Health

Stoppt das Betonmischwerk in Elgershausen

Petition is directed to
Bürgermeister Michael Plätzer
332 Supporters 226 in Schauenburg, Hesse
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  1. Launched February 2020
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  5. Decision

Am Ortsrand von Elgershausen Richtung Baunatal-Großenritte soll im Gewerbegebiet Hilschen ein Betonmischwerk gebaut werden. Mit dieser Petition möchten wir aufklären und Unterschriften dafür sammeln, den Bau zu stoppen.

Bei der Gesamtbetrachtung fällt auf, dass die Argumente gegen den Bau deutlich überwiegen. Steuereinnahmen sind für die Gemeinde natürlich wichtig, aber zum einen ist mit steigenden Einnahmen zu rechnen (Zuzüge der vielen Neueinwohner treffen um 5 Jahre verzögert in den Kassen ein). Zum anderen haben sich in den letzten Jahren im genannten Gewerbegebiet viele Unternehmen angesiedelt, die restlichen Plätze stehen in Diskussion um die Vergabe, so dass das Gewerbegebiet bei positiven Abschlüssen dann voll ist und Einnahmen generiert werden.

Dieses Industrie-Unternehmen passt nicht in unser Gewerbegebiet. Die bauliche Höhe unterscheidet sich deutlich von den bisherigen Bauten und die Lärmemissionen fügen sich negativ in die bereits bestehenden Lärmbelästigungen in Elgershausen ein. Und ein Luftkurort ist kein geeigneter Ort für ein Unternehmen der Branche mit dem zweitgrößten CO2-Austausch weltweit.

Wir fordern eine Gesamtbetrachtung, welche nicht nur die ökonomischen, sondern auch die ökologischen und menschlichen Faktoren berücksichtigt. Wir fordern den Stopp des Baus. Wir fordern, dass die Gemeinde sich Zeit nimmt, ein passenderes Unternehmen zu finden.

Reason

Die Sachlage im Detail (Informationen aus dem Gespräch mit Herrn Plätzer am Freitag, den 06.03.2020) Es soll ein Betonmischwerk zur Herstellung von Transportbeton gebaut werden. In der Kapazität soll dieses für 30 Betonladungen pro Tag maximal ausgelegt sein. Das bedeutet 60 Fahrten von Betonmischern pro Tag (ca. 1 Fahrt pro 10 Minuten bei Arbeitszeiten von 7-19 Uhr) bei Vollauslastung. Hinzu kommen die Zulieferungen des Materials.

Die Bauvorschrift des Baugebietes gibt vor, dass eine maximale Höhe von 12 Metern gebaut werden darf. Das Werk wird insgesamt eine Bauhöhe von 14 Metern aufweisen. Die Bauvorschrift wird eingehalten, indem das Werk 2 Meter unter Straßenniveau angesiedelt wird. Die Lagerung der einzelnen Betonbestandteile erfolgt in den Silos und unterirdisch unter dem Werk. Die Materialien werden dann nach oben transportiert und gemischt und in den Betonmischer abgefüllt. Überschüssiger Beton wird aus den Mischern in die Anlage zurückgeführt und wieder in seine Bestandteile zerlegt und somit dem Kreislauf rückgeführt.

Die Lärmbelastung des Gewerbegebietes darf tagsüber 65 dB und nachts 50 dB nicht überschreiten. Die ERRECHNETE Lärmbelastung des Werkes beträgt 90 dB in der Spitze. Dieser Wert wird auf die Gesamtfläche des Areals umgerechnet, so dass damit laut Berechnung die vorgeschriebenen Werte eingehalten werden können. Das Emissionsgutachten ist anscheinend nicht öffentlich zugänglich.

Der Bestandteil Zement wird über Fahrzeuge zugeliefert. Diese müssen bei der Abgabe des Zements an das Werk sorgfältig angeschlossen werden, da es rechtlich nicht erlaubt ist, dass Zement an die Umgebungsluft austreten darf. Laut Statistik der Firma ist zuletzt vor ca. 30 Jahren ein Vorfall eingetreten, bei dem Zement durch einen nicht korrekt angeschlossene „Schleuse“ ausgetreten ist.

Es ist ein Einschichtbetrieb in der Zeit von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uh geplant. Ein Dreischichtbetrieb ist laut Vorgabe des Gewerbegebietes nicht erlaubt. Eine Rückmeldung, welche Uhrzeiten im Gewerbegebiet laut Vorschrift erlaubt sind, steht noch aus. Im Gewerbegebiet ist Samstagsarbeit generell möglich.

Diskussion Pro Auf der Pro-Seite steht in erster Linie das Argument der Gewerbeeinnahmen. Diese sollen, laut Aussage anderer Gemeinden (so Herr Plätzer) bis zu ca. 100.000 € bei Vollauslastung pro Jahr betragen.

Contra Das Haupt-Gegenargument ist die Lärmbelästigung in vielerlei Hinsicht. Die Grundlautstärke des Werkes wird dauerhaft bis zu 90 dB betragen. Zum Vergleich: Ein häuslicher Feuermelder hat 85 dB. Das Gutachten, welches den Wert der Betonfertigung berechnet, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht öffentlich einsehbar. Dieser Wert wird vermutlich höher ausfallen, da es sich nur um einen errechneten Wert handelt. Dasselbe Problem ist aktuell bei dem Thema Lärmbelästigung durch die Autobahn vorhanden. Auch dort spiegeln errechnete Werte in keiner Weise wider wie die Lärmbelastung tatsächlich ist.

Ob neue Arbeitsplätze geschaffen werden ist fraglich. Da das Werk in Oelshausen abgelöst werden soll, ist davon auszugehen, dass die dort aktuell angestellten Mitarbeiter in Elgershausen weiterarbeiten. Ob zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden ist zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt.

Weiter hat der Bau ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch den Betonmischer- und Lieferverkehr zur Folge. Es wird nicht nur angrenzend an das Baugebiet, sondern auch auf der Bundesstraße zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und damit einer erhöhten Lärmbelästigung kommen.

Aktuell werden aufwändig Wege gesucht, um die Lärmbelästigung durch Autobahn und Bundesstraße in Elgershausen und Hoof (vgl. dazu Artikel in der HNA „Bildet nicht die Realität ab“, Artikel zum Lärmaktionsplan) zu bekämpfen und die Gemeinde holt sich eine nächste, selbst geschaffene und vermeidbare Lärmbelastung hinzu.

Eine Statistik zur Vergangenheit ist leider kein Garant dafür, was in der Zukunft passieren kann. So bleibt das Restrisiko einer Umweltbelastung durch eine nicht korrekt angeschlossene Zementlieferung vorhanden. In unmittelbarer Nähe, Luftlinie wenige 100 Meter, befinden sich einer der größten Kinder-Spielplätze der Umgebung und mehrere Baugebiete mit Familien, die Planung weiterer Baugebiete ist in den nächsten Jahren realistisch. Die Betonbranche ist die zweitdreckigste Branche im Sinne des CO2-Ausstoßes (Quelle: https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-zement---der-heimliche-klimakiller-100.html)..) Der Wasser- und Energiebedarf solcher Unternehmen ist unvergleichbar hoch. Solch ein Unternehmen gehört nicht in einen Luftkurort wie das grüne Schauenburg.

Der geplante Einschichtbetrieb ist bereits jetzt über einen Zeitraum von mehr als 8 Arbeitsstunden, d.h. 40 Stunden pro Woche, geplant. Auch, wenn das Unternehmen aktuell „nur“ den Zeitraum von 10 Stunden plant, ist dies kein Garant, dass bei einem neuen (Groß-)Auftrag die Arbeitszeiten nicht auf mehr Stunden oder den Samstag ausgeweitet werden.

Thank you for your support, Dr. Andreas Witsch from Schauenburg
Question to the initiator

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Not yet a PRO argument.

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