Das Kulturministerium des Landes Niedersachsen hat den kommunalen Theatern zum teilweisen Ausgleich der Versäumnisse der vergangenen Jahre eine dauerhafte Erhöhung der Förderung von 6 Millionen Euro zugesagt. Der errechnete Bedarf der Theater liegt bei mindestens 9 Millionen Euro. Doch selbst die 6 Millionen Euro sind vom Finanzminister des Landes ohne den Hauch einer substantiellen Begründung wieder aus dem Haushaltsentwurf gestrichen worden. Dabei steht Niedersachsen bei den öffentlichen Ausgaben für Kultur im Ländervergleich je Einwohner ohnehin schon an drittletzter Stelle.

#rettedeintheater Weil der Haushalt demnächst beschlossen wird, haben das Ensemble und die Mitarbeiterinnen des Deutschen Theaters Göttingen die Aktion #rettedeintheater - KEINE KULTURWÜSTE IN NIEDERSACHSEN ins Leben gerufen und bereits viel Unterstützung von Seiten der ZuschauerInnen erfahren. (Bilder von der Fotoaktion finden sie hier: https://rettedeintheater.tumblr.com/)

GEIZ IST NICHT GEIL Die Zeit drängt! NRW, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen haben die Mittel für ihre Theater in Anerkennung der existentiellen Notwendigkeit substantiell erhöht. Es darf nicht sein, dass die kulturellen Einrichtungen in Niedersachsen abgehängt werden. Unterstützen Sie einen Kurswechsel der Niedersächsischen Kulturpolitik und fordern Sie zusammen mit uns und unseren Zuschauer*innen die langfristige Erhöhung der Fördermittel des Landes für alle seine Theater! Es hängt auch von Ihnen ab, ob die kulturelle Landschaft Niedersachsens in Zukunft neben den anderen Bundesländern bestehen und einer demokratischen, offenen und toleranten Gesellschaft den Rücken stärken kann! Für eine finanzpolitische Entscheidung im Sinne des Erhalts von kultureller Vielfalt und der kritischer Solidarität!

Begründung

THEATER SIND ERFAHRUNGSRÄUME DER DEMOKRATIE Weil in Theatern wie nirgendwo sonst konträre Ansätze, Aussagen und Ausdrucksformen nebeneinander existieren und aufeinanderprallen können, ohne dass man sich deswegen die Fresse einschlägt. Weil im Theater alle Menschen im Zuschauerraum willkommen sind, direkt aufeinandertreffen und miteinander kommunizieren.

WIR BRAUCHEN THEATER, GERADE JETZT. Die Gegner*innen der liberalen Gesellschaft haben längst begriffen, wie wichtig die Theater als Symbol einer offenen, pluralistischen Gesellschaft sind. Das kann man in Polen, in Ungarn, in Russland besichtigen – und im Wahlprogramm der AfD. Wer Demokratie und Zivilgesellschaft stärken möchte, muss die Theater, die Lehranstalten der Pluralität, stärken. Gerade jetzt. Es ist Zeit, dass nicht nur die Gegner einer offenen Gesellschaft erkennen, wie zentral Theater für sie sind, sondern auch ihre Protagonisten.

WIR BRAUCHEN POSITIVE RÄUME DER AUSEINANDERSETZUNG Räume der Neugier, Offenheit, Toleranz und Lust – gegen die Besetzung des öffentlichen Raumes durch die Agitatoren der Angst und des Hasses.

MEHR GELD MEHR ZEIT MEHR KUNST Zeichensetzende Mehrinvestition des Landes in seine kulturellen Einrichtungen sind jetzt nötig, um:

  • der großen Nachfrage im theaterpädagogischen Bereich weiterhin nachkommen zu können
  • den Kontakt zur jungen Generation auszubauen und sie kreativ zur Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen zu ermuntern
  • Schulkooperation aufrechtzuerhalten und betreuen zu können
  • verstärkt integrativ tätig zu sein
  • den Mitarbeiter*Innen trotz kontinuierlich steigender Fixkosten faire Bezahlung und soziale Arbeitsbedingungen zu bieten
  • tagespolitische Zusatzformate wie Gesprächsforen und Diskussionrunden kostenlos für alle anbieten zu können
  • den Anschluss an zeitgemäße ästhetische Formen und die Digitalisierung nicht zu verlieren, weil die Kosten für moderne Technik und künstlerische Ausstattung steigen und mit der bisherigen Förderung nicht mehr zu bezahlen sind
  • abwechslungsreiche Spielpläne unabhängig und nach künstlerischen Kriterien ausrichten zu können

