openPetition wird europäisch. Wenn Sie uns bei der Übersetzung der Plattform von Deutsch nach Deutsch helfen wollen, schreiben Sie uns.
close
Bild zur Petition mit dem Thema: Petition gegen die Abordnungen der Sonderpädadogen an der Gemeinschaftsgrundschule Hebbelstraße Petition gegen die Abordnungen der Sonderpädadogen an der Gemeinschaftsgrundschule Hebbelstraße
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Petitionsauschuß des Landtags
  • Region: Duisburg mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Der Petition wurde nicht entsprochen
    Sprache: Deutsch
  • Beendet
  • 6.568 Unterstützende
    4.847 in Duisburg
    Quorum für Duisburg (4.100) erreicht.

Petition gegen die Abordnungen der Sonderpädadogen an der Gemeinschaftsgrundschule Hebbelstraße

-

Zu Beginn des Schuljahres wurden an der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Hebbelstraße Abordnungen der Sonderpädagogen an andere Schulen im Raum Duisburg durch das städtische Schulamt vorgenommen. Dadurch ist es zurzeit kaum noch möglich, dass das seit 20 Jahren erprobte Konzept des Gemeinsamen Lernens von Schülern mit Förderbedarf und ohne Förderbedarf im Team, Sonderpädagoge und Regellehrer, in erfolgreicher Weise durchgeführt werden kann. Als Begründung für die (stundenweisen) Abordnungen der Sonderpädagogen an andere Schulen wurde die neue Berechnung des sonder-pädagogischen Bedarfs im Zuge der Umsetzung des neuen Inklusionsgesetzes genannt.

Weil das Modell der GGS Hebbelstraße des Gemeinsamen Unterrichts herausragenden Charakter und einen sehr guten Ruf hat und aufgrund dessen besonders viele Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf hier eingeschult werden, trifft auch eine Anwendung des neuen Berechnungsschlüssels die Schule unserer Kinder extrem hart. Einige Kinder standen nunmehr ohne ihre wichtige Bezugsperson da, was sich relativ schnell im Abfall ihrer Leistungen bemerkbar gemacht hat. Kinder bei denen man darüber nachdachte den Förderbedarf nach der 4. Klasse aufheben zu können machen nun kaum noch Fortschritte. Wir wehren uns gegen die Idee, man könnte auf Kosten unserer Kinder und auf Kosten des hier zurzeit noch auf breite Zustimmung stoßenden Inklusionsgedankens Stellen für Sonderpädagogen an der GGS Hebbelstraße einsparen. Wir wehren uns auch dagegen, dass die Bedingungen hinsichtlich eines so wesentlichen Punkts wie Betreuungsschlüssel rückwirkend und durch die Hintertür zum Nachteil der Kinder geändert werden. Die Eltern aller Jahrgangsstufen haben sich unter anderen Voraussetzungen für die Schule entschieden. Das erfolgreiche Modell der Hebbelschule würde dabei zum Leidwesen aller kaputtgespart.

Wir stehen als Elternschaft der Inklusion sehr aufgeschlossen gegenüber und haben uns bereits zuvor für dieses System entschieden haben. Unsere nun aufgekommenen Sorgen bezüglich der weiteren Beschulung unserer Kinder erwachsen aus unseren bisherigen Erfahrungen mit dem Schulalltag. Diejenigen unter uns, deren Kinder selbst Förderbedarf haben, haben die Erfahrung gemacht, wie nötig es ist, dass sich ein Sonderpädagoge kontinuierlich und verlässlich um die Kinder mit Förderbedarf kümmern kann. Nur so kann er in akuten Problemsituationen früh das Kind fördern und einer Eskalation der Probleme, mit denen das Kind ohnehin schon zu kämpfen hat, wirksam vorbeugen. Dadurch und durch die Verlässlichkeit, die die Kinder gespürt haben, konnten die Sonderpädagogen sie entsprechend individuell fördern. Das haben wir fast tagtäglich an den vielen erfreulichen Fortschritten der Kinder und ihrer positiven Einstellung gegenüber der Schule gemerkt. Ein gelegentlicher „Besuch“ der Klasse durch einen kaum bekannten Lehrer, der dann auch noch bei akuten Schwierigkeiten mit großer Wahrscheinlichkeit nicht anwesend ist, kann diese erfolgreiche Bindung nicht annähernd ersetzen.

