30 Unterschriften
Petition richtet sich an: „Jugend musiziert“, Der Deutsche Musikrat, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturministerkonferenz der Länder
1. Standardisierte schriftliche Feedbackbögen
Jeder Wettbewerbsbeitrag soll anhand eines transparenten Kriterienrasters kurz schriftlich dokumentiert werden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen nachvollziehen können,
- welche Stärken festgestellt wurden,
- welche Entwicklungspotenziale gesehen werden,
- und welche Aspekte zu der jeweiligen Bewertung geführt haben.
2. Transparente Gewichtung der Bewertungskriterien
Die Bewertungsmaßstäbe sollen öffentlich zugänglich und verständlich erläutert werden.
Insbesondere soll nachvollziehbar sein, wie folgende Aspekte in die Gesamtbewertung einfließen:
- technische Ausführung,
- rhythmische und stilistische Sicherheit,
- musikalische Gestaltung,
- Interpretation,
- Programmgestaltung,
- Schwierigkeitsgrad,
- künstlerischer Ausdruck.
3. Harmonisierung der Bewertungsmaßstäbe
Die Bewertungsstandards zwischen Regional-, Landes- und Bundesebene sollen stärker aufeinander abgestimmt werden.
Teilnehmende müssen darauf vertrauen können, dass Leistungen nach vergleichbaren Grundsätzen beurteilt werden.
4. Veröffentlichung der Juryrichtlinien
Die grundlegenden Bewertungsrichtlinien sollen in verständlicher Form veröffentlicht werden.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Lehrkräfte und Eltern müssen die Bewertungslogik nachvollziehen können.
5. Stärkung der Unabhängigkeit der Jurys
Die bestehenden Regelungen zur Vermeidung von Interessenkonflikten sollen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.
Das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Juryarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für die Akzeptanz des Wettbewerbs.
6. Prüfung moderner Dokumentationsmöglichkeiten
Es soll geprüft werden, ob datenschutzkonforme Audio- oder Videoaufzeichnungen oder andere Formen der Dokumentation dazu beitragen können,
- die Nachvollziehbarkeit von Bewertungen zu verbessern,
- die musikalische Entwicklung der Teilnehmenden zu dokumentieren,
- und den pädagogischen Nutzen des Wettbewerbs zu stärken.
7. Einführung eines transparenten Auskunfts- und Beschwerdeverfahrens
Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ihre Erziehungsberechtigten sollten die Möglichkeit erhalten, bei berechtigten Fragen eine nachvollziehbare fachliche Erläuterung der Bewertung zu erhalten.
Dies dient nicht der Anfechtung einzelner Juryentscheidungen, sondern der Transparenz und dem Verständnis des Bewertungsprozesses.
Begründung
„Jugend musiziert“ ist seit Jahrzehnten der bedeutendste Nachwuchswettbewerb Deutschlands. Jedes Jahr investieren tausende Kinder und Jugendliche unzählige Stunden ihrer Freizeit in die Vorbereitung auf diesen Wettbewerb. Sie üben täglich, besuchen Unterricht, nehmen an Meisterkursen teil, arbeiten an den Rückmeldungen ihrer Lehrkräfte und Juroren und entwickeln sich musikalisch und persönlich weiter.
Der Wettbewerb verfolgt das Ziel, junge Menschen zu fördern, ihre Leistungen anzuerkennen und die Freude an der Musik zu stärken. Genau deshalb genießt „Jugend musiziert“ bundesweit ein hohes Ansehen.
Dennoch erleben viele Teilnehmende, Eltern und Lehrkräfte immer wieder Situationen, in denen Bewertungsentscheidungen nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar erscheinen.
Besonders beim Übergang zwischen Regional-, Landes- und Bundeswettbewerb kommt es teilweise zu erheblichen Bewertungsunterschieden. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die auf einer Wettbewerbsebene herausragende Bewertungen erhalten und die Rückmeldungen der Jury konsequent umsetzen, erleben auf der nächsten Ebene mitunter deutliche Abweichungen, ohne dass die Gründe hierfür transparent erläutert werden.
Die Betroffenen erhalten in der Regel lediglich eine Punktzahl. Häufig bleibt jedoch unklar,
- welche konkreten Kriterien angewendet wurden,
- welche Aspekte besonders positiv bewertet wurden,
- welche Faktoren zu Punktabzügen führten,
- wie die einzelnen Kriterien gewichtet wurden,
- und wie die finale Bewertung zustande kam.
