In Deutschland gibt es immer mehr Menschen, die aus verschiedenen Gründen Essensreste aus Müllcontainern retten. Die Einen wollen ein Zeichen gegen den Konsum- und Kaufwahn in unserer Gesellschaft setzen, wieder andere können sich den Gang in den Supermarkt einfach nicht mehr leisten. Was auch immer diese Menschen motiviert; sie alle werden nach wie vor wie Kriminelle behandelt. Mit dieser Petition fordere ich, dass Lebensmittelretter_innen ab sofort nicht mehr kriminalisiert werden. Die Entkriminalisierung von Menschen, welche Lebensmittel aus Mülltonnen retten, sollte gleichzeitig einhergehen mit einem Verbot von Lebensmittelverschwendung im wirtschaftlichen Bereich.

Begründung

Jahr für Jahr werden in Deutschland etliche Millionen Tonnen an Lebensmitteln weggeschmissen, die eigentlich noch konsumierbar wären. Diese Tatsache hat mehrere Ursachen, z.B. den Hang des kapitalistischen Systems zu Üerproduktion. Seit einigen Jahren gibt es eine Bewegung, welche sich eben gegen genau diesen Missstand richtet; Gruppen oder Einzelpersonen gehen im ganzen Land nachts auf Suche nach Lebensmittelresten in den Containern der Supermaerkte, Restaurants, Cafes, etc. Teilweise tun diese Menschen das aus politischer Überzeugung, teilweise auch aus Ihrer finanziellen Not heraus. Alleine in Berlin sollen schätzungsweise 100.000 Personen sein, welche zumindest von Zeit zu Zeit "containern" gehen.

Nicht nur, dass so viele Lebensmittel ganz achtlos weggeschmissen werden, so werden die Lebensmittelretterinnen auch noch kriminalisiert. Auf frischer Tat ertappt gibt es dann - je nach Kontext - Anzeigen bzgl. unterschiedlicher Straftatbestände wie z.B. Hausfriedensbruch, Diebstahl, etc. Mit dieser Petition fordere ich, diesem unsäglichen Vorgang ein Ende zu bereiten - die Kriminalisierung von Lebensmittelretterinnen ist aus moralischer Sicht auf keinen Fall vertretbar, dementsprechend sollte die Gesetzeslage dann auch ausgestaltet sein; der Versuch, Lebensmittel vor der Verschwendung zu retten, sollte unter keinen Umständen als Straftat gewertet werden. Im Gegenteil: als einen ersten Schritt, um Lebensmittelverschwendung in allen wirtschaftlichen Sektoren, welche unmittelbar mit Verkauf bzw. Herstellung von Lebensmitteln verbunden sind, zuvor zu kommen,sollte ein Bußgeldsystem eingefuehrt werden. Die Höhe der Bußgelder muss erst noch festgelegt werden.

Dass diese Forderung sehr wohl umsetzbar ist, lässt sich z.B. daran erkennen, dass es im US-Bundesstaat New York keine illegale Handlung mehr ist, Lebensmittel auf irgendwelchen Mülltonnen herauszuholen. In der Metropole werden übriggebliebene Lebensmittel mittlerweile als Allmende (Allgemeingut) angesehen - die Mitnahme ist regelrecht erwünscht.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Pro

Mehr Infos zu künftigen Protestaktionen sowie darüber, wie es mit der Petition weitergeht, bekommt Ihr sehr bald übrigens auf www.foodsharinghalle.wordpress.com

Contra

Wirklich schade, das die Petition neben Straffreiheit der Lebensmittelretter gleichzeitiig noch eine zweite Forderung - die mit dem Bußgeld für Unternehmen enthält. Jetzt kann sich sie leider nicht unterschreiben :-( Warum wurden für zwei Sachverhalte / Forderungen nicht zwei Petitionen eingereicht?