Liebe Unterstützer*innen,
zunächst ein großes Dankeschön an euch!
Dank eurer Unterstützung konnten wir am 05.02.2026 insgesamt 640 Unterschriften im Rahmen der öffentlichen Beteiligung zu den Planungsunterlagen an das Rathaus übergeben.
Wir machen weiter und verlängern die Petition bis zum 30.09.2026.
Nach der Wahl konstituieren sich die Gemeindevertretung und die Ausschüsse gerade neu.
Ab dem 28.05.2026 könnte das Vorhaben erneut in den Ausschüssen und schließlich am 08.06.2026 wieder in die Gemeindevertretung eingebracht werden. Bis dahin werden die Stellungnahmen von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange ausgewertet und abgewogen.
Gleichzeitig hat die Kommunal- und Gemeindevertreterwahl in Neunkirchen ein klares Signal gesetzt: Die Grünen sind stärkste Kraft geworden – ein deutliches Votum für Natur- und Landschaftsschutz.
Wir möchten an dieser Stelle ganz klar sagen: Wir sind nicht gegen Gewerbe, sondern stellen uns klar gegen dieses Vorhaben in seiner aktuellen Ausprägung.
Wir möchten verdeutlichen, dass hier kein „Dorfgebiet“ entwickelt wird.
Alle typischen Nutzungen, insbesondere Wohnen, werden ausgeschlossen, sodass am Ende nur gewerbliche Nutzungen übrig bleiben. Ein Gewerbestandort mit einem anderen Etikett.
Hier findet keine langfristig geplante städtebauliche Entwicklung statt – hier wird gezielt Planungsrecht für einen einzelnen Betrieb geschaffen.
Ein bislang geschützter Außenbereich soll dauerhaft für gewerbliche Nutzungen geöffnet werden.
Und das gilt nicht nur für den heutigen Betrieb: Mit dem Bebauungsplan entsteht offenes Gewerberecht, unabhängig davon, wer die Fläche künftig nutzt.
Die vorliegenden Planungsunterlagen sind dabei in wesentlichen Punkten unvollständig bzw. nicht transparent. Für den Betrieb wäre eine Schwerlastverkehr-Erschließung zwingend erforderlich, verbunden mit zusätzlicher Flächenversiegelung – diese ist in den Planungsunterlagen jedoch nicht erkennbar dargestellt. Damit fehlt eine zentrale Grundlage der gesamten Planung.
Auch zur Entstehung des Verfahrens ergibt sich heute ein klares Bild:
Bereits 2024 wurde versucht, den Betrieb deutlich zu erweitern – ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und unter dem Hinweis auf eine angebliche land- und forstwirtschaftliche Nutzung.
Erst die behördliche Prüfung hat gezeigt, dass die Nutzung nicht mehr privilegiert, sondern eindeutig als Gewerbe einzustufen ist.
Daraufhin wurden die Flächennutzungsänderung und das Bauleitplanverfahren wie wir es heute vorliegen haben, eingeleitet.
Eine im Außenbereich unzulässige Nutzung soll jetzt nachträglich planungsrechtlich abgesichert werden.
Der BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.) hat das Vorhaben ebenfalls klar abgelehnt.
Die Planungsunterlagen basieren auf sommerlichen Begehungen ohne Nachweis geschützter Arten, schließen deren Vorkommen jedoch nicht aus; aktuell werden wieder Rotmilane im Gebiet beobachtet.
Zentrale Umweltfragen bleiben damit ungeklärt und werden vertagt, während bereits jetzt dauerhaftes Baurecht geschaffen werden soll.
Was wir außerdem aktuell beobachten:
Der Bürgermeister Jörg Lautenschläger positioniert sich öffentlich klar für das Vorhaben und hat hierzu sogar ein eigenes FAQ veröffentlicht, das den Fokus deutlich auf eine gewerbliche Entwicklung legt. Gleichzeitig wurden Bedenken aus der Bürgerschaft in den Ortsbeiratssitzungen relativiert und Beteiligungsmöglichkeiten als aufwendig und kostenintensiv dargestellt.
Der Vorhabenträger intensiviert seine Nutzung bereits jetzt deutlich – größer, stärker, lauter und rücksichtsloser als bisher.
Dabei zeigt sich klar: Die tatsächlich stattfindenden Arbeiten lassen sich nicht vollständig in eine Halle verlagern. Schon auf der bestehenden Fläche wird ein erhebliches Volumen umgesetzt.
Mit Blick auf die geplanten 3.200 m² überbaubare Fläche lässt sich nur erahnen, welche Dimensionen künftig möglich wären.
Die Planungsunterlagen selbst betonen, dass bei der Bewertung stets vom Maximalszenario auszugehen ist.
Gleichzeitig liegt der wirtschaftliche Schwerpunkt des Betriebs laut eigener Aussage in der Pfalz – während hier ein sensibler Außenbereich in einem historischen Ort, eingebettet in Naherholungsräume und Schutzgebiete, dauerhaft geöffnet werden soll.
Die Auswirkungen tragen am Ende die Menschen und die Natur vor Ort.
Wir bleiben aktiv, stehen im Austausch mit Behörden und informieren weiterhin über unseren neuen Blog:
www.liebenswertesneunkirchen.de
Unser Ziel bleibt unverändert:
Ein l(i)ebenswertes Neunkirchen und ein l(i)ebenswertes Modautal.
Dafür brauchen wir euch weiterhin:
Teilt die Petition, sprecht darüber und unterstützt uns gerne auch fachlich.
Ihr könnt uns gerne per Mail unter liebenswertesneunkirchen@gmx.de kontaktieren.
Vielen Dank für eure bisherige Unterstützung.
Eure
Bürgerinitiative Neunkirchen Odw.
Dieses Gebiet muss geschützt werden.
Hier ist noch ein kleines Paradies für Familien - vor allem im Winter!