38 Unterschriften
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag, Bundesministerium für Gesundheit, Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie die Mitglieder der Bundesregierung, die an Entscheidungen zur Pflegepolitik, den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger
Wir fordern die Bundesregierung auf, die Tariftreue in der Pflege beizubehalten, die Rentenansprüche pflegender Angehöriger nicht zu verschlechtern und die bestehende 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt zu erhalten.
Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Familien dürfen nicht weiter belastet werden. Statt Rückschritten braucht Deutschland faire Bezahlung in der Pflege, eine verlässliche soziale Absicherung für pflegende Angehörige und Schutz vor zusätzlichen finanziellen Belastungen durch Pflegekosten.
Wir fordern:
- Erhalt der Tariftreue in der Pflege
- Keine Kürzungen bei den Rentenansprüchen pflegender Angehöriger
- Erhalt der 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt
- Maßnahmen gegen den Pflegekräftemangel
- Mehr Anerkennung und bessere Rahmenbedingungen für alle Menschen, die Pflege leisten
Begründung
Ich bin selbst Pflegefachkraft und habe viele Jahre in einer Einrichtung gearbeitet, die nicht tarifgebunden war. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie es sich anfühlt, täglich Verantwortung für Menschen zu übernehmen, körperlich und emotional an die eigenen Grenzen zu gehen und dabei das Gefühl zu haben, dass die eigene Arbeit nicht die Anerkennung erhält, die sie verdient.
Die Einführung der Tariftreue war für viele Pflegekräfte ein wichtiger Schritt. Viele von uns haben jahrelang dafür gekämpft, dass Pflegearbeit fair bezahlt wird und der Beruf endlich die Wertschätzung erhält, die ihm zusteht. Die nun diskutierte Aussetzung dieser Regelung sendet jedoch das falsche Signal und fühlt sich für viele Pflegekräfte wie ein Rückschritt an.
Solche politischen Entscheidungen vermitteln das Gefühl, dass von Pflegekräften zwar jederzeit Einsatz, Verantwortung und Flexibilität erwartet werden, ihre faire Bezahlung jedoch immer wieder infrage gestellt werden kann. Viele von uns fühlen sich dadurch nicht wertgeschätzt, sondern ausgenutzt. Und ich bin überzeugt, dass ich mit diesem Gefühl für sehr viele Pflegekräfte in Deutschland spreche.
Gleichzeitig stehen auch pflegende Angehörige vor neuen Belastungen. Millionen Menschen pflegen ihre Angehörigen zu Hause und entlasten damit unser Gesundheitssystem jeden Tag erheblich. Ohne ihren Einsatz würde die Versorgung vieler Pflegebedürftiger nicht funktionieren. Trotzdem sollen ausgerechnet ihre Rentenansprüche verschlechtert werden.
Hinzu kommt die Sorge, dass die bestehende 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt wieder abgesenkt werden könnte. Diese Regelung schützt Familien davor, durch die Pflege ihrer Eltern zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Pflege darf nicht dazu führen, dass Angehörige Angst vor existenziellen Belastungen haben müssen.
Schon heute spüren wir den Pflegekräftemangel deutlich. Viele Kolleginnen und Kollegen verlassen den Beruf, weil die Belastung zu hoch und die Anerkennung zu gering ist. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger Menschen für eine Ausbildung in der Pflege. Wer die Tariftreue schwächt, pflegende Angehörige schlechter absichert und Familien stärker belastet, verschärft diese Probleme weiter.
In vielen anderen Ländern werden Pflegekräfte und pflegende Angehörige deutlich stärker anerkannt. Dort versteht man, dass Pflege keine Belastung für die Gesellschaft ist, sondern eine ihrer wichtigsten Säulen. In Deutschland hingegen entsteht immer wieder der Eindruck, dass diejenigen, die täglich Verantwortung für andere Menschen übernehmen, um jede Form von Anerkennung kämpfen müssen.
Pflegekräfte und pflegende Angehörige tragen jeden Tag dazu bei, dass Menschen würdevoll leben können. Sie verdienen Respekt, Anerkennung und verlässliche politische Entscheidungen.
Deshalb fordern wir den Erhalt der Tariftreue in der Pflege, den Schutz der Rentenansprüche pflegender Angehöriger, den Erhalt der 100.000-Euro-Grenze beim Elternunterhalt und eine Politik, die den Wert der Pflege endlich ernst nimmt.
Pflege darf nicht auf dem Rücken von Pflegekräften, pflegenden Angehörigen und ihren Familien finanziert werden.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
09.06.2026
Sammlung endet:
08.12.2026
Region:
Deutschland
Kategorie:
Soziales
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Wir leben als Gesellschaft von dem sozialen Miteinander. Bricht das weg, weil niemand es sich mehr leisten kann zu pflegen, geraten wir immer tiefer in menschenunwürdige Zustände. Diese Verantwortung obliegt der Politik und den Politikern. Nehmen Sie Ihre Verantwortung ernst !