Petition addressed to:
Sächsischer Landtag Petitionsausschuss
Hilfe für Post-Covid-, ME/CFS- und Post-Vac-Betroffene in Sachsen!
Die Versorgungslage der Betroffenen von Post-Covid, ME/CFS und Post-Vac in Sachsen ist nach wie vor prekär. Die Kenntnisse zu den Krankheitsbildern sind bei vielen Ärzten, Therapeuten und medizinischem Personal mangelhaft. Die wenigen Spezialambulanzen sind überlastet, häufig zugangsbeschränkt und bieten keine Behandlungsoptionen an. Die zuständigen Behörden berücksichtigen die Schwere der Erkrankung bei der Gewährung von Sozialleistungen nicht angemessen.
Wir fordern daher für Sachsen:
Aufklärungs- und Sensibilisierungskampagnen insbesondere für Sozialleistungsträger, Versorgungsämter, Arbeitgeber und Schulen
Fort- und Weiterbildung von Ärzten, Therapeuten und Pflegepersonal
Auf- und Ausbau der Post-Covid-Ambulanzen alsinterdisziplinäre Kompetenzzentren mit Diagnose und Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen
Umsetzung der G-BA-Richtlinie über die Versorgung von Patienten mit Post-Covid, ME/CFS und Post-Vac
Telemedizin, Hausbesuche und Palliativversorgung für Schwer(st)betroffene
Soziale Absicherung durch angemessene Anerkennung bei Pflegegrad, Grad der Behinderung und Erwerbsminderungsrente
Teilhabe und Integration von Betroffenen in Schule, Ausbildung, Studium und Arbeitsmarkt durch Anpassungsmaßnahmen im jeweiligen Umfeld
Ausbau und Vernetzung der biomedizinischen Forschung zu Krankheitsursachen und Therapien
Durchführung klinischer Studien
Systematische Erfassungder Fallzahlen
Reason
Post-Covid, ME/CFS (Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom) und Post-Vac sind komplexe neuroimmunologische und multisystemische Erkrankungen.
Die Betroffenen leiden unter vielfältigen Symptomen wie dauerhafter Erschöpfung, neurokognitiven Defiziten, chronischen Schmerzen, orthostatischer Intoleranz undpost-exertioneller Malaise (PEM), was als eine Verschlechterung der Symptomatik bereits nach geringfügiger körperlicher und/oder geistiger Anstrengung definiert ist.
In vielen Fällen verläuft die Krankheit chronisch und führt zu gravierenden Einschränkungen im Arbeits- und Sozialleben. Etwa 60 % der Erkrankten sind nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig, 25 % können das Haus nicht mehr verlassen. Schwer Betroffene sind bettlägerig und pflegebedürftig [1, 2].
Entsprechend bevölkerungsbasierten Studien liegt die Prävalenz von Post-Covid bei 5-10 % der Infizierten [3]. Das entspricht bei einer Infektionsrate mit Covid-19 von 50 % [4] mindestens 100.000 Betroffenen in Sachsen. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl an Post-Vac-Fällen. Bei etwa 30 % der Betroffenen chronifizieren die Symptome und halten (mindestens) zwei Jahre an [5].
Rund 10-20 % der Post-Covid-Fälle entwickeln die schwerste Form von Post-Covid: ME/CFS [2]. Zusammen mit den 8.000 präpandemisch Erkrankten [6] ist somit von etwa 18.000 ME/CFS-Betroffenen in Sachsen auszugehen.
Trotz der hohen Zahl an Betroffenen sind weder das Post-Covid-, Post-Vac-Syndrom noch ME/CFS bisher ausreichend erforscht. Ursächliche Behandlungen fehlen daher bis heute gänzlich. Es gibt derzeit keine Heilung und keine zugelassenen Medikamente und Therapien.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Petition,
es gibt Neuigkeiten zur Petition von NichtGenesen Sachsen, die wir im September 2025 im Sächsischen Landtag eingereicht hatten.
Am 20. Januar 2026 wurden Vertreterinnen unserer Patienteninitiative in den Petitionsausschuss des Sächsischen Landtages eingeladen. Im Rahmen dieser Anhörung konnten wir unsere Forderungen vor Abgeordneten und Vertretern der zuständigen Ministerien ausführlicher erläutern.
Als Patienteninitiative NichtGenesen Sachsen fühlten wir uns endlich gehört. Der sichtlich offene Austausch gibt uns Hoffnung auf konkrete Verbesserungen in Versorgung, Forschung und sozialer Absicherung von Menschen mit Long- bzw. Post-COVID, ME/CFS, Post-Vac-Syndrom sowie weiteren postakuten Infektionssyndromen.
