Transparente und nachhaltige Anlagestrategie der VBL

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Vorstand der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder

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Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

Petition richtet sich an: Vorstand der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder

Wir fordern:

  1. Transparenz über alle Investments der VBL.
  2. Die Erarbeitung und Einhaltung von verpflichtenden ökologischen und sozialen Standards für alle Investments der VBL.
  3. Den grundsätzlichen Ausschluss von Investments in Kohle, Gas (ausgenommen Biogas), Erdöl und Kernenergie aus dem Portfolio der VBL.

Begründung

Als Angestellte des Öffentlichen Dienstes wird unsere betriebliche Altersvorsorge, wie die von etwa 4,7 Millionen anderen Versicherten, von der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) verwaltet.
Die VBL investiert ihr Anlagevermögen (etwa 24 Milliarden Euro) dabei auf eine Weise, welche wir aus mehreren Gründen für problematisch halten: Sie schafft erstens keine Transparenz darüber, wo das von ihr verwaltete Geld angelegt ist. Die VBL verpflichtet sich bezüglich ihrer Investments zweitens nicht zu klaren sozialen und ökologischen Standards. Lediglich Streumunitions- und Antipersonenminenhersteller sowie Produzenten von Bio- und Chemiewaffen werden aus dem Portfolio ausgeschlossen, wobei erstere ohnehin durch die Vereinten Nationen geächtet sind. Investments in Kohle, Rüstungsgüter oder Firmen, die menschenunwürdige Arbeitsbedingungen oder Kinderarbeit tolerieren, sind damit prinzipiell möglich. Die VBL verpasst so die Chance, als öffentliche Institution explizit in zukunftsträchtige Branchen wie erneuerbare Energien sowie in die Dekarbonisierung unserer Wirtschaftsweise zu investieren.
Diese Investmentstrategie ist nicht mit den Werten vereinbar, die wir als wissenschaftliche Einrichtung vertreten. Wir setzen uns nicht nur in Forschung und Lehre für Zukunftsorientierung und soziale Verantwortung ein, sondern auch dann, wenn es um die Anlage für unsere Rentenversicherung geht.
Insbesondere für das Erreichen der im Übereinkommen von Paris international vereinbarten Klimaziele ist die Unterstützung des Finanzsektors durch strategisch zukunftsgerichtete Investments unerlässlich. Gerade die vom Bundesfinanzministerium beaufsichtigte VBL sollte deshalb den Wandel in eine emissionsarme Wirtschaft und Gesellschaft unterstützen und damit das im März 2019 von der Bundesregierung erklärte Ziel, Deutschland zu einem führenden Sustainable-Finance-Standort auszubauen, vorantreiben.
Andere Institutionen haben bereits gezeigt, dass die nachhaltige Verwaltung von Rentengeldern möglich ist. So fördert beispielsweise die führende Verwaltungsgesellschaft französischer Pensionsfonds, die Caisse des Dépôts, mit ihren Geldern sozialen Wohnungsbau, erneuerbare Energien und weitere sozial verantwortliche Projekte. Auch die Pensionsfonds der Länder Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen investieren künftig in Aktienindizes, die auf gemeinsam entwickelte Nachhaltigkeitskriterien basieren. Weltweit haben sich bereits 1243 Finanzinstitutionen dazu verpflichtet, Investments in fossile Energien zu stoppen. Praktisch geschieht dies beispielsweise durch den Ausschluss von Firmen, die auf der Global Coal Exit List stehen oder Teil der Carbon Underground 200 (und damit der 200 börsennotierten Firmen mit den größten Kohle-, Öl- und Gasreserven) sind.
Aktuelle Forschung im Bereich nachhaltiger Finanzen legt nahe, dass durch eine nachhaltige Anlagestrategie keinerlei finanzielle Nachteile entstehen. Ganz im Gegenteil tragen insbesondere Investments in fossile Energieträger auch ein hohes finanzielles Risiko.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 11.04.2021
Sammlung endet: 10.04.2022
Region: Deutschland
Kategorie: Verwaltung

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