Petition richtet sich an:
Bürgermeister Kai Uwe Tietz
Die Bürgerinitiative Grube Carl fordert die Stadt Frechen und die Stadtentwicklungsgesellschaft der Stadt Frechen zum Stopp der aktuellen Planung des Neubaugebiets Grube Carl auf.
Die aktuell geplante Bebauung zielt auf ein Ausmaß ab, welches in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Weder der angebliche Bedarf von 1300 Wohneinheiten für die Stadt Frechen ist nachvollziehbar, noch ist in Zeiten des voranschreitenden Klimawandels eine Versigelung von 17 Hektar unbebauter Fläche zu rechtfertigen.
Die zu erwartende Zunahme des durch die Bebauung aufkommenden Verkehrs wird zu einer Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner in Form von Lärm, Abgas- Emission und Gefahrenstellen für Kinder- nicht nur auf Grube Carl, sondern auch im Bereich der Rosmarstraße und der Dürener Straße. Da Frechen schon jetzt eine der meist versiegelten Städte in NRW ist, werden die Auswirkungen der Bebauung auch durch mangelnde Kühlung der Frechener Innnenstadt aufgrund der nachlassenden Frischluftzufuhr über Grube Carl haben.
Die geplante Bebauung fügt sich in keinster Weise in die umgebende Bebauung ein. 60m lange und bis zu 5- geschossige Bauweise sind gerade im Angesicht der beiden Baudenkmäler Wasserturm und der umgebauten Fabrik Grube Carl nicht vertretbar.
Wir fordern die SEG und die Stadt Frechen auf alternative potentielle Baugebiete wie Wachtberg zu prüfen und die Bebauung der laufenden/ geplanten Baumaßnahmen Habbelrath und Rhenania abzuwarten, ob diese ausreichend für den Wohnungsbedarf sind.
Begründung
Es fehlt an einer notwendigen schlüssigen und nachvollziehbaren Begründung und entsprechender Notwendigkeit für die Bebauung.
- Es gibt keine deutliche Zunahme der Bevölkerung in Frechen (Quelle: https://www.stadt-frechen.de/vv/produkte/amtsblatt.php 1. Nachtragssatzung für das Haushaltsjahr 2025, Abschnitt B. 1, S. 6).
- Das Verkehrskonzept inclusive unzureichender Zufahrtstraßen ist spitz auf Knopf genäht und somit immer nah am Kollaps zu den Spitzenzeiten, wenn min. 400 Autos pro Stunde zusätzlich über die Straßen Zur Grube Carl, Zum Bellerhammer, Grefrather Weg, Danziger Straße und die Rosmarstraße fahren.
- Die geplante massive Bebauung der Grube Carl zerstört unwiderbringlich 17 Hektar wertvoller Natur-, Acker- und Naherholungsflächen am Stadtrand von Frechen. Es werden Grün- und Ackerflächen vernichtet, während an anderer Stelle von der Stadt zur Entsiegelgung aufgerufen wird. Lebens- und Rückzugsraum von Wild und Singvögeln wird unwiderbringlich zerstört. Weitere Versiegelung ohne die Inbetrachtnahme schon endgültig versiegelte Flächen zu Wohnzwecken zu nutzen (z.B. das Areal Wachtberg), wird das Klima der Innenstadt weiter verschlechtern. (Quelle: https://www.duh.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/hitze-check-2026-der-deutschen-umwelthilfe-fast-eine-million-baeume-aus-deutschen-staedten-verschwund/ Hitzecheck 2026 DUH e.V.)
"Wenn sich dieser Trend fortsetzt, leben wir in wenigen Jahren in menschenfeindlichen Betonwüsten." - Barbara Metz, Deutsche Umwelthilfe
Wir befürchten dass die Stadt Frechen dieses Mammut- Projekt aus gewinnbringenden Gründen unbedingt durchsetzen möchte ohne bestehende Alternativen zu prüfen, um die die desolate Haushaltssituation aufzubessern.
Der attraktive Stadtteil muss in seiner Form erhalten bleiben