Region: Germany

Petition gegen die geplanten Reformen der Krankschreibungen

Petition is addressed to
Bundesregierung, Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

8,931 Signatures

29 %
8,767 from 30,000 for quorum in Germany Germany

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  1. Launched 02/07/2026
  2. Time remaining > 5 months
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Petition addressed to: Bundesregierung, Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Wir fordern die Bundesregierung auf,

  • von der geplanten Verpflichtung abzusehen, bereits ab dem ersten Krankheitstag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen,
  • und die Möglichkeit der telefonischen Krankschreibung dauerhaft zu erhalten.

Statt zusätzlicher Hürden braucht es eine evidenzbasierte und praxistaugliche Gesundheitspolitik.

Reason

Die geplanten Änderungen im Bereich der Krankschreibung werfen erhebliche fachliche, praktische und gesundheitspolitische Fragen auf.

Erstens steht die Verschärfung der Nachweispflicht im Widerspruch zur aktuellen Studienlage. Untersuchungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) gemeinsam mit der BARMER sowie Analysen der DAK zeigen, dass der gestiegene Krankenstand nicht auf Missbrauch zurückzuführen ist. Vielmehr erklären Nachwirkungen der Coronapandemie und die vollständigere Erfassung durch die elektronische AU einen Großteil der Entwicklung. Ein belastbarer Nachweis, dass strengere Nachweispflichten den Krankenstand senken, liegt nicht vor.

Zweitens besteht die Gefahr eines gegenteiligen Effekts. Wenn Beschäftigte bereits am ersten Krankheitstag eine Arztpraxis aufsuchen müssen, ist davon auszugehen, dass Ärztinnen und Ärzte im Zweifel eher längere Krankschreibungen ausstellen. Kurzzeitige Erkrankungen, die bislang eigenverantwortlich auskuriert wurden, könnten dadurch unnötig verlängert werden.

Drittens ist eine generelle Verschärfung nicht erforderlich. Arbeitgeber können bereits heute nach § 5 EFZG eine Krankschreibung ab dem ersten Tag verlangen. Eine pauschale gesetzliche Verpflichtung für alle Beschäftigten schafft daher keinen zusätzlichen Mehrwert, sondern erhöht lediglich den bürokratischen Aufwand.

Viertens führt die Kombination aus verpflichtendem Arztbesuch ab dem ersten Tag und der gleichzeitigen Abschaffung der telefonischen Krankschreibung zu einer erheblichen Mehrbelastung der ambulanten Versorgung. Hausarztpraxen sind bereits stark ausgelastet. Zusätzliche Pflichtkontakte bei leichten Erkrankungen binden wertvolle Ressourcen, die für ernsthaft erkrankte Patientinnen und Patienten benötigt werden.

Fünftens erhöht insbesondere die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung das Infektionsrisiko. Leicht erkrankte Menschen würden gezwungen, Arztpraxen persönlich aufzusuchen und könnten dort andere Patientinnen und Patienten anstecken – gerade in der Erkältungs- und Grippesaison oder bei stark ansteckenden Magen-Darm-Infekt en ein vermeidbares Risiko.

Sechstens ist die Nutzen- und Lastenverteilung unausgewogen:

  • Arztpraxen tragen zusätzlichen Aufwand,
  • Krankenkassen müssen mehr Behandlungen finanzieren,
  • Beschäftigte werden stärker belastet,
  • und Arbeitgeber erhalten keinen echten Zusatznutzen gegenüber der bestehenden Rechtslage.

Die telefonische Krankschreibung hat sich in der Praxis bewährt: Sie entlastet Praxen, reduziert Infektionsrisiken und ermöglicht eine unkomplizierte Versorgung bei leichten Erkrankungen. Ihre Abschaffung wäre ein Rückschritt.

Wir setzen uns daher für eine Gesundheitspolitik ein, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, die Versorgung effizient organisiert und unnötige Belastungen für alle Beteiligten vermeidet.

Thank you so much for your support, Gabi Abbenseth, Benningen am Neckar
Question to the initiator

Petition details

Petition started: 07/02/2026
Collection ends: 01/01/2027
Region: Germany
Topic: Health

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News

Die geplante Reform erreicht das Gegenteil dessen, was sie will: reale Krankheiten + Krankentage werden steigen. Die sehr vielen, die aus Pflichtgefühl oder weil sie gebraucht werden jetzt bisher nach 1-2 Krrankheitstagen noch krank wieder voll arbeiten, werden nicht mitgerechnet. Ausserdem werden einige zusätzliche Ansteckungsgelegenheiten geschaffen und Hausarztpraxen mit Patienten verstopft, die nur 2 bis 3 Tage Bettruhe aber keine ärztliche Hilfe brauchen.

Gegen diese Petition spricht, dass es nach wie vor möglich ist, andere Regelungen zu vereinbaren aber es soll erschwert werden, dass sich Menschen auf Kosten der Kollegen immer wieder freie Tage gönnen können, obwohl nicht wirklich Krankheit vorliegt. Es war bisher zu einfach, da konnte nicht jeder widerstehen. Das leichtfertige Fernbleiben vom Arbeitsplatz soll nun endlich etwas erschwert werden und das befürworte ich sehr. Ich musste nämlich jahrelang für angeblich Kranke mitarbeiten!

Why people sign

Ich bin gegen die ganze Krankenreform

E. Peter

Menschen die in dieser Branche arbeiten sowie das komplette Gesundheitssystem sind eh schon extrem belastet. Ein durchsetzen dieses Gesetzes würde die Situation für Ärzte noch verschlimmern.
Und Menschen die wirklich ärztliche Hilfe brauchen müssten noch länger auf Termine warten. Wir zahlen viel Geld dafür Krankenversichert zu sind und müssen teilweise Monate lang auf Termine oder Behandlungen warten, wenn wir diese dringend benötigen. Dieses Gesetz würde die Situation nur noch schlimmer machen. . Um einen Missbrauch zu vermeiden könnte man besser bei häufigen Krankschreibungen eine Gesundheitsprüfung machen oder ähnliches.

Da es mich persönlich ebenfalls betrifft. Und diese Entscheidung nur zu mehr Problemen führt.

Um die Arztpraxen nicht unnötig zu überlassen und die Kollegen am Arbeitsplatz zu schützen

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