Family

Schule und Betreuung, die auch in Corona-Zeiten Kindern und Familien gerecht wird

Petition is directed to
Dr. Susanne Eisenmann, Manne Lucha
591 Supporters 532 in Baden-Württemberg
3% from 21.000 for quorum
  1. Launched 25/05/2020
  2. Time remaining 14 days
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Seit Jahren wird in der Politik viel dafür getan Frauen Beruf und Familie schmackhaft zu machen. Zusätzlich werden Unternehmen verpflichtet Führungspositionen mit Frauen zu besetzen. In Zeiten wie der aktuellen Pandemie verfällt die Politik jedoch in alte Muster und nimmt es dem Anschein nach als selbstverständlich, dass Familien in der Lage sind Job, Homeschooling, Kindergarten und Nachmittagsbetreuung über Monate hinweg bestmöglich und zeitgleich zu garantieren. Die Realität ist aber eine andere. Die Belastung nach 3 Monaten ist deutlich spürbar und die vorgestellten Konzepte für den Kindergarten- und Schulstart sind völlig unzureichend. Sie versprechen kaum Erleichterung.

Diese Petition richtet sich nicht grundsätzlich gegen die Eindämmungsmaßnahmen von Bund und Ländern gegen das Corona-Virus. Sie richtet sich gegen die fehlende oder nur unzureichend vorhandene Unterstützung seitens der Schulen und Kindergärten (des Landes) im Hinblick auf die Betreuung der Kinder und stellt die Verhältnismäßigkeit mancher Vorgaben in Frage. Weiter richtet sie sich gegen die fehlende Perspektive, wie in den kommenden Wochen und Monaten eine solche Betreuung und die Rückkehr zu einem „Normalbetrieb“ sichergestellt werden kann.

Deswegen fordern wir:

  • Konkrete Unterstützung seitens der Politik (Bund, Land, Kommune) und der Betreuungseinrichtungen für eine tatsächliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Unterrichts- und Betreuungskonzepte, die es Familien ermöglichen den Anforderungen im Beruf und gleichzeitig den Anforderungen der Erziehung (trotz Corona) gerecht zu werden. Diese Konzepte müssen sowohl die Belange berufstätiger Eltern (egal ob vor Ort am Arbeitsplatz oder von zu Hause aus), als auch der Alleinerziehender Elternteile oder nicht berufstätiger Elternteile mit Kindern unterschiedlichen Alters zu Hause berücksichtigen.
  • Verbindliche Mindestumfänge der Betreuungszeiten auch bei nicht systemrelevanten Berufen, wenn die privaten oder beruflichen Umstände dies erfordern. (Unterrichtszeiten im wöchentlichen Wechsel erschweren eine berufliche Tätigkeit eher anstatt sie zu erleichtern.)
  • Verpflichtung der Schulen zur
  • Nutzung digitaler Medien für Onlineunterricht unter Wahrung des Datenschutzes
  • Versorgung von Schülern mit Unterrichtsmaterialen, die über keine digitale Infrastruktur verfügen. Oder Bereitstellung entsprechender Infrastruktur.
  • Korrektur der Schulmaterialien durch die Lehrer (nicht die Eltern) und Rückmeldung der Lehrkräfte an die Schüler.
  • Ein Konzept für die Einschulung der Erstklässler im September unter Berücksichtigung der oben genannten Aspekte.
  • Schule und Kindergarten als sicheren Hafen für die Kinder, die zu Hause Gewalt erfahren oder vernachlässigt werden (viele Grundschüler sind momentan häufig mehrere Stunden allein zu Hause, weil die Eltern vor Ort arbeiten müssen und Notbetreuung aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist.)
  • Gleiche Bildungschancen durch Betreuungsangebote für alle Kinder, auch für solche aus sozial schwachen Familien oder aus Familien mit Migrationshintergrund.
  • Ferienprogramme, die es ermöglichen, dass Eltern arbeiten können – egal, ob von zu Hause aus oder am Arbeitsplatz vor Ort. (Alternativ bezahlte Sonderurlaubstage für berufstätige Elternteile.)
  • Die soziale Isolation der Kinder zu beenden um psychische Spätfolgen abzuwenden.
  • Abschließend fordern wir angesichts der aktuellen Fallzahlen spätestens zum Beginn des nächsten Schuljahrs 20/21 einen Normalbetrieb in Schulen und Kindergärten (unter Vorbehalt der Pandemieentwicklung) und eine langfristige Perspektive für Eltern, Schüler und alle am Schulleben beteiligten Personen.

Reason

Seit März wird selbstverständlich davon ausgegangen, dass Familien Job, Schule, Kindergarten und Nachmittagsaktivitäten mit 1 – x Kindern zu Hause realisieren. Die Erwartungen der Eltern, dass sich dies ab Mai wenigstens in einzelnen Bereichen normalisiert wurden enttäuscht. Manche Kinder werden bis zu den Sommerferien nicht mehr als in Summe 6 (!) Tage in die Schule gehen. In der Folge müssen sich Eltern, egal ob berufstätig, alleinerziehend, in Elternzeit oder „Erziehungszeit“, mindestens bis nach den Sommerferien (in Summe dann 6 Monate lang) als Arbeitnehmer, Teilzeitlehrer, Teilzeiterzieher, Koch, Hobby-/ Freizeitgestalter beweisen und nebenbei einfach Mama/Papa/ „selber Mensch“ sein.

