3 Unterschriften
Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Wir fordern daher:
1. Keine einseitige Anhebung des Rentenalters, solange nicht eine verlässliche, individuelle und planbare Absicherung für alle Beitragszahler besteht.
2. Fair gestaltete Lebensarbeitszeit, bei der alle dieselbe Gesamtarbeitszeit leisten – unabhängig von späteren Berufseintritten, Auslandsaufenthalten oder Elternzeiten.
3. Transparenz und Sicherheit bei allen Entscheidungen, die die Rentenfinanzierung betreffen, um langfristiges Vertrauen in die Rentenversicherung zu gewährleisten.
4. Prüfung von Alternativen, z. B. individuelle Auszahlungen der eingezahlten Beiträge, die Eigenverantwortung stärken und die Belastung gerecht verteilen.
Die Sicherung der Rente ist eine Frage von Fairness, Generationengerechtigkeit und Verlässlichkeit staatlicher Regelungen. Wir rufen die politischen Entscheidungsträger auf, die Rechte derjenigen zu wahren, die bereits in die Rentenkasse eingezahlt haben, und die Lebensarbeitszeit gerecht und transparent zu gestalten.
Begründung
Die aktuelle Debatte über das Rentenalter betrifft nicht nur die zukünftige Generation, sondern insbesondere die Menschen, die bereits jahrzehntelang in den Arbeitsmarkt eingebracht haben. Viele junge Menschen beginnen ihr Erwerbsleben heute deutlich später als frühere Generationen – oft erst mit 25 oder 30 Jahren. Um dennoch die gleiche Lebensarbeitszeit zu erreichen, wird von der älteren Generation verlangt, länger zu arbeiten, während die jungen Menschen trotzdem ihre Rente später beziehen möchten. Dies ist keine Frage der „Mehrarbeit“, sondern eine Verschiebung der Belastung auf diejenigen, die bereits früh in die Erwerbstätigkeit eingetreten sind.
Die gesetzliche Rentenversicherung arbeitet nach dem Umlageverfahren: Die Beiträge der aktuell Erwerbstätigen werden unmittelbar für die Rentenzahlungen der derzeitigen Rentner verwendet. Es existiert kein persönliches Sparschwein, in dem das eigene Geld angespart und garantiert später ausgezahlt wird. Wer heute länger arbeitet oder mehr einzahlt, sichert primär die Renten der aktuellen Generation, nicht die eigene zukünftige Absicherung.
Eine mögliche Alternative, die die Ungerechtigkeit verdeutlicht, wäre die individuelle Auszahlung der eingezahlten Beiträge. Wer z. B. 150.000 € in die Rentenkasse eingezahlt hat, könnte diese Summe selbst verwalten und anlegen, um für das eigene Alter vorzusorgen. Dies würde Transparenz schaffen und verhindern, dass ältere Generationen die Last für jüngere tragen, die selbst später in das Erwerbsleben eintreten.
Die Rente ist zudem nicht vererbbar: Stirbt jemand früher, gehen die Beiträge verloren. Zusammen mit der Verschiebung der Lebensarbeitszeit auf ältere Beschäftigte entsteht dadurch eine doppelte Belastung: Mehr einzahlen, länger arbeiten, gleichzeitig unsichere Leistungen beziehen.
Darüber hinaus zeigt sich, dass politische Entscheidungen zum Rentenalter häufig durch kurzfristige Wahlüberlegungen beeinflusst werden. Die Aussagekraft solcher Maßnahmen wird dadurch begrenzt: Sie dienen nicht primär der langfristigen Absicherung, sondern spiegeln politische Strategie wider, um Zustimmung in bestimmten Bevölkerungsgruppen zu gewinnen. Dies untergräbt das Vertrauen in die Verbindlichkeit staatlicher Zusagen und schafft Unsicherheit für Menschen, die ihre Lebensplanung auf bestehende Regelungen stützen.
Umfragen zeigen, dass viele junge Menschen noch keine feste Vorstellung davon haben, ob sie tatsächlich 40 Jahre arbeiten oder bis 70 im Erwerbsleben bleiben wollen. Einige bevorzugen alternative Modelle wie höhere Beiträge, um frühere Renteneintritte für andere zu ermöglichen, während sie selbst flexibel bleiben wollen. Es ist also nicht klar, dass die junge Generation die geforderte Lebensarbeitszeit selbst erfüllen wird. Gleichzeitig setzen viele junge Menschen ihre Rechte zunehmend durch und fordern weniger Belastung, höhere Flexibilität und individuelle Absicherung. Dies hat zur Folge, dass die ältere Generation bereits erbrachte Leistungen erneut tragen muss, um die Lebensarbeitszeit „auszugleichen“.
Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bereits im oberen Bereich der Lebensarbeitszeit. Eine weitere pauschale Verschiebung des Rentenalters oder der Arbeitsjahre ist daher besonders kritisch zu bewerten. Viele ältere Beschäftigte sind körperlich oder psychisch nicht in der Lage, die zusätzlichen Arbeitsjahre zu leisten, während die jungen Generationen weiterhin flexibel bleiben können.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
04.01.2026
Sammlung endet:
03.07.2026
Region:
Deutschland
Kategorie:
Soziales
Übersetzen Sie jetzt diese Petition
Neue SprachversionWerkzeuge für die Verbreitung der Petition.
Sie haben eine eigene Webseite, einen Blog oder ein ganzes Webportal? Werden Sie zum Fürsprecher und Multiplikator für diese Petition. Wir haben die Banner, Widgets und API (Schnittstelle) zum Einbinden auf Ihren Seiten. Zu den Werkzeugen