Wozu gibt es eigentlich Schliefanlagen? Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt wird seit Jahren zwischen Klein Schneen und der A38 eine Schliefanlage – ein künstlicher Bau mit Absperrvorrichtungen - zur Ausbildung von Jagdhunden unterhalten. Die Hunde werden an lebenden Füchsen abgerichtet, die zu diesem Zweck gefangen und in Käfigen eingesperrt werden. Im Gegensatz zum echten Fuchsbau, kennt sich der Fuchs in diesen Gängen nicht aus. Außerdem weiß er nicht, welche Gänge versperrt sind und welche nicht. Gehetzt vom Hund, versucht der Fuchs zu entkommen und flüchtet dabei logischerweise in die Richtung, in die der Jäger ihn durch das Absperren der Gänge zwingt. Anfangs achtet der Jäger meist darauf, dass der Hund den Fuchs nicht erreichen kann. Doch das ändert nichts am Stress, dem der Fuchs ausgesetzt wird. In Todesangst versucht er zu flüchten. Es kommt durchaus vor, dass er dabei einen Herzinfarkt oder Schocker leidet. Doch was macht das schon? Dann wird er eben erschlagen oder der Hund darf ihn zur "Belohnung" töten. Jungfüchse werden bevorzugt verwendet. Sie sind noch recht unerfahren, lassen sich relativ einfach in Lebendfallen fangen und sind beim Kampf auch keine so große Gefahr für die Hunde, obwohl auch die Hunde nicht selten schwere Verletzungen davontragen können. Dabei geht es auch um Geld, viel Geld, denn Jagdhunde, die erfolgreich die damit verbundenen Prüfungen ablegen, steigen in ihrem Wert! Meist werden Anwohner oder Spaziergänger auf Schliefanlagen aufmerksam, weil die gefangenen Füchse erbärmlich schreien und bei dem Versuch in die Freiheit zu kommen, in den Käfigen randalieren. Kein Bau, keine Versteckmöglichkeit oder Unterschlupf. Nichts. Nur den nackten Boden und das Gitter vor Augen, das den Zugang zur sichtbaren Freiheit verwehrt. Kein Fuchs verlässt eine Schliefanlage lebend! Diese Anlagen widersprechen dem Kern des Tierschutzgesetzes, wonach es verboten ist, ein Tier an einem anderen lebenden Tier auf Schärfe abzurichten oder zu prüfen sowie ein Tier auf ein anderes Tier zu hetzen, soweit dies nicht die Grundsätze weidgerechter Jagdausübung erfordern. Es ist der Lobby der Jägerschaft gelungen, hiervon ausgenommen zu werden. Dabei sind die Anlagen im Ausland, wie z.B. Österreich, schon verboten und auch im Saarland werden entsprechende Vorbereitungen getroffen.

Wir fordern als Tierschutzverein die umgehende Schließung der Anlage in der Gemarkung Klein Schneen sowie ein landesweites Verbot von Schliefanlagen! Sie verträgt sich nicht mit dem Bild einer familienfreundlichen Gemeinde und der Lebensqualität, die viele Menschen hier suchen. Unterstützen Sie unser Anliegen und sprechen Sie mit den Mitgliedern des Gemeinderates und des Kreistages. Erklären Sie, dass Sie mit dem Betrieb der Anlage nicht einverstanden sind und dass die Gemeinde als Grundstückseigentümerin dem Betreiber der Anlage den Pachtvertrag kündigen muss. Die Anlage darf keine nachträgliche Baugenehmigung erhalten, sofern noch keine vorliegt, aber eine erforderlich wäre. Generell sollten diese Anlagen dem Planungsrecht unterstellt werden und keine Privilegien geniessen.

Sie wissen nicht, wen Sie ansprechen können? Auf www.friedland.de finden Sie die Mitglieder des Gemeinderates. Weitere Informationen zu den Anlagen erhalten Sie im Internet u.a. unter www.wir-fuechse.de (Textauszüge + Bild mit freundlicher Genehmigung von wir-fuechse.de)

Begründung

Die Anlagen widersprechen dem Tierschutzgesetz und gehören in einem Land, dass mit Kultur und hohem Lebensstandard wirbt, verboten. Es kann nicht sein, dass eine ausgewählte Schicht vom Planungsrecht und Tierschutzgesetz ausgenommen wird. Kein Huindesportverein, der sich um ein friedliches Miteinander von Mensch und Tier bemüht, bekommt solche Privilegien eingeräumt. Kein Tier darf mehr in Schliefanlagen gequält werden!!!

Unterstützen Sie bitte auch folgende Petition bzgl. eines Verbotes von Schliefanlagen bundesweit: www.openpetition.de/petition/online/schliessung-der-schliefanlagen-nicht-nur-landes-sondern-bundesweit