Die Erfüllung aller schulischen Anforderungen übt auf Eltern und Kinder einen enormen Druck aus. Von Lehrern ausgearbeitete Arbeitspläne helfen einerseits zwar (je nach dem wie gut sie ausgearbeitet sind) Unterrichtsstoff zu strukturieren. Andererseits bedarf es häufig einer sehr zeitintensiven Kraftanstrengung – je nachdem wie alt und lernwillig die Kinder sind - die vorgegebenen Pflichtaufgaben zusammen mit den Kindern abzuarbeiten, damit die Kinder hinsichtlich der Lerninhalte nicht in Rückstand geraten. Ungeübte Eltern oder Eltern mit niedrigeren Bildungsabschlüssen haben zudem oft gar keine Chance ihren Kindern, insbesondere in den höheren Klassenstufen, neue Lerninhalte zu vermitteln. Aus den bereitgestellten Materialien erschließt sich teilweise - weder für Eltern noch für Schüler - der Lernweg. Oftmals gibt es keine Schulbücher, die neue Themen für Schüler und Eltern nachvollziehbar einführen und erklären. Hinsichtlich des Leistungsniveaus wird die Schere zwischen den Kindern immer (noch) weiter auseinander gehen.

Der Spagat ist aktuell zu groß und kann/wird so nicht länger funktionieren. Urlaub und Kurzarbeit konnten einige Familien über die ersten Monate retten. Kurzarbeit wird nun wieder zurückgefahren. Viele haben keine/kaum Urlaubstage mehr für die bevorstehenden verbleibenden Schulferien dieses Kalenderjahres. Andere, die keinen Urlaub oder Kurzarbeit hatten sind bis an/über die Belastungsgrenze erschöpft. Und es gibt keine Aussicht auf Entlastung. Wenn man bei den Schulen nachfragt, warum nicht mehr möglich ist, wird auf nicht mehr vorhandene Lehrerstunden (Risikopersonen, oder wer solche im direkten familiären Umfeld hat, dürfen nicht arbeiten) und Hygieneverordnungen verwiesen. Da kommt schnell das Gefühl der Ungleichgewichtung auf. Einerseits wird von Eltern, Arbeitnehmern und Arbeitgebern höchst mögliche Flexibilität und Machbarkeit gefordert. Andererseits zeigen sich Schulen (Ministerien) äußerst schwerfällig und unflexibel im Denken und Umsetzen komplett neuer Ansätze und „Out-of-the-box-Denken“. Viele Vorgaben des Kultusministeriums lassen einfach keine/zu wenig Spielräume zu. In Zeiten in denen Grundrechte stark eingeschränkt werden oder auch Gesetze – wie die Schulpflicht - völlig unwichtig werden, ziehen sich Bildungseinrichtungen mit dem Verweis auf Verordnungen zurück.

Es steht außer Frage, dass besondere Zeiten auch besondere Maßnahmen und Verordnungen erfordern. Was jedoch mehr als fraglich erscheint ist der Umstand, dass es auch nach mehreren Wochen keine geeigneten Konzepte gibt, die sowohl dem Schutz des Lehrpersonals, als auch der notwendigen Betreuung der Kinder gerecht werden. In Pflegeberufen werden ohne Weiteres Studenten eingesetzt und/oder pensionierte und zu Risikogruppen gehörende Ärzte / Pflegekräfte aus dem Ruhestand zurückgeholt um ihnen mittels geeigneter Schutzmaßnahmen eine Mitarbeit zu ermöglichen. Nach den Sommerferien werden wieder neue Kinder eingeschult. Um den Übergang von Kindergarten in die Schule noch halbwegs „kindgerecht“ zu gestalten, benötigen diese Kinder zwingend dauerhaft und konstant Präsenzunterricht in der Schule. Nicht nur um Lesen, Schreiben und Rechnen zu lernen, sondern um überhaupt (emotional) in der Schule und der Klassengemeinschaft anzukommen.

Auch nach den Sommerferien wird das Coronavirus nicht einfach verschwunden sein. Demnach stehen Lehrkräfte, die heute schon zur Risikogruppe gehören, auch nach den Sommerferien nicht wieder zur Verfügung. Sollen deshalb unsere Kinder tatsächlich weitere Monate nicht oder nur sehr wenig zur Schule gehen dürfen? Wo führt das hin? Wann wollen wir wieder ansatzweise zu einem Normalbetrieb zurückkehren? Wir brauchen dringend andere, sinnvollere Konzepte und andere (Schutz-)Maßnahmen für Schule und Kita und für zur Risikogruppe gehörende Erzieher und Lehrer (z.B. FFP3-Masken tragen) um schnellstmöglich wieder in den Normalbetrieb zu kommen. Familien geht körperlich und seelisch die Puste aus und wir setzen die Zukunft unserer Kinder und unseres Landes aufs Spiel. Unsere Kinder sind unsere Zukunft (und sichern die Renten von morgen). Das sollte nicht vergessen werden! Andere Länder schaffen es doch auch!

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News

Weil Kinder nicht nur unsere Zukunft sind, sondern auch ein Recht auf Gegenwart haben!

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • Not public Rielasingen-Worblingen

    4 days ago

    Weil wir endlich ein Maß für Normalität brauchen. Weil mein AG kein Verständnis hat für mein Betreuungsproblem

  • Miriam Kurtz Rielasingen-Worblingen

    4 days ago

    Spricht mir aus der Seele Familien werden vernachlässigt insbesondere in der aktuellen Situation.

  • Indra Kuppinger Schwäbisch Hall

    5 days ago

    Selbst Mutter eines 3 und 6 Jährigen und berufstätig (25h) Woche. Ohne gesicherte Betreuung zum Schulstart im September weiß ich nicht, ob ich weiter arbeiten gehen will/kann.

  • Not public Aidlingen

    9 days ago

    Selbst Betroffene!

  • on 26 Jun 2020

    Weil wir als Eltern mit unseren Schul- und Kita- Kindern zu wenig Gehör und Unterstützung bekommen

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