Wir fordern daher, dass die bereits erfolgten Abordnungen zurückgenommen werden und auf keinen Fall weitere Abordnungen oder sogar Versetzungen zugelassen werden. Wir möchten, dass die Schule wieder zu ihrem langjährig bewährten Konzept zurückkehren kann und die Kinder endlich wieder ihrem ganz normalen Schulalltag nachgehen können und für ihre Bedürfnisse und Probleme eine verlässliche Bezugsperson haben.

Begründung:

In Duisburg ist allgemein bekannt, dass die GGS Hebbelstraße schon lange ein sehr erfolgreiches Modell für Integrationsklassen verfolgt und damit bisher alle Kinder erreicht hat. Die Kinder sollen dort einen chancengleichen Start ins Schulleben erhalten. Auch das Vertrauen darauf, dass das neue Inklusionsgesetz hier von Anfang an ohne Problem umgesetzt werden würde, war ein wichtiges Kriterium für die Anmeldungsentscheidung vieler Eltern. Daher sollten die Kriterien nicht rückwirkend geändert werden. Es wurde ein Lehrversprechen gegeben, das in diesem Maße nicht mehr eingehalten wird. Es ist außerdem absurd, dass in ihren Zusammensetzungen gleich gebliebene Klassen plötzlich einen deutlich niedrigeren Bedarf an sonderpädagogischer Arbeit haben sollen als vorher. Wir sehen hier das Recht auf schulische Bildung gemäß dem NRW-Schulgesetz § 1 (1) vom 15.8.2015 gefährdet Bei einem oder mehreren Kindern mit herausforderndem Verhalten in der Klasse kann, wenn nur ein Lehrer anwesend ist, nicht mehr von Unterricht nach Lehrplan die Rede sein. Wir sehen nicht ein, warum unsere Kinder, die zunächst unter optimalen Bedingungen an der Hebbelschule angemeldet wurden, nun darunter leiden müssen, dass Inklusion um jeden Preis durchgeführt werden soll. Auch der von vornherein bekannte Mangel an Sonderpädagogen in Duisburg entschuldigt dies nicht. Im Gegenteil: Gerade dies hätte dazu führen müssen, dass man die vorhandenen Ressourcen besser nutzt und erfolgreiche Modellschulen für das gemeinsame Lernen, wie es die GGS der Hebbelstraße ist, und nicht das erprobte Konzept an die Wand fährt. Nach den Erfahrungen die wir ab dem Zeitpunkt an dem die Abordnungen einsetzten gemacht haben, müssen wir leider sagen, dass der Ansatz der Inklusion, der vorsieht, dass die Sonderpädagogen nur noch stundenweise die Kinder mit Förderbedarf fördern, nicht zielführend ist, da das wesentliche Element der Vertrauensbildung nicht mehr gewährleistet ist. Vielmehr hat das letzte Schuljahr gezeigt, dass jetzt alle auf der Strecke bleiben. Die Förderkinder, weil sie nicht mehr genug Zeit, Förderung und Aufmerksamkeit bekommen und somit kein Vertrauen zu einer Bezugsperson aufbauen können, die Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf, weil das ungestörte Erlernen des curricularen Unterrichtsstoffs unter den entstandenen Bedingungen kaum möglich ist und die Grundschullehrer, die sich neben der Lehrstoffvermittlung verstärkt um psycho-emotionale Probleme von Kindern kümmern müssen und den Anforderungen nicht mehr gerecht werden können. Es kann bei aller erstrebens- und erlernenswerten Rücksichtnahme gegenüber den Schülern mit Förderbedarf nicht angehen, dass die Kinder ohne sonderpädagogischen Förderbedarf ständig in dem Bewusstsein arbeiten, dass ihr Lehrer im Zweifelsfall das akute Problem eines Förderkindes vorziehen muss und als allein Verantwortlicher so zwischen zahlreichen verschiedenen Aufgaben gleichzeitig hin- und herspringt. Lernen wird so zur Nebensache, das im Schulgesetz verankerte Recht unserer Kinder auf individuelle Förderung wird mit Füßen getreten. Außerdem besteht die Gefahr, dass Kinder mit Förderbedarf nicht mehr als Bereicherung wahrgenommen werden, sondern als Konkurrenz im Kampf um ein wenig Aufmerksamkeit des Lehrers. Dies wäre genau das Gegenteil von Inklusion. Wir können nicht nachvollziehen, warum ein gut funktionierendes Modell für Inklusion zerstört wird, warum einer Schule, der es seit 20 Jahren gelingt, den Inklusionsgedanken sinnvoll umzusetzen und die bislang in dieser Hinsicht als Schwerpunktschule galt, die Grundlagen entzogen werden. Dies lässt sich weder mit dem Schulgesetz (§19 und §20) und den verankerten Änderungen vom 15.08.2015 noch mit dem vom Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes NRW auch in diesem Jahr wieder ausgegebenem Eckpapier vereinbaren. Dort wird erwähnt, dass an den Status quo angeknüpft werden soll, auch um Brüche zu meiden. Außerdem wird in diesem Papier extra hervorgehoben, dass die bisherige Rolle der Schule bei der Verteilung der Sonderpädagogen in jedem Fall Beachtung finden muss. Es ist auch von einer Kultur des Behaltens die Rede. Dies steht überhaupt nicht mit den Abordnungen an der GGS Hebbelstraße in Einklang. Offensichtlich wird hier in Duisburg ganz klar die Anweisung des Ministeriums für Schule und Weiterbildung NRW übergangen. Dies müssen nun unsere Kinder ausbaden, die nun zum Teil unter starkem seelischen Stress stehen, da sie ihre Vertrauensperson verloren haben. Bitte helfen Sie uns mit ihrer Unterschrift im Sinne der Kinder, der Lehrer, der Sonderpädagogen, der Eltern und anderer Modellschulen diese Forderung durchzusetzen. Für weitere Infos: www.facebook.com/ElternprotestHebbelschule.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Duisburg, 24.09.2015 (aktiv bis 23.11.2015)