Im Rahmen der Anhörung und durch ergänzend eingereichte Unterlagen haben wir unter anderem folgende Forderungen bekräftigt:
- Aufbau interdisziplinärer Versorgungszentren für Long-COVID-, ME/CFS- und Post-Vac-Betroffene in Sachsen,
- Einrichtung eines regelmäßig tagenden Runden Tisches, an dem alle beteiligten Institutionen und Behörden gemeinsam Lösungen erarbeiten,
- schnellstmögliche Aufnahme von Long-COVID, ME/CFS und Post-Vac in die Verordnungstabelle zum Grad der Behinderung (GdB),
- Bereitstellung von Landesmitteln für die biomedizinische Forschung und die Durchführung von klinischen Studien,
- verpflichtende Amtsärzte- und Gutachter-Fortbildung,
- Bereitstellung der Long-COVID-Richtlinie (AWMF/GBA) in Arztpraxen,
- Einrichtung einer Clearingstelle für Post-Vac Betroffene,
- Aufnahme der Krankheitsbilder in die Handreichung “Chronisch kranke Schüler im Schulalltag“ des Sächsischen Kultusministeriums.
Darüber hinaus haben wir auf positive Beispiele aus anderen Bundesländern hingewiesen. Dort wurden bereits spezialisierte Ambulanzen eingerichtet, Forschungsprojekte gestartet, Beratungsangebote geschaffen oder Fortbildungen für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte angeboten.
Nun hoffen wir, dass unsere Vorschläge aufgegriffen und konkrete Schritte eingeleitet werden.
Wir bleiben im Austausch mit den Verantwortlichen und informieren über weitere Entwicklungen. Eine offiziell Beantwortung der Petition steht noch aus.
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Das Team von NichtGenesen Sachsen
P.S. Wer unsere Arbeit unterstützen, sich vernetzen oder bei kommenden Schritten und Aktionen mitwirken möchte, ist herzlich eingeladen, Kontakt mit uns aufzunehmen über info-sachsen@nichtgenesen.org.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer unserer Petition an den sächsischen Landtag,
es gibt wichtige Neuigkeiten, die wir mit euch teilen wollen.
Während der Petitionsausschuss bei der Staatsregierung eine Stellungnahme zu unserer Petition angefordert hat und diese nun prüft, wurde am 24. November 2025 ein fraktionsübergreifender Antrag im Landtag eingereicht.
Die Fraktionen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU, SPD und Die Linke beantragen mit diesem Antrag die "Unterstützung für Betroffene – für eine bessere Versorgung bei Long /Post-COVID, ME/CFS und Impfkomplikationen nach einer COVID-19 Schutzimpfung".
Den Antrag ist abrufbar unter:
https://edas.landtag.sachsen.de/redas/download?datei_id=45985
Er wird bereits am Mittwoch, dem 3. Dezember 2025, im Landtag behandelt unter Tagesordnungspunkt 7:
https://www.landtag.sachsen.de/de/aktuelles/sitzungskalender/sitzung/2479?dateForBacklink=01.12.2025#agenda
Der Landtag überträgt die Sitzung ab 10 Uhr im Livestream:
https://www.landtag.sachsen.de/de/mediathek-und-publikationen/videos/liveuebertragung/index.cshtml
Die Sächsische Zeitung berichtet heute, dass die Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) den Vorstoß unterstützt. Die Ministerin sieht danach in dem parteiübergreifenden Antrag „ein sichtbares Zeichen, dass wir gemeinsam nach Lösungen im Sinne der Betroffenen suchen“.
Bereits am 13. November hatte das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die Nationale Dekade gegen postinfektiöse Erkrankungen ausgerufen. Bis 2036 werden 500 Millionen Euro für die Erforschung dieser Erkrankungen zur Verfügung gestellt.
Weil ich seit 11/23 selbst betroffen bin. Mein Energiehaushalt liegt bei ca. 35%. Täglich Schmerzen und weitere Symptome. Ich fühle mich nicht gesehen, nicht verstanden und nicht versorgt. Ich möchte wieder am Leben teilnehmen. Jeder kann zukünftig durch eine Viruserkrankung das gleiche Schicksal erleiden, daher muss jetzt etwas passieren.
Der allergrößte Teil des sogenannten postcovid dürfte psychopathologische Hintergründe haben!Die ganze Pandemie war u d ist erfunden!Die Drangsal durch Grundrechteentzug,die den Menschen wiederfahren ist und weiterbetrieben wird ist kriminell und sollte nicht nur vollständig aufgeklärt sondern auch bestraft werden!
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