Gerade junge Musikerinnen und Musiker nehmen die Rückmeldungen der Jurys ernst. Viele investieren Monate intensiver Arbeit, um die erhaltenen Hinweise umzusetzen und ihre Leistungen weiterzuentwickeln. Wenn eine nachweislich weiterentwickelte Leistung anschließend niedriger bewertet wird, ohne dass die Gründe nachvollziehbar erläutert werden, entstehen Frustration, Verunsicherung und Zweifel am Bewertungssystem.
Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, einzelne Jurymitglieder oder den Wettbewerb als Institution infrage zu stellen. Künstlerische Bewertungen werden immer auch subjektive Elemente enthalten. Gerade deshalb sind Transparenz, Nachvollziehbarkeit und einheitliche Maßstäbe von besonderer Bedeutung.
Transparenz als Folge öffentlicher Förderung
„Jugend musiziert“ wird seit vielen Jahren mit erheblichen öffentlichen Mitteln von Bund, Ländern und Kommunen unterstützt. Diese Förderung ist wichtig und richtig, denn kulturelle Bildung und Nachwuchsförderung gehören zu den zentralen Aufgaben einer modernen Gesellschaft.
Gerade weil öffentliche Gelder eingesetzt werden, besteht jedoch ein berechtigtes Interesse der Teilnehmenden, ihrer Familien, der Lehrkräfte und der Öffentlichkeit an transparenten und nachvollziehbaren Verfahren.
In nahezu allen öffentlich finanzierten Bereichen – im Bildungswesen, bei Prüfungsverfahren, in der Wissenschaft oder bei Förderentscheidungen – gelten Transparenz, Dokumentation und Nachvollziehbarkeit als wesentliche Qualitätsmerkmale.
Wer junge Menschen zu Höchstleistungen motiviert und zugleich öffentliche Fördermittel erhält, sollte nachvollziehbar darlegen können,
- nach welchen Kriterien bewertet wird,
- wie Entscheidungen zustande kommen,
- welche Maßstäbe angewandt werden,
- und welche Möglichkeiten bestehen, Bewertungen fachlich nachzuvollziehen.
Transparenz stärkt das Vertrauen in den Wettbewerb und schützt zugleich dessen Glaubwürdigkeit und Akzeptanz.
Warum Handlungsbedarf besteht
Die aktuelle Praxis führt immer wieder zu Fragen und Unsicherheiten:
- Warum unterscheiden sich Bewertungen zwischen den Wettbewerbsebenen teilweise erheblich?
- Wie werden technische Leistung, musikalische Gestaltung und Schwierigkeitsgrad gewichtet?
- Welche konkreten Gründe führen zu Punktabzügen?
- Welche Qualitätsstandards sichern die Vergleichbarkeit der Juryentscheidungen?
- Welche Möglichkeiten haben Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Bewertungen fachlich nachvollziehen zu können?
Hinzu kommt, dass den Teilnehmenden in der Regel keine objektive Dokumentation ihrer Wettbewerbsbeiträge zur Verfügung steht. Dadurch fehlen häufig wichtige Grundlagen, um Bewertungen im Nachhinein fachlich auszuwerten oder die eigene Entwicklung nachvollziehen zu können.
Gerade weil „Jugend musiziert“ einen pädagogischen Anspruch verfolgt, sollte die Bewertung nicht nur ein Ergebnis liefern, sondern auch einen nachvollziehbaren Lerngewinn ermöglichen.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
06.06.2026
Sammlung endet:
05.12.2026
Region:
Deutschland
Kategorie:
Kultur
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Neue SprachversionWarum Menschen unterschreiben
Wir haben schon öfter die Erfahrung gemacht, dass die Bewertung bei Jugend Musiziert überhaupt nicht nachvollziehbar war. Das führt zu Verständnislosigkeit, Enttäuschung und nicht selten dazu, dass die Motivation, weiter zu üben, stark herabgesetzt wird, obwohl es dafür keinen anderen Grund als eine teils unverständliche Punktzahl gibt. Das entspricht nicht dem Ziel dieses Wettbewerbs, der junge Musiker:innen eigentlich fördern und für ihre Leistungen fair bewerten soll! Es geht nicht um bessere Punktzahlen, sondern um eine transparente Juryentscheidung, da gerade bei Kindern und Jugendlichen Faktoren wie Konkurrenz zwischen Lehrkräften, unprofessionelle Beeinflussung und Voreingenommenheit überhaupt keine Rolle spielen dürfen!
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Weil ich selber schlechte Erfahrungen machen musste