Petition addressed to:
Bürgermeisterin Birgit Kannegießer
Mit großer Betroffenheit haben wir erfahren, dass der Container-Standort der Kita Windrad in Malchen zum Sommer 2027 abgebaut werden soll. Drei Gruppen – zwei Krippengruppen und eine Kindergartengruppe – werden ersatzlos gestrichen, die Kinder auf andere Einrichtungen verteilt. Zudem wurde der geplante Neubau am Zeppelinweg verworfen.
Wir möchten uns als Elternschaft öffentlich äußern – aus zwei Gründen.
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1. ❤️ Unser Dank und unsere Wertschätzung
Vor mehr als fünf Jahren ist der Container unter schwierigen Bedingungen gestartet – mitten in der Corona-Pandemie. Was zunächst als Provisorium gedacht war, wurde dank des außergewöhnlichen Engagements des gesamten Teams zu einem lebendigen, liebevollen und verlässlichen Ort für Kinder und Familien.
Alle pädagogischen Fachkräfte und die Leitung haben aus Containern einen geschützten Raum gemacht, in dem Kinder wachsen, lernen, lachen und sich sicher fühlen konnten. Sie haben Beziehungen aufgebaut, Übergänge begleitet, Familien unterstützt – oft über das erwartbare Maß hinaus.
Rund 100 Kinder und ihre Familien wurden in dieser Zeit betreut. Für sie war der „Container Malchen“ nie ein Provisorium, sondern ein Stück Zuhause.
Gerade weil der Start holprig war und die Bedingungen nicht ideal, verdient dieses Team unseren allergrößten Respekt. Es hat unter schwierigen Umständen Herausragendes geleistet. Dafür sagen wir von Herzen: Danke.
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2. 🛑 Unsere Sorge um die Zukunft von Familien in Seeheim
Gleichzeitig erfüllt uns die Entscheidung mit großer Sorge.
Seeheim-Jugenheim hat eine niedrige Geburtenrate, es gibt kaum neue Baugebiete – und nun werden Kita-Plätze reduziert, statt in eine familienfreundliche Infrastruktur zu investieren. Der gestrichene Neubau am Zeppelinweg verstärkt diesen Eindruck.
Wir fragen uns: Welche Vision hat unsere Gemeinde für junge Familien? Wie möchte Seeheim-Jugenheim künftig attraktiv bleiben für Menschen, die hier leben, arbeiten und ihre Kinder großziehen wollen?
Kitas sind keine Kostenstelle. Sie sind Zukunftsinvestition. Sie sind Standortfaktor. Sie sind Voraussetzung für Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Und sie sind Orte, an denen Gemeinschaft entsteht.
Wer Kita-Strukturen abbaut, sendet ein deutliches Signal: nicht Aufbruch, sondern Rückzug. Nicht Gestaltung, sondern Verwaltung.
Wir befürchten, dass Kinder und Familien in politischen Prioritätenlisten nach hinten rutschen. Dass kurzfristige Einsparungen langfristige Attraktivität gefährden. Dass nicht visionär gedacht wird – sondern lediglich auf aktuelle Zahlen reagiert wird. Dass ein Abbau verwaltet wird, statt die Zukunft zu gestalten.
Doch gerade jetzt braucht es Mut zur Gestaltung:
• kreative Konzepte für familienfreundliches Wohnen
• verlässliche Betreuungsangebote
• Planungssicherheit für junge Eltern
• eine klare, positive Botschaft: Familien sind hier willkommen.
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Unser Appell
Wir wünschen uns einen offenen Dialog über die Zukunft des pädagogischen Angebots für Kinder in Seeheim-Jugenheim. Nicht zuletzt auch dafür wurde vor drei Jahren der Familienbeirat einberufen, der leider in diese Diskussion nicht eingebunden wurde. Wir wünschen uns Transparenz, Beteiligung, ein Zielbild und vor allem eine klare Perspektive für Familien.
Der Container in Malchen mag baulich ein Provisorium gewesen sein. Für viele Kinder war er ein prägender Lebensabschnitt. Für viele Eltern ein verlässlicher Anker im Alltag.
Wir bitten Sie: Denken Sie Kinderbetreuung nicht vom Rückgang her – sondern von der Zukunft aus.
Mit freundlichen Grüßen
Der Gesamtelternbeirat der Kita Windrad Malchen und viele Eltern, Großeltern und Bürger*innen
Für die Zukunft ist es wichtig vorausschauend zu handeln. Kinder sind die Zukunft, auch für Seeheim. Sparen kann die Gemeinde an anderen Stellen, nicht an den Betreuungsplätzen des Kindergartens.