Petition addressed to:
Ortsgemeinde Bürgermeister Roland Thelen, Gemeinderat Rheinbreitbach, Verbandsgemeinde Unkel
Burg Steineck wurde 1885 im Stil des Historismus mit deutlichen neugotischen Elementen erbaut. Der markante Turm, die neugotische Statue der Heiligen Elisabeth und die charakteristische Gründerzeitarchitektur machen das Gebäude zu einem seltenen Zeugnis der Baukultur des späten 19. Jahrhunderts. Nach fast 140 Jahren ist Burg Steineck nicht nur ein altes Gebäude, sondern ein Stück gewachsene Ortsgeschichte. Ihre Einbettung in die Hanglandschaft des Rheintals und ihre lange Nutzung als Hotel, Erholungsheim und sozialer Begegnungsort verleihen ihr einen besonderen kulturellen Wert. Es stellt sich die Frage, warum ein solches Bauwerk – das in vielen Gemeinden längst unter Denkmalschutz stünde – hier ohne Schutzstatus dem Abriss preisgegeben werden soll.
Noch vor wenigen Jahren erwarb die Gemeinde Rheinbreitbach das Anwesen mit dem Ziel, dort eine Kita zu errichten – ein Plan, der später aufgegeben wurde.
Laut Protokoll der Gemeinderatssitzung vom 19.11.2025 gab es drei Kaufinteressenten für die Burg Steineck (TOP 4). Zwei Konzepte sahen die Sanierung und Nutzung als Mietwohnungen vor. Ein weiteres Konzept beinhaltete den Abriss der Bestandsimmobilie und den Bau von 20–24 Eigentumswohnungen. Der Gemeinderat beschloss, dieses Angebot (Bieter 2 / Variante 1) unter der Bedingung einer positiv beschiedenen Bauvoranfrage anzunehmen (Quelle)
Entscheidungen über ein Baukonzept dürfen jedoch nicht allein vom maximalen Erlös abhängig gemacht werden.
Historische Bedeutung, Einbettung ins Ortsbild, soziale Aspekte, ökologische Auswirkungen und Treibhausgasemissionen müssen ebenso berücksichtigt werden.
Wir verlieren nicht nur Steine – wir verlieren ein Stück von uns selbst.
Wir fordern daher:
1. Verbindlichen Schutz des historischen Gebäudeteils
Damit Rheinbreitbach nicht ein 140 Jahre altes, architektonisch bedeutendes Stück seiner Geschichte gegen eine Bebauung eintauscht, die ebenso gut in jeder anderen Stadt stehen könnte. Die Bewahrung von Burg Steineck bedeutet, das zu schützen, was unseren Ort unverwechselbar macht.
2. Stopp des Abrisses und Verzicht auf ein Luxuswohnungsprojekt
Statt eines Abrisses und eines überdimensionierten Luxusneubaus sollen Alternativen ernsthaft geprüft werden: Sanierung, kulturelle Nutzung, Mehrgenerationenprojekte oder nachhaltige Wohnformen, die dem tatsächlichen Bedarf der örtlichen Gemeinschaft entsprechen.
3. Umgehende Umweltverträglichkeitsprüfung
Ein Abriss verursacht erhebliche ökologische Schäden: Verlust von Lebensräumen, Eingriffe in die Hanglage, zusätzliche Versiegelung und die Freisetzung großer Mengen grauer Energie. Diese Energie müsste beim Neubau vollständig neu aufgewendet werden – ein ökologischer Rückschritt.
4. Rücksicht auf bestehende Verkehrsprobleme
In der Vergangenheit gab es bereits Einwände und Petitionen wegen der Verkehrsbelastung in Gebrüder‑Grimm‑Straße, Rheinblickstraße und Simrockstraße. Diese Engpässe müssen vor neuen Großprojekten ernsthaft berücksichtigt werden.
Wir stehen für eine Ortsentwicklung, die für alle Generationen sinnvoll ist. Für ein Rheinbreitbach, das seine Wurzeln schützt und seine Zukunft sichert: mit bezahlbarem Wohnraum und modernen, flexiblen, gemeinschaftlichen Wohnformen.
Sagen Sie Ja zu unserer Geschichte — und Nein zum Verlust der Burg Steineck.
Foto: Inna Averyanova
Diese Petition ist wichtig, weil der geplante Abriss der Burg Steineck ein historisches Gebäude aus dem Jahr 1885 sowie wertvolle Grünflächen und alten Baumbestand unwiederbringlich zerstören würde – zugunsten hochpreisigen Wohnraums, der den sozialen Bedürfnissen vor Ort nicht entspricht. Die Entscheidung betrifft nicht nur ein einzelnes Grundstück, sondern den zukünftigen Charakter von Rheinbreitbach insgesamt: den Umgang mit unserer Geschichte, unsere Verantwortung für Klima und Umwelt sowie eine nachhaltige Ortsentwicklung. Was einmal abgerissen ist, kann nicht wiederhergestellt werden. Die Petition fordert daher ein Innehalten, Transparenz und die ernsthafte Prüfung von Alternativen wie Sanierung, sozialem oder generationenübergreifendem Wohnen sowie umweltverträglichen Lösungen im Interesse der gesamten Gemeinschaft.
Die Gemeinde hat in diesem Projekt schon Millionen von € versenkt. Jetzt soll unter Preis verkauft werden und Spekulanten streichen den Gewinn ein.