Neuigkeiten

Liebe Unterstützer*innen, ich habe leider keine positive Nachricht zu überbringen. Die Petition wurde abgelehnt mit der Begründung, dass die Abordnungen und die Versetzung der Rechtslage entsprochen hätten. Eine Rückkehr zur faktischen Doppelbesetzung ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Das Modell beweist seit 20 Jahren, dass Inklusion funktioniert wenn es konzeptionell aufgesetzt wird und mit ausreichend qualifierten Mitarbeiten gelebt wird. Der jetzige Quotenschlüssel nutzt nur einem: der Quote selbst. Inklusion ist kein "Quotenziel". ...

PRO: Unser Kind hat Förderbedarf nicht in Richtung Ausgleich von Defiziten sondern Förderung von überdurchschnittlich hoher Begabung. Und das findet im ausreichendem Maße nur statt, wenn Sonderschulpädagogen entsprechend Zeit haben.

CONTRA: Ich will, ich will, ich will, ich will. Das ist der einzige Gedanke der hinter der Inklusion steht! Alle richten sich nach dem schwächsten. Und eure kinder verlieren Bezugspersonen: So ist das Leben. Nur mit Wattebällchen spielen hat sie an die Schule ...

>>> Zur Debatte



Petitionsverlauf


aktuelle Petitionen