Überprüfen des Basistarifs in der privaten Krankenversicherung

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

1 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

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Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2022
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Der beim Bundesministerium f. Gesundheit und u.a. bei der KZV Berlin beschriebene Basistarif der privaten Krankenkassen muss geprüft und überarbeitet bzw. neu gestaltet werden.
Der zum 1.1.2009 eingeführte Tarif soll für Entlastung von Versicherten in der privaten Krankenversicherung (PKV) sorgen. Leider tut er das nur sehr bedingt. Nämlich dann, wenn man als Versicherter Sozialleistungen bezieht.
Das BMfG schreibt: "Um die Bezahlbarkeit des Basistarifs zu gewährleisten, darf dessen Beitrag den Höchstbeitrag in der GKV nicht überschreiten. Dieser beträgt ab 1. Januar 2022 rund 769 Euro pro Monat. Sind Versicherte hilfebedürftig oder würde durch die Bezahlung einer solchen Prämie Hilfebedürftigkeit ausgelöst, reduziert sich die Prämie im Basistarif auf die Hälfte."
Nun ist die Höchstgrenze von aktuell 769 € deutlich höher als alle mir bekannten und mit deutlich besseren Leistungen (Chefarzt, 1 oder 2-Bett Zimmer etc.) ausgestatteten privaten Versicherungstarifen. Bei der Übernahme durch z.B. das Jobcenter übernimmt das Jobcenter max. 384,50 €.
Eine "Gegendarstellung" zur Qualität des Tarifes gegenüber den darin (unfreiwillig!) Versicherten finden Sie im Deutschen Ärzteblatt.
Leider, so meine persönlichen Erfahrungen (siehe unten), gibt es aktuell (August 2022) nur wenige Ärzte, die zum Basistarif der PKV behandeln. Das Finden von (Fach-)Ärzten ist mit hohen Hürden verbunden, z.T. wurde ich direkt am Empfang einer Praxis abgewiesen. Besonders schlecht sind die Erfahrungen mit Zahnärzten, mein langjähriger Zahnarzt verweigerte mir innerhalb einer laufenden Behandlung die medizinisch erforderliche Fortführung zum Basistarif. Das ist meines Wissens unzulässig, aber zwingen kann ich ihn nicht, oder evtl. bestenfalls gerichtlich, was im erforderlichen zeitlichen Rahmen außer Frage steht.
Ein mir von der kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin genannter alternativer Zahnarzt (Dr. Olaf Neumann) hat mir nach Anamnese einen außerhalb des Basistarifs liegenden Heil- und Kostenplan vorgelegt. Und er wollte -wohl entgegen seinem hippokratischen Eid- einen weitestgehend gesunden Zahn mit eigentlich geplanter Teilkrone herunterschleifen und mit einer Vollkrone versehen. Leider wieder mit einer Keramikkrone, nicht einer Metallkrone, nur letztere ist im Basistarif im Bereich der Backenzähne ab zu rechnen. Zitat Dr. Neumann: "Eine Teilkrone aus Metall ist für mich total unwirtschaftlich. Da müsste ich Geld mitbringen und bleibe lieber im Liegestuhl liegen." Punkt.
Übrigens: ich habe die KZV Berlin informiert, dass Dr. Neumann die Behandlung nach Basistarif nicht eingehalten hat. Er findet sich noch immer in der Suchmaschine der KZV Berlin, als Zahnarzt mit Behandlung nach Basistarif.
Es erscheint so, dass hier eine Feigenblatt vor die in Deutschland gesetzten Krankenversicherungspflicht gebaut ist. Man hat zwar eine Versicherung - aber keinen Arzt.
Auch bleibe ich privat versichert. Das bedeutet, dass ich die Rechnungen privat erhalte und mit der Krankenkasse abrechnen muss. Meine Krankenkasse benötigt bis zu 8 (!) Wochen bis zur Überweisung, auch wenn ich die Überweisung direkt an den Arzt beauftrage. Die Mahnungen stapeln sich regelmäßig bei mir. Natürlich muss ich damit rechnen, beim Arzt wegen offener Forderungen nicht empfangen bzw. behandelt zu werden.
Aktuell laufen die inflationären Kosten auch der Ärzte dem Tarif extrem davon. Es ist damit zu rechnen, dass immer weniger Ärzte den im Tarif wegen der sozialen Verschiebungen durch Pandemie und Krieg den ansteigenden Versichertenzahlen entgegen stehen.
Dieses geschilderte Missverhältnis muss zur Verhinderung sozialer Härten neu gedacht und ausgestattet werden. Die Grundlage des Tarifs, aus dem Jahr 2009, muss neu gesetzt werden. Mit einer finanziellen Ausstattung, mit der die Ärzte auch arbeiten wollen.

Begründung

Meine persönlichen Erfahrungen, und einige Gespräche mit anderen Betroffenen bestätigen mich, sind fatal. Seit 18 Monaten aus finanziellen Gründen im Basistarif der PKV gefangen, bekomme ich im Rahmen des Tarifs keine bzw. schwierig zu erlangende Gesundheitsleistungen.
Bei der Suche nach einem Hausarzt wurde ich z.T. direkt am Empfang der Praxis, beim Vorzeigen des Tarifausweises, abgewiesen. Andere Ärzte behaupteten plötzlich, sie seien voll und nehmen keine neuen Patienten mehr.
Mein langjähriger Zahnarzt brach eine laufende Behandlung ab, diese sei im Basistarif nicht möglich, ich müsste hunderte Euro zu zahlen. Dabei war es nichts wirklich besonderes, nur eine Teilkrone im Backenzahn, die er aus Keramik machen wollte, der Tarif jedoