Petition richtet sich an:
Bundesministerium für Digitales und Verkehr, Bundesministerium der Finanzen
Wir Berufskraftfahrer sollen jetzt ausbaden, was die Binnenschifffahrt wegen Niedrigwasser nicht schafft. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot wird gelockert, damit mehr Güter auf die Straße kommen. Zu unseren Lasten.
Unsere Forderung: Wenn die Politik mehr Leistung von uns verlangt, dann muss der Verpflegungsmehraufwand endlich angepasst werden. Erhöhung von 28€ auf 45€ pro 24h-Tag.
Die aktuelle Niedrigwasser-Situation auf Rhein, Elbe und Donau zeigt: Fällt die Binnenschifffahrt aus, soll der LKW es richten. Das bedeutet für uns Fahrer: 7-Tage-Woche, Wegfall der planbaren Wochenenden bei der Familie, mehr Stress und Belastung. Diese von der Politik gewollte Sonderbelastung muss fair vergütet werden.
Begründung
1. **Politisch gewollte Mehrbelastung:** Die Aufhebung des Sonntagsfahrverbots ist eine direkte Reaktion auf die Niedrigwasser-Krise. Die Bundesregierung verlagert Transportkapazität von der Wasserstraße auf die Straße. Diese Entscheidung trifft direkt uns Fahrer. Wer systemrelevant ist, wenn Schiffe nicht fahren können, verdient eine systemrelevante Bezahlung – nicht nur Applaus.
2. **28€ sind realitätsfern und entwürdigend:** Im Jahr 2026 kann sich kein Berufskraftfahrer für 28€ volle 24 Stunden unterwegs verpflegen. Ein Gericht an der Autobahnraststätte kostet zwischen 18€ und 22€. Dazu Frühstück, Getränke, Dusche. Die realen Kosten liegen bei 35-45€ pro Tag. Wir Fahrer zahlen aktuell drauf, damit die Lieferketten funktionieren. Wer sonntags fährt, zahlt zudem oft Touristenpreise.
3. **Deutschland im EU-Vergleich beschämend:** Der durchschnittliche Spesensatz in Europa liegt bei 43,86€ pro Tag. Frankreich erstattet 45€, die Niederlande 46€, Dänemark 66€. Deutschland liegt mit 28€ auf dem Niveau von Osteuropa und damit fast 40% unter dem EU-Schnitt. Es kann nicht sein, dass deutsche Fahrer die Niedrigwasser-Krise lösen sollen, aber bei den Spesen abgehängt werden.
4. **Verschärfung des Fahrermangels:** Bereits heute fehlen in Deutschland über 80.000 LKW-Fahrer. Der Beruf ist durch lange Abwesenheiten und niedrige Spesen unattraktiv. Streicht man uns jetzt auch noch die Sonntagsruhe ohne finanziellen Ausgleich, werden weitere Kollegen kündigen. Dann stehen nicht nur die Schiffe, sondern auch die LKW.
5. **Keine Anpassung seit Jahren:** Der Pauschbetrag von 28€ wurde zuletzt 2020 angepasst. Seitdem gab es eine Inflation von über 20% und die Preise an Rasthöfen sind um ca. 30% gestiegen. Der Reallohn der Fahrer sinkt, während die Anforderungen durch die Politik steigen.
Wir fordern daher das Bundesfinanzministerium auf, den Verpflegungsmehraufwand für Berufskraftfahrer im Fernverkehr an die Realität anzupassen:
**Anhebung des 24h-Satzes auf 45€ und des An-/Abreisetages auf 20€ mit jährlicher Indexierung an die Inflationsrate.**
Wer täglich dafür sorgt, dass die Wirtschaft trotz Niedrigwasser, Krise und Sonntagsarbeit am Laufen bleibt, soll nicht am Essen sparen müssen.
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