DAS SAGTE DIE DIE BEAUFTRAGTE DER BUNDESREGIERUNG FÜR KULTUR UND MEDIEN (BKM), MONIKA GRÜTTERS, 2017 BEI DER PREISVERLEIHUNG DES DURCH SIE EINGEFÜHRTEN "ERMUTIGUNGSPREIS" FÜR KLEINE THEATER: Theater reflektieren, was Menschen bewegt und umtreibt; sie verhandeln Konflikte, die in der Gesellschaft gären und die zwischen verhärteten Fronten argumentativ oft nicht mehr zu bewältigen sind. Was gerade die kleineren Bühnen, was gerade Theater fernab der Metropolen in diesem Sinne leisten, erfährt allerdings leider viel zu wenig Würdigung und Wertschätzung (...) Wie verheerend wäre es, wenn wir ausgerechnet auf unsere Theater verzichten müssten in der Auseinandersetzung mit Populismus, Rassismus und Nationalismus, oder allgemein gesprochen: mit Themen, die unsere Gesellschaft zu spalten drohen.

ZITAT AUS DER KOALITIONSVEREINBARUNG DER NIEDERSÄCHSISCHEN LANDESREGIERUNG: - Professionell wie ehrenamtlich geführte Kultureinrichtungen und -initiativen (...) müssen sich neuen Herausforderungen wie der Digitalisierung und der Integration stellen. Dafür benötigen sie die Unterstützung des Landes. - Das Investitionsprogramm für kleine und mittlere Kultureinrichtungen und Museen soll erhöht werden. - Die kommunalen Theater, die freien Theater, die Amateurtheater, die Theaterpädagogik und die Soziokultur sind Garanten dafür, dass es kulturelle Vielfalt im Flächenland Niedersachsen gibt. Wir wollen sie stärker fördern.

WEITERFÜHRENDE LINKS:

„Diese Entwicklung wollen wir gemeinsam mit den kommunalen Trägern umkehren.“: www.medienservice.sachsen.de/medien/news/218392

Bei den öffentlichen Ausgaben für Kultur im Ländervergleich je Einwohner steht Niedersachsen bereits an drittletzter Stelle: www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Kultur/Kulturfinanzbericht1023002169004.pdf?__blob=publicationFile (Seite 36)

Presseartikel aus der Lüneburger Zeitung (Juni 2018): www.dropbox.com/s/t82nhcn9u7covnw/Info%20Theaterf%C3%B6rderung%20L%C3%BCneburg%203446_001.pdf?dl=0

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Aktionsbündnis #rettedeintheater aus Göttingen
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Warum Menschen unterschreiben

  • vor 17 Min.

    Theater schafft neue Perspektiven des Denkens , besonders wichtig , wenn eine Gesellschaft droht , die Grundprinzipien einer offenen demokratischen Gesellschaft in Frage zu stellen . Siehe Chemnitz !

  • vor 34 Min.

    weil Theater ohne Geld nicht sein kann! Und Theater ist wichtig für unsere Gesellschaft!

  • vor 50 Min.

    Ich bin nicht bereit, dieses Kulturgut aufzugeben.

  • Steven Wind Osnabrück

    vor 2 Std.

    Das Theater ist ein riesen Stück Kultur. Es muss einfach erhalten bleiben und gehört einfach zum kulturellen Dasein einer Stadt dazu.

  • vor 7 Std.

    Theater als die kulturelle Institution, die Menschen der unterschiedlichsten politischen Lager zusammen bringt, Konflikte/Misstände auf der Bühne (auch in anderen Formaten) künstlerisch verhandelt und sich mit diesen kritisch auseinandersetzt muss mehr gefördert werden! Es ist die Kulturinstitution, die durch Kunst Politik macht und aufklärt.

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