Region: Hessen
Education

Petition für eine Entlastung der schulischen IT-Beauftragten

Petition is directed to
Kultusminister Herrn Prof. Dr. Alexander Lorz
343 Supporters
34% achieved 1.000 for collection target
  1. Launched 21/12/2019
  2. Collection yet 6 weeks
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Sehr geehrter Herr Minister Prof. Dr. Lorz,

die anstehende Umsetzung des Digitalpakts sehen wir als IT-Beauftragte an den hessischen Schulen mit gemischten Gefühlen. Natürlich begrüßen wir ausdrücklich, dass durch den Digitalpakt schon bald dringend benötigte, umfangreiche Investitionen in die IT-Infrastruktur und die IT-Ausstattung der hessischen Schulen getätigt werden. Die Aufstockung der zur Verfügung gestellten Bundesmittel durch das Land Hessen, weit über die vom Bund geforderte Summe hinaus, begrüßen wir als deutliches Zeichen einer entsprechenden politischen Prioritätensetzung.

Damit die Investitionen einen nachhaltigen Bildungseffekt entfalten können, ist die Sicherstellung des IT-Supports und eine entsprechende Qualifizierung der Lehrkräfte unumgänglich. In diesem Kontext nehmen wir wohlwollend zur Kenntnis, dass das Hessische Kultusministerium eine deutliche Erhöhung des Fortbildungsetats der Schulen zugesagt hat und außerdem der politische Wille artikuliert wurde, die hessischen Medienzentren mit zusätzlichen Ressourcen auszustatten.

Als schulische IT-Beauftragte müssen wir in diesem Kontext aber enttäuscht feststellen, dass für den unbedingt notwendigen First-Level-Support an den Schulen selbst, den wir IT-Beauftragte schon jetzt mit außerordentlich geringer Entlastung bzw. Entlohnung leisten, keinerlei Ressourcen vorgesehen sind, obwohl unsere Belastung mit der Erweiterung der IT-Ausstattung durch den Digitalpakt noch deutlich steigen wird. Wir IT-Beauftragten betreuen an großen Schulen schon heute um die 200 Endgeräte und bekommen dafür oft nur ein bis zwei Entlastungsstunden. In privatwirtschaftlichen Unternehmen – und auch im Hessischen Kultusministerium – werden für die Betreuung einer solchen Anzahl an Geräten dagegen in etwa 1,5 Vollzeitstellen zur Verfügung gestellt. Die mögliche Bezahlung von Arbeitsstunden der IT-Beauftragten über die Mittel für den pädagogischen IT-Support stellt eher eine symbolische Entlohnung dar. Den Schulleitungen fehlen schlicht die Ressourcen für eine angemessene Entlastung der IT-Beauftragten und selbst die schon derzeit dafür aus dem Schuldeputat aufgewandten Stunden fehlen an anderer Stelle für die pädagogische Arbeit.

Entsprechend schwer ist es für die Schulleitungen, qualifizierte und motivierte Kolleg *innen für die Tätigkeit der/des IT-Beauftragten zu finden und einen verlässlichen First-Level-Support an den Schulen sicherzustellen. Entsprechend düster sieht heute die Realität an vielen hessischen Schulen aus: Die IT-Ausstattung wird schlecht oder gar nicht gewartet, Fehler und Defekte werden erst nach langen Ausfallzeiten behoben und Software wird nur unzureichend aktualisiert oder erweitert. In der Folge können sich die Lehrer *innen nicht auf eine funktionierende IT-Ausstattung für ihren Unterricht verlassen, kompetente Ansprechpartner bei Fragen und Problemen des Kollegiums fehlen. An den Schulen, an denen es diesbezüglich besser aussieht, ist dies i. d. R. dem mit einer gewissen Selbst¬ausbeutung einhergehenden Idealismus der IT-Beauftragten zu verdanken, die ihre Nachmittage und Ferientage in der Schule verbringen und ihre Pausen der Behebung von Fehlern oder der Beantwortung von technischen Fragen der Kolleg *innen opfern.

Ohne einen gut funktionierenden First-Level-Support durch die schulischen IT-Beauf-tragten können auch die Medienzentren, trotz aller geplanten personellen Aufstockung, einen effektiven Support schwerlich gewährleisten.

Es ist uns klar, dass eine Entlastung der IT-Beauftragten nicht aus den Mitteln des Digitalpakts kommen kann. Aber wenn Sie es mit Ihrem Bekenntnis zu einer nachhaltigen Stärkung der Medienbildungs¬kompetenzen an hessischen Schulen nach den Vorgaben der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt ernst meinen, erscheint es zwingend notwendig, seitens des Hessischen Kultusministeriums die Ressourcen zu schaffen, um die schulischen IT-Beauftragten für ihre wichtige und unersetzbare Tätigkeit ab sofort angemessen zu entlasten, um so eine ernsthafte und nachhaltige Umsetzung der KMK-Strategie und des Digitalpakts zu ermöglichen.

Mit freundlichen Grüßen

Reason

Eine gut funktionierende Medienaustatttung in den Schulen ist die Basis für einen zeitgemäßen, mediengestützten Unterricht und die Umsetzung von schulischen Medienbildungskonzepten, welche den Schüler *innen die notwendigen Kompetenzen für das Leben in der digitalen Welt vermitteln, wie sie von der KMK definiert werden:

www.kmk.org/themen/bildung-in-der-digitalen-welt/strategie-bildung-in-der-digitalen-welt.html

Thank you for your support, Tobias Piniek from Wiesbaden
Question to the initiator

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News

Durch die schleichende Erhöhung der Arbeitsbelastung (immer mal wieder kommt eine neue Aufgabe dazu bzw, eine bestehende wird ausgeweitet) dauert es eine Weile, bis man mitbekommt, dass der Zusatzjob wie z.B. die Verantwortung für den IT-Bereich oder auch für die Diagnostik am BFZ nebenbei gar nicht mehr zu schaffen ist. Das hat Methode und muss bekämpft werden.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Nicole Luigs Münchhausen

    14 h. ago

    Ich möchte verhindern, dass viel Geld für Hardware ausgegeben wird, ohne dass es mehr personelle Unterstützung zum technischen Support gibt.

  • Nadine Zissel Allendorf

    18 h. ago

    Das hessische Kulutsministerium geht immer mehr dazu über, Lehrkräften Aufgaben direkt oder indirekt mit zu übertragen, die mit der im Vertrag angenommenen Verpflichtung - nämlich zu unterrichten - nichts mehr zu tun haben. Dabei verlässt man sich letztendlich darauf, dass der überwiegende Teil der Lehrerinnen und Lehrer aus moralischer Verpflichtung den Schülerinnen und Schülern diese Aufgaben zusätzlich zu ihrer eigenltichen Arbeit übernimmt, um das Lehren sinnvoll und zielorientiert gestalten zu können. Dieses Problem betrifft alle Kollegen mit Zusatzaufgaben, die nebenbei bemerkt auch stetig zunehmen, besonders aber auch die Teilzeitkräfte. Die Tendenz geht dabei immer mehr dahin, die entstehende Überlastung sowie Vergütung in die Hände und Verantwortung der Schulen zu legen, die dies nicht mal im Ansatz leisten können. Unausgebildete Lehrkräfte, die nebenbei eingearbeitet werden sollen, IT-Aufgaben, die eine Lehrkraft zeitlich nicht stemmen kann, u.v.m. sind ein Ausdruck der mangelnden Sorgfaltspflicht und des kaum noch vorhandenen Verantwortungsbewusstseins des HKM, die politischen Entscheidungen zum Sparen von Ressourcen werden dann über die Schulämter und über die Schulleiter letztendlich an die Lehrkräfte weitergegeben. Dass zum guten Schluss - wie Studien ja immer mehr beweisen - unsere Kinder als die Zukunft Deutschlands und damit das Bildungssystem die Leidtragenden sind, wird geflissentlich ignoriert - Ganz nach dem Motto "Wieso? Es läuft doch". Dass ein immer größerer Anteil an langfristigen Krankheitsausfällen und freiwilliger Reduktion von Unterrichtsverpflichtung als notgedrungene Konsequenz zeigen, dass hier Unterricht oft nur noch beaufsichtigt und "Schadensbegrenzung" praktiziert wird, wird unter den Tisch gekehrt. Ich rufe das HKM auf, dringend ihre Personalpolitik zu überarbeiten und verändern.

  • Mirko Caspary Wuppertal

    3 days ago

    ja und das sofort.

  • Nicht öffentlich Frankfurt am Main

    3 days ago

    Die Kollegen die im IT-Bereich der Schule arbeiten, schaffen schon bisher das nötige Arbeitspensum unmöglich mit der zur Verfügung stehenden Stundenzahl! Hier muss dringend aufgestockt werden.

  • Julia Mayer-Hellmich Frankfurt am Main

    3 days ago

    Um der steigenden und ohnehin bereits vorhandenen Überlastung entgegenzutreten und um gleiches Recht für alle - nicht nur das KuMi - zu erhalten.

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