Region: Germany
Data privacy

Schufa, Finger weg von unseren Kontoauszügen!

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Schufa Holding AG
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  1. Launched January 2021
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Die Schufa will Millionen Kontoauszüge durchleuchten: Gehalt, Miete oder Konsumgewohnheiten – das Privatunternehmen will alles wissen. Für uns Verbraucher*innen hat das fatale Folgen. Mit mehr als 100.000 Unterschriften wollen wir die Schufa von ihrem perfiden Plan abbringen.

Sehr geehrte Vorstandsvorsitzende Tanja Birkholz, Vorsitzender des Aufsichtsrates Christian Polenz, Vorstand Dr. Ole Schröder & Holger Severitt der Schufa Holding AG,

wir sind entsetzt über Ihre Pläne, die Kontoauszüge von Millionen Verbraucher*innen zu durchleuchten – um mit diesen Daten Geschäfte zu machen. Kontoauszüge enthalten viele höchst persönliche Informationen, die private Auskunfteien wie die Schufa nichts angehen!

Der Schufa-Score hat weitreichende Folgen für die Verbraucher*innen – mit einer schlechten Schufa-Bewertung ist es kaum noch möglich, eine Wohnung, einen Kredit oder auch nur einen Mobilfunkvertrag zu erhalten. Doch die Grundlagen dieser Bewertung sind völlig undurchsichtig. Es kann nicht sein, dass Sie Ihr Geschäftsgeheimnis höher bewerten als das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung.

Darum fordern wir:

  • Hände weg von unseren Kontoauszügen! Stoppen Sie Schufa-Check-Now und ähnliche Projekte, für die Kontoauszüge durchleutet werden sollen.
  • Machen Sie endlich die Berechnungsformel für die Bonitätsbewertung (Scoring) transparent. Die Menschen haben ein Recht zu erfahren, ob die richtigen Daten verwendet wurden und wie sich diese zum Scoring-Wert zusammensetzen.

Reason

Die Schufa Holding AG ist die bekannteste und größte deutsche Wirtschaftsauskunftei. Sie ist keine staatliche Behörde, sondern ein privater Konzern – und sammelt für ihre Vertragspartner*innen Informationen über die Kreditwürdigkeit von Verbraucher*innen. Die Auskunftei besitzt Daten von 67,5 Millionen Menschen in Deutschland und erstellt Prognosen über ihre Zahlungsfähigkeit. Jede*r Verbraucher*in erhält eine Bewertung – den sogenannten Schufa-Score.

Das Scoring-Verfahren der Schufa ist höchst intransparent. Die Schufa weigert sich, Informationen zum Verfahren preiszugeben und stuft es als Geschäftsgeheimnis ein. Viele Menschen erklärte die Auskunftei ohne jegliche Negativeinträge zum Risikofall – das ergab eine Recherche des Bayerischen Rundfunks und des Nachrichtenmagazins Der Spiegel. Den Grund erfahren die Verbraucher*innen nicht. Auch werden offenbar junge Männer generell als höheres Risiko eingestuft. Fest steht: Die Prognosen der Schufa beruhen auf teilweise höchst fragwürdigen Annahmen. Man könnte auch sagen: auf Vorurteilen.

Mit CheckNow macht die Schufa Verbraucher*innen mit einem schlechten Score Hoffnung auf eine zweite Chance: Dafür müssen sie zustimmen, dass die Auskunftei ihre Kontoauszüge einsehen darf.

Doch das könnte nur der Anfang sein: Der Blick in die Kontoauszüge ist der Versuch der Auskunftei, ihren Datensatz kräftig aufzustocken. Gehalt, Miete und Konsumgewohnheiten – all diese Informationen wären dann keine Privatsache mehr. Auch über die Unterhaltszahlungen für uneheliche Kinder oder die Überweisung an den Psychotherapeuten wüsste die Schufa dann Bescheid.

Thank you for your support, Campact e.V. from Berlin
Question to the initiator

News

Vernünftige Strafverfolgung wird durch den Datenschutzwahn verhindert aber dieser private Idiotenhaufen darf mit seinen undurchsichtigen Methoden entscheiden wer kreditwürdig ist und wer nicht. Willkommen in der Bananenrepublik Deutschland!

Als ehemaliger Banker und als Vermieter halte ich die SCHUFA durchaus für hilfreich sich vor zweifelhaften Bonitäten zu schützen. Der Zugriff auf Kontodaten (ohne Einwilligung) erscheint mir aber als sehr grenzwertig. Auch mit Zustimmung besteht die Gefahr von Fehlinterpretation - vor allem weil man nicht weiß wie verschiedene Daten von der SCHUFA interpretiert werden und wie sie in das Rating einfließen. Also Finger weg, von den Kontodaten. Aber auch Vorsicht bei allen Zustimmungen für alle möglichen Cookies, wer weiß wo sie landen - vielleicht auch bei der SCHUFA.

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