Pflege braucht Fürsorge-Schluss mit den strukturellen Fehlentwicklungen im Pflegesystem

Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

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  1. Gestartet 26.10.2026
  2. Sammlung noch > 5 Monate
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  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Wir fordern eine grundlegende Verbesserung der Pflege in Deutschland, eine bedarfsgerechte Finanzierung, menschenwürdige Versorgung ohne starre Zeitvorgaben, bessere Unterstützung pflegender Angehöriger und gesunde Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte. Alle Berufsgruppen-Pflege, Betreuung und Hauswirtschaft-müssen entsprechend ihrer Aufgaben und Kompetenzen anerkannt und eingesetzt werden. Gute Pflege braucht Strukturen, die Fürsorge ermöglichen.

Begründung

Ich bin seit vielen Jahren examinierte Pflegefachkraft und arbeite in der ambulanten Pflege. Zuvor war ich auch in der Betreuung tätig. dadurch kenne ich die unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen beider Bereiche aus eigener beruflicher Erfahrung.

Ich starte diese Petition, weil ich über viele Jahre erlebt habe, wie schwierig es unter den bestehenden Rahmenbedingungen sein kann. Den eigenen fachlichen und menschlichen Ansprüchen an gute Versorgung gerecht zu werden. Mir geht es nicht darum, einzelne Arbeitgeber oder Berufsgruppen zu verurteilen. Viele Menschen leisten täglich engagierte und wertvolle Arbeit. Doch persönliches Engagement allein kann strukturelle Probleme nicht dauerhaft ausgleichen.

GUTE PFLEGE BRAUCHT MEHR ALS ENGAGIERTE MENSCHEN. SIE BRAUCHT EIN SYSTEM; DAS GUTE PFLEGE ERMÖGLICHT.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Ende 2023 knapp 5,7 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. 86% wurden Zuhause versorgt. Millionen Menschen sind damit auf die Unterstützung durch Angehörige, ambulante Pflege- und Betreuungsdienste sowie weitere helfende Berufsgruppen angewiesen.

Gleichzeitig dürfen Hauswirtschaft und Betreuung nicht als bloßer Ersatz für fehlende Pflegefachkäfte betrachtet werden. Diese Berufsbereiche leisten einen eigenständigen und wichtigen Beitrag zur Lebensqualität und Versorgung. Ihre Kompetenzen müssen anerkannt und sinnvoll eingebunden werden. Gute Versorgung entsteht durch Zusammenarbeit, klare Zuständigkeiten und gegenseitige Wertschätzung. Auch pflegende Angehörige benötigen rechtzeitig Unterstützung. Sie dürfen nicht erst dann Hilfe erhalten, wenn sie selbst erschöpft oder krank geworden sind. Ebenso brauchen Pflegekräfte Arbeitsbedingungen, unter denen sie ihre Gesundheit schützen und ihren Beruf langfristig ausüben können.

Werden erfahrene Pflegekräfte aufgrund körperlicher Belastungen aus dem Beruf gedrängt, obwohl sie ihr Wissen bspw. in Beratung, Koordination, Qualitätssicherung, oder Medikamentenorganisation weiterhin einbringen könnten, gehen wertvolle Kompetenzen verloren. Weiterbildung allein reicht nicht, wenn anschließend keine geeigneten und finanzierten Arbeitsplätze vorhanden sind.

Die aktuelle Debatte über die Neuordnung der Pflegeversicherung zeigt, dass Finanzierung, häusliche Versorgung und die Unterstützung Angehöriger politische Herausforderungen sind. Der im September 2026 vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzesentwurf macht deutlich, dass weitere Veränderungen bevorstehen. Gerade deshalb müssen die Erfahrungen der Menschen berücksichtigt werden, die Pflegebedürftige versorgen oder beruflich in der Pflege arbeiten.

Ich fordere keine unbegrenzten finanziellen Mittel. Ich fordere eine sachliche, langfiristige und am tatsächlichen Bedarf orientierte Gestaltung der Pflege. Notwendige Pflegeleistungen, Prävention, Zusammenarbeit und die Gesundheit der Beschäftigten müssen bei politisch und finanziellen Entscheidungen angemessen berücksichtigt werden.

Die Würde des pflegebedürftigen Menschen darf nicht hinter Zeitvorgaben und wirtschaftlichen Zwängen zurückstehen. Gleichzeitig darf von Pflegekräften nicht dauerhaft erwartet werden, dass sie strukturelle Mängel durch persönlichen Einsatz ausgleichen.

EINE PFLEGESYSTEM, DASS FÜRSORGE ERMÖGLICHEN SOLL, MUSS SELBST FÜRSORGLICH MIT DEN MENSCHEN UMGEHEN, DIE ES TRAGEN.

Ich möchte mit dieser Petition dazu beitragen, dass die strukturellen Probleme der Pflege stärker wahrgenommen und konkrete Verbesserungen auf den Weg gebracht werden. Pflege betrifft uns alle-als Pflegebedürftige, Angehörige, Beschäftigte oder Menschen, die eines Tages selbst auf Unterstützung angewiesen sein können. die aktuelle Pflegereform droht jedoch, statt für mehr Klarheit und Entlastung zu sorgen, zusätzliche Unruhe und Unsicherheit in ein ohnehin belastetes System zu bringen. Deshalb müssen die offenen Fragen schnell, transparent und unter Einbeziehung der Praxis geklärt werden. Die Pflegedienste brauchen jetzt eine schnelle Entscheidung und klare, verständliche Vorgaben, damit sie wissen, wie sie sich verhalten, ihre Mitarbeitenden unter Berücksichtigung ihrer Qualifikation, einsetzen und die Versorgung unter den neuen Bedingungen sicherstellen sollen. Sie dürfen nicht gezwungen sein, auf Grundlage von Unsicherheiten hinsichtlich der Reform, zu planen oder Entscheidungen zu treffen, deren rechtliche oder tatsächliche Grundlage sich später noch ändern könnte. Nur so kann eine Reform entstehen , die nicht neue Unsicherheit schafft, sondern die Versorgung tatsächlich verbessert und den Menschen in der Pflege eine verlässliche Perspektive gibt.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Astrid Heußner, Bottrop
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 26.10.2026
Sammlung endet: 25.04.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Gesundheit

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Warum Menschen unterschreiben

Weil Pflege ein wichtiger Bestandteil unserer Gesellschaft ist

Elke Bartoszewicz

Damit sich in der Pflege was von Grund auf verändert. Die würde des Menschen ist unantastbar, dass sehe ich aber aktuell einfach nicht!!! Die Regierung sollte sich schämen, so mit den Menschen umzugehen, die unser Land wieder aufgebaut haben!!!

Um Menschen in Würde und Professionell versorgen zu können

Damit alles so bleibt bei der Pflege zuhause ...das ist wichtig für Angehörige und der Pflegeperson

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