Der Deutsche Bundestag möge eine Ergänzung des § 3 Absatz 3 Straßenverkehrsordnung beschließen. Für Motorräder mit Anhänger soll außerhalb geschlossener Ortschaften eine Höchstgeschwindigkeit von80 km/h gelten.

Begründung

In Deutschland gilt für Motorräder mit Anhänger immer noch ein generelles Tempolimit von 60 km/h, das noch aus der Nachkriegszeit stammt, als ein Mittelklassemotorrad noch 150 kg wog, 10kW(13 PS) stark war, 120 km/h schaffte und vorne und hinten noch Trommelbremsen hatte.Aktuelle Motorräder sind dank Fortschritten in der Fahrwerksentwicklung und Sicherheitstechnik einfacher zu fahren, viele wiegen leer zwischen 200 und 360 kg und haben ABS und ein zulässiges Gesamtgewicht von bis zu 550 kg und sind auch bei sehr hohen Geschwindigkeiten sicher zu beherrschen.Trotzdem gibt es nur in Deutschland dieses unsinnige Tempolimit von 60 km/h und die Begrenzung auf 100 cm Gesamtbreite des Anhängers.Auf deutschen Autobahnen ist eine Mindestgeschwindigkeit von 60 km/h vorgeschrieben, so dass ein Motorrad mit Anhänger sich dort eigentlich kaum legal bewegen lässt.Eine Anhebung des generellen Tempolimits auf 80 km/h für ein Motorrad ohne ABS mit Anhänger und auf 100 km/h für Motorräder mit ABS analog zu den heute gültigen Limits für PKW würde diese unsinnigen Verkehrshindernisse auf deutschen Autobahnen endlich beseitigen.Es gibt in unserem Land viele Gespannhersteller, die hochwertige Beiwagen an aktuelle und ältere Motorräder bauen, Seitenwagen an jedes beliebige Motorrad anbauen können, dazu die Fahrwerkstechnik im Kleinserienbau perfektionieren und weltweit den besten Ruf geniessen.Für diese Betriebe, die heute schon legal Anhängerkupplungen an Motorrad-Gespanne bauen, würde sich ein riesiger neuer Markt für deutsche Wertarbeit auftun. Sie könnten diesen nicht nur englischen, holländischen und tschechischen Herstellern überlassen, wenn diese Marktbremse beseitigt wäre und selbst hochwertige Kupplungen und Motorradanhänger bauen.Weltweit gibt es über 100 Hersteller von Motorradanhängern, in Deutschland nur einen einzigen.Viele aktuelle Motorräder kommen besetzt mit zwei Personen schon ohne Gepäck über das zulässige Gesamtgewicht. Das Interesse an Anhängern zur Gepäckbeförderung ist riesig, erstirbt aber jedesmal schlagartig,wenn der Interessent bemerkt, dass er damit in Deutschland nicht schneller fahren darf, als ein schneller Traktor.Im europäischen Ausland sind die Regeln oft viel grosszügiger, ohne dass dadurch eine Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit einhergeht. Unfälle mit Motorradanhängern sind dort nicht häufiger als in Deutschland.Hier in Deutschland entsteht das zusätzliche Risiko, von LKW-Fahrern bedrängt zu werden, die jedesmal auf die Überholspur ausweichen müssen, wenn so ein Verkehrshindernis vor ihnen auftaucht.Was die Breite anbetrifft, sind aktuelle Motorräder mit Koffern oft schon breiter als 120 cm und ein Anhänger mit einer Breite von 150 cm fährt viel sicherer als die aktuell zugelassenen Hänger mit 100 cm Breite, deren Kippstabilität in Kurven naturgemäss damit nicht mithalten kann.Auch gibt es fast keine Achsen zum Bau von Anhängern, die schmaler als 140 cm sind.

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  • Pet 1-18-12-9213-002397

    Straßenverkehrs-Ordnung
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 16.10.2014 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte. Begründung

    Mit der Petition wird eine Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit von
    Motorrad-Anhänger-Gespannen außerhalb geschlossener Ortschaften auf 80 km/h
    durch die Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) gefordert.
    Zu der auf der Internetseite des Deutschen Bundestages veröffentlichten Eingabe
    liegen dem Petitionsausschuss 388 Mitzeichnungen und 25 Diskussionsbeiträge vor.
    Außerdem gingen mehrere sachgleiche Petitionen zu diesem Thema ein. Sie werden
    einer gemeinsamen parlamentarischen Prüfung unterzogen. Es wird um Verständnis
    gebeten, dass nicht auf alle der vorgetragenen Aspekte im Einzelnen eingegangen
    werden kann.
    Zur Begründung des Anliegens wird im Wesentlichen ausgeführt, dass das aus der
    Nachkriegszeit stammende Tempolimit für Motorräder mit Anhängern überholt sei.
    Fortschritte bei der Fahrwerksentwicklung und der Sicherheitstechnik ließen weitaus
    höhere Geschwindigkeiten zu. Daher solle das generelle Tempolimit für Motorräder
    ohne ABS und mit Anhänger auf 80 km/h und für solche mit ABS und Anhänger auf
    100 km/h, analog zu den Regelungen für PKW, angehoben werden. Zudem würde
    sich dadurch für Gespann-Hersteller ein neuer großer Absatzmarkt eröffnen.
    Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten zu dem Vorbringen wird auf die eingereichten
    Unterlagen verwiesen.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Ansicht
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:

    Der Petitionsausschuss weist zunächst darauf hin, dass
    Geschwindigkeitsbeschränkungen im Rahmen der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)
    angeordnet werden. Bei der StVO handelt es sich im Wesentlichen um eine
    Unfallverhütungsvorschrift und damit um Gefahrenabwehrrecht.
    Die geforderte Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Krafträder mit
    Anhänger kann nur in Betracht gezogen werden, wenn wissenschaftlich belegt
    würde, dass die Verkehrssicherheit sowohl der Fahrer von entsprechenden
    Fahrzeugkombinationen als auch der anderen Verkehrsteilnehmer hierdurch nicht
    beeinträchtigt würde. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
    hat die Thematik mit Herstellern von Motorrädern erörtert. Die Hersteller haben
    deutlich gemacht, dass aus ihrer Sicht für die Heraufsetzung der zulässigen
    Höchstgeschwindigkeit für Motorräder mit Anhänger keine Notwendigkeit gesehen
    werde und dass die von ihnen produzierten Fahrzeuge grundsätzlich nicht für den
    Betrieb mit Anhänger geeignet seien.
    Auf eine Anfrage des Bundesverkehrsministeriums teilte auch der Industrie-Verband
    Motorrad Deutschland e. V. (IVM) nach Abfrage aller im IVM organisierten
    Fahrzeughersteller und -importeure am 9. Oktober 2008 mit, dass dem IVM keine
    Erkenntnisse zu fahrdynamischen Rahmenparametern für den Betrieb von
    Anhängern vorlägen. Darüber hinaus sei aus Sicht des IVM ein echter Markt für
    Motorradanhänger in Deutschland nicht vorhanden.
    Abschließend stellt der Ausschuss fest, dass vor diesem Hintergrund die
    Verkehrssicherheit im Falle einer Erhöhung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit
    nicht garantiert werden kann. Daher wird derzeit keine Möglichkeit gesehen, der
    Forderung nach einer Anhebung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für
    Motorräder mit Anhänger außerhalb geschlossener Ortschaften nachzukommen.
    Vor diesem Hintergrund empfiehlt der Petitionsausschuss, das Petitionsverfahren
    abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden konnte.Begründung (pdf)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.