Die öffentliche Debatte um die flüchtlings- und islamfeindliche Gruppierung PEGIDA hat eine breite Diskussion in ganz Deutschland entfacht. Die zunehmende Massenmobilisierung für offen rassistische Parolen ist extrem besorgniserregend und nimmt ganz neue Dimensionen an. Während Leipzigs führende Politiker_innen sich bei den Gegenaktionen unter dem Motto "Willkommen in Leipzig - eine weltoffene Stadt der Vielfalt" beteiligen, werden im Stadtrat derzeit fast geräuschlos Diskussionen geführt, die an dieser "weltoffenen Vielfalt" starke Zweifel aufkommen lassen.

Leipzig plant die größte Massenunterkunft Sachsens!

Die seit Jahren umstrittene Unterkunft für Asylsuchende in der Torgauer Straße 290 - marode, isoliert im Gewerbegebiet liegend, Ungezieferbefall, stacheldrahtumzäunt, viele soziale Probleme aufgrund der engen, isolierten Zusammenpferchung der Menschen, um nur einige der Streitgründe zu nennen - soll nun von 300 auf 500 Unterbringungsplätze ausgebaut werden. Dazu will die Verwaltung, so der Beschlussvorschlag, noch einmal fast 6 Millionen Euro in die Unterkunft pumpen, die seit Jahren wegen ihrer vielen Probleme geschlossen werden soll. Die Stadt Leipzig unterläuft damit ihr eigenes Unterbringungskonzept aus dem Jahr 2012, das nicht nur die Schließung der Torgauer Straße, sondern einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel hin zu kleinteiligen, im Stadtgebiet gelegenen Gemeinschaftsunterkünften für je ca. 50 Personen sowie die Forcierung der selbstbestimmten dezentralen Unterbringung in Wohnungen vorsieht. Das Standardargument der städtischen Verwaltung: wegen der stark angestiegenen Zahl von Geflüchteten sei die Stadt überfordert, für alle angemessene kleinteilige Unterkünfte zu finden und die Leute sollen ja schließlich nicht in Zelten wohnen. Fehlt es wirklich an Kreativität, um mit 6 Millionen Euro kleinteiligere Unterkünfte oder gar Gewährleistungswohnungen zu finanzieren? Hat die Stadt so viel Geld übrig, um die größte und im Heim-TÜV des ehemaligen Sächsischen Ausländerbeauftragten als eine der sachsenweit am schlechtesten bewertete Massenunterkünfte zu finanzieren?

Wer sich am 12.01., wie der Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung, alle Bürgermeister der Stadt Leipzig, die Fraktionsvorsitzenden der Leipziger SPD-Fraktion und der Fraktion DIE LINKE im Leipziger Stadtrat und der Stadtverband von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN „für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen [und] für eine Willkommenskultur für Einwanderer“ einsetzt, der muss auch bei der Stadtratssitzung am 21.01. gegen den Ausbau des Asylheims in der Torgauer Straße zur größten kommunalen Massenunterkunft für Asylsuchende in Sachsen stimmen!

Nehmen Sie die politischen Vertreter_innen der Stadt beim Wort tatsächlich „für eine menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen [und] für eine Willkommenskultur für Einwanderer“ (Aufruf „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“) einzustehen. Appellieren Sie an die Stadträtinnen und Stadträte, gegen die Beschlussvorlage zu stimmen! Unterschreiben Sie die Petition! Privatsphäre ist ein Menschenrecht. Dieses soll auch in Leipzig respektiert und ermöglicht werden! Für eine ehrliche Willkommenskultur, nicht nur eine, die nach außen proklamiert und hinter den Kulissen unterlaufen wird. Für ein menschenwürdiges Wohnen - für alle Menschen, die in Leipzig wohnen!

Unsere Forderungen: 1. Keinen weiteren Ausbau der Asylunterkunft in der Torgauer Straße 290! 2. Einen konkreten Termin für eine zeitnahe Schließung der Asylunterkunft in der Torgauer Straße 290! 3. Die Festschreibung des Dezentralisierungskonzepts mit dem Ziel des Wohnens in selbstgewählten Wohnformen! 4. Die Einbeziehung von Asylsuchenden und Geflüchteten in die weitere Ausgestaltung des Konzepts „Wohnen für Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz in Leipzig“

Initiativkreis: Menschen.Würdig.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Kim Schönberg aus Leipzig
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    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Genau 3702 Personen haben unsere Petition unterschrieben und damit deutlich gemacht, dass sie den Ausbau der Torgauer Straße zur in Sachsen größten kommunalen Massenunterkunft für Geflüchtete nicht mittragen und sich stattdessen für Selbstbestimmtes Wohnen einsetzen! Danke dafür!

    Heute nun soll im Leipziger Stadtrat der Ausbau der Asylunterkunft in der Torgauer Straße 290 beschlossen werden. Das vom Leipziger Oberbürgermeister in der Vergangenheit als menschenunwürdige Unterkunft bezeichnete Heim soll nun zur größten kommunalen Massenunterkunft in Sachsen ausgebaut werden.

    Die Initiative "Willkommen im Kiez" (www.willkommenimkiez.de/de) wird ihren Offenen Brief dem Stadtrat übergeben und der Initiativkreis: Menschen.Würdig. übergibt dem Leipziger Oberbürgermeister in der Sitzungspause der Stadtratssitzung um 16:30 Uhr die Petition "Für selbstbestimmtes Wohnen: Stoppt die größte kommunale Massenunterkunft für Asylsuchende Sachsens!" (www.openpetition.de/petition/online/stoppt-die-groesste-kommunale-massenunterkunft-fuer-asylsuchende-sachsens).

    Support ist unbedingt erwünscht!

    Danach wollen wir uns alle gemeinsam die Stadtratssitzung anschauen!

    Also heute ab (spätestens) 16:30 Uhr ins Leipziger Rathaus.

Pro

Menschen, die aus Not Asyl in einem anderen Land suchen, können nicht zusammengepfercht werden wie Vieh wenn es andere Möglichkeiten gibt. Zu enger Raum und Ghettoisierung der Asylanten bringt Aggression mit sich und Gewalt. Das geht allen Menschen überall so und liegt in unserer Natur denn wir alle sind Individuen mit eigener Geschichte und Persönlichkeit. Gerade die derzeitige Flüchtlingswelle kommt traumatisiert vom Erlebten in der Heimat hier an um Schutz zu suchen. Den sollten wir ihnen geben und keinen Viehstall.

Contra

Was ist denn nun an der dann mit 5,7 Mill € "runderneuerten" (also sanierten usw.) Unterkunft "menschenunwürdig"?? Erstmal ist doch wichtig Menschen überhaupt irgendwie ordentlich unterzubringen. Außerdem hat, nach meiner persönlichen Meinung, die Unterbringung in der Gemeinschaft sogar Vorteile. Gegenseitiges Kennenlernen, Teilnahme an Schulungen (Sprache, Zurechtfinden im neuen Heimatland usw.) ist doch da viel einfacher zu organisieren. Da ja vermutlich alle das gleiche Problem mit der Eingewöhnung im zuküftigen neuen Heimatland haben ist auch ein "interner" Erfahrungsautausch" gut möglich?