis Göttingen, Universität ...
  • Region: Göttingen mehr
    Kategorie: Wohnen mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 132 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Petition für den Erhalt der "kleinen" Studi-Wohnhäuser & Studi-Wohnheime in Göttingen

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Sehr geehrte Damen und Herren,
wir wenden uns mit diesem offenen Brief und einer Online Petition mit einem ernsten Anliegen an Sie: der Bestandsgefahr für Wohnheime des Studentenwerks Göttingen und der damit verbundenen deutlichen Umstrukturierung des Stadtbildes.

Über die Vorgänge in der Bühlstraße 28 und letztendlich aus der Zeitung haben wir erfahren, das Studentenwerk sei „an der Bewirtschaftung solcher kleinen Häuser nicht mehr interessiert“, so der Geschäftsführer des Studentenwerks, Jörg Magull, in einem taz-Artikel vom 4.7.2012.
Niemand von uns wurde persönlich informiert. Erste Anzeichen gibt es aber bereits: in mehreren Wohnheimen werden Mietverträge nicht mehr verlängert beziehungsweise die MieterInnenstruktur dahingehend verändert, dass schnellere Kündigungen möglich sind.

Trotz anderslautender Beiträge in der Presse wurde bisher weder über Gremienbeschlüsse noch durch verlängerte Nutzungsverträge eine Sicherheit geschaffen. Wir erwarten, dass den Worten auch Taten folgen. Auch über das Auslaufen bestehender Nutzungsverträge mit der Universität Göttingen besteht weiterhin Unklarheit.
"Es kann nicht sein, dass sich zwei so verzahnte Organisationen wie die Universität und das Studentenwerk Göttingen gegenseitig die Verantwortung zuschieben und am Ende die StudentInnnen auf der Strecke bleiben", kritisiert Lisa Kleingärtner, Sprecherin der Kampagne, die bisherige Praxis.

Wartezeiten auf Wohnplätze betragen nach Aussagen des Stundentenwerks zwischen sechs und 48 Monate betragen, wieder mehr Studierende nach Göttingen ziehen, erneut doppelten Abiturjahrgänge auf Göttingen zukommen und die Mietpreise auf dem privaten Wohnungsmarkt um über 60 % gestiegen sind.
Bedroht sind nach unserer Sicht auch alternative Wohnformen und die Möglichkeit in der Innenstadt zu wohnen, was Göttingen für junge Menschen immer attraktiv gemacht hat. Statt gemeinsamen Wohnens in Wohngemeinschaften geht der Trend laut Jörg Magull zu Einzelzimmern. Gleichzeitig gibt es bisher aber nach eigener Aussage des Studentenwerks keinerlei Leerstand in WGs.

Das Studentenwerk hat als Stiftung öffentlichen Rechts soziale Verantwortung zu übernehmen. Laut niedersächsischem Hochschulgesetz und eigener Satzung ist es seine Aufgabe, die Studierenden sozial und kulturell zu fördern. Rücklagen und Querfinanzierung, sowie kostengünstige oder gar kostenlose Nutzungsverträge mit Stadt und Universität haben über Jahrzehnte positive Einnahmen ermöglicht.
Schlechtes Wirtschaften darf nicht auf Studierende abgewälzt werden!

Begründung:

Wir sehen neben unseren Wohnhäusern vor allem eine Kultur des Miteinanders in den Heimen in Göttingen bedroht. Statt gemeinsames Lernen und Leben zu unterstützen, werden seit Jahren Einzelwohnzellen in Mietbunkern außerhalb des Stadtkerns ausgebaut.

Dabei lebt gerade die Stadt Göttingen von den Studierenden. Wenn diese Attraktivität wegfällt und die Studierenden in Randbezirken verschwinden gewinnt, vielleicht der Discounter, aber nicht das Göttinger Flair.

Mit bereits vollzogenen Schließungen hat sich die Wohnsituation in Göttingen verschärft. Ein Beispiel ist die Geiststraße 10: mit der Schließung 2010 wurde aus über 60 Wohnheimplätzen
Leerraum. Das Gebäude steht seitdem unbenutzt herum – solche unsinnigen Planungen werden im Vorfeld immer als notwendig und unumgänglich verkauft.

Wir sehen uns alle zusammen in der Verantwortung für künftige Studiengenerationen, kostengünstiges und attraktives Wohnen zu erhalten. Eine Verantwortung, für die das Studentenwerk eigentlich mal gegründet wurde. Daher werden wir unsere Wohnheime nicht einfach sich selbst oder dem freien Markt überlassen!

Wir fordern:

– von der Stadt und dem Rat der Stadt Göttingen eine eindeutige Positionierung zur Unterstützung alternativer und vielfältiger Wohnformen in Göttingen

- von der Universität Göttingen, dass sie die Nutzungsverträge mit dem Studentenwerk auf lange Zeit verlängert (mindestens 25 Jahre), damit das Studentenwerk für diese Planungssicherheit hat und notwendige Investitionen planen und auch vornehmen kann

– vom Studentenwerk Göttingen, dass es den Worten Taten folgen lässt.
Wir erwarten, dass es in seinen Gremien (Vorstand und Stiftungsrat) eine langfristige Bestandsgarantie für unsere Wohnheime beschließt
Wir erwarten, dass angebotene Verlängerungen der Nutzungsverträge angenommen werden und Mietverträge zeitnah wieder verlängert werden.

Eine derart umfassende Bedrohung studentischen Wohnens in Göttingen hat es lange nicht gegeben. Hier ist jetzt früh im Vorfeld eine eindeutige Positionierung wichtig, bevor auch nur einzelne Schließungspläne nach und nach umgesetzt werden.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Göttingen, 25.10.2012 (aktiv bis 24.12.2012)


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