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Unterstützer/innen,
    wenn wir uns auch sehr lange nicht gemledet haben, so waren wir nicht untätig.
    Wir hatten die Petition dem Gemeinderat übergeben, der der Problematik jedoch keinerlei Beachtung geschenkt hat. Es waren ja nur "Spinner" aus dem ganzen Bundesgebiet und keine Friedländer Wähler... Vor allem von den Grünen waren wir enttäuscht, da auch sie sich nicht mit der Jägerschaft anlegen wollten und das Tierschutzgesetz ja eingehalten wird....eine Dame fand die Besichtigung der Anlage sogar recht witzig...
    Wir haben dann versucht über das Baurecht die Anlage zu schliesen, denn, wie sich herauisstellte, ist die Anlage ein Schwarzbau, der noch dazu im Hochwasserschutzgebiet des Schneenbaches liegt. Bis heute sind weder die erforderlichen Stellplätze geschaffen worden, noch sonst etwas deutet auf die Rechtmässigkeit der Anlage hin - hier scheint der Staat bewusst wegzuschauen....Wir beabsichtigen das Thema im Kommunalwahllkampf erneut zu diskutieren.
    Gestern erreichte uns die Nachricht, dass es einen Brandanschlag gab und die Tiere entwendet wurden. Näheres dazu findet Ihr im Göttinger Tageblatt und der HNA.
    Damit ist die Anlage allerdings weiter existent. Wir bitten Euch daher, uns weiter zu unterstützen. Im September wird gewählt:Sprecht die Ratsmitglieder an und geht in der Diskussion nicht nur auf die Anlage ein, sondern auich auf die Fuchsjagd - schließlich wird dafür trainiert. Auch der ökologische Jagdverband tritt hier für ein Umdenken ein - Argumente gibt es genug.
    Entschuldigt nochmals, dass wir uns so lange nicht gemeldet haben, aber die Zeit war nicht einfach und wir sind ein sehr kleiner Verein....Auf einem unserer öffentlichen Stammtische saßen z.B. 3 von uns mehr als 25 Jägern gegenüber. Wehe dem, der darin eine Einschüchterung sehen wollte...Wie schwierig das Thema ist, zeigte auch eine Sendung des NRD (Serie: 45 min) über die Jagd, an der wir teilgenommen haben...es gab massiven Druck von zig Anwälten der Jägerschaft auf die Redakteurin, um die Ausstrahlung zu verhindern - zwar ohne Erfolg, aber wir können daran erkennen, wie gefährlich das Thema ist.

  • Wie es derzeit aussieht, hat die Anlage keine Baugenehmigung. Trotzdem untersagt die zuständige Behörde nicht den Betrieb, obwohl damit auch die nötigen PKW-Stellplätze fehlen. Jeder Privatmensch erhält in solchen Fällen unter Strafandrohung eine recht kurze Frist, den Zustand zu beseitigen. Dazu kommt, dass die Anlage unmittelbar an einem Gewässer errichtet worden ist - selbst Landwirte dürfen dies nicht!.Recht scheint nicht gleich Recht zu sein, denn dem Betreiber wurde angeboten, den Antrag einfach nachzureichen.Wir können nicht ausschließen, dass das Ermessen ggf. äußerst großzügig ausgelegt wird, falls es überhaupt einen Spielraum gibt.
    Wer kann uns hier juristisch unterstützen?

  • Der Tierschutzverein hat im Mai 2013 beim Landkreis Göttingen angefragt, ob die Anlage auch bau- bzw. planungsrechtlich zulässig ist. Mittlerweile wissen wir,aus Kreistagskreisen, dass es dafür KEINEN Bauantrag gibt und die Grüne-Kreisdezernentin Christel Wemheuer dem Betreiber der Anlage nachträglich eine Genehmigung erteilen will, sobald dieser einen Bauantrag vorlegt. Man wird seitens des Landkreises den Schwarzbau nachträglich legalisieren! Strafe? Fehlanzeige!

Pro

Die Unterhaltung einer Schliefanlage widerspricht dem Kern, also dem grundlegenden Ziel, des Tierschutzgestezes. Leider läßt das Gesetzt Ausnahmen zu. Die Jägerschaft hat eine gut funktionierende Lobby. Eine Strafanzeige hilft hier also nicht, sondern nur der politische Druck, diesbezüglich nachzubessern. EInige Länder/Bundesländer sind schon dabei. Uns geht es in dieser Petition - siehe Adressat - um die lokale Ebene. Wir werden uns aber mit anderen Gruppen vernetzen, um ein landesweites Verbot zu erreichen und hoffen dabei natürlich auf die Unterstützung vieler Menschen.

Contra

Wenn es sich - wie die Autoren hier behaupten - tatsächlich um Verstöße gegen das Tierschutzgesetz handelt, dann ist nicht die Petition, sondern eine Strafanzeige das korrekte Mittel. Da es eine solche bisher augenscheinlich nicht gibt, kann ich - als Leser - auch die Richtigkeit wie Vollständigkeit der Darstellungen sachlich bewerten. Ich bin bis dato weder für noch gegen die Schließung dieser Anlage(n) (leider gibt es hier keine passende Option) sondern für eine transparente, behördliche tierrechtliche Überprüfung der Situation im Detail. Sollte sich dabei herausstellen, das gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wird, ist die Anlage selbstverständlich zu schließen - dazu bedarf es keiner Petition. Zudem sollte die Jägerschaft selbst an der Korrektur eigener Arbeitsmethoden/Praktiken interessiert sein, da der Tierschutz auch und gerade für Jäger eine Kernverantwortung darstellt. Falls es jedoch tatsächlichen Bedarf an einer Korrektur der Gesetzgebung gibt, zB weil behördliche Erlaubnisse gegen geltendes Recht erteilt worden sind oder betr. Gesetze für den Tierschutz ungeeignet sind, sollte diese als solche auch konkret gefordert werden. Hier aber wird insbesondere die Schließung einer bestimmten Anlage gefordert, was (in dieser Form) weder im Sinne aller betroffenen Tiere noch im Sinne des Rechtsstaates sein kann. Ich bin jedenfalls überzeugt, das nur eine sachliche, ehrliche wie transparente Debatte allen Beteiligten - insbesondere aber den ggf. betroffenen Tieren - am nachhaltigsten hilft, auch wenn diese so manchem Aktivisten lästiger erscheint, als mal eben mit ein paar Klicks "die Welt verbessern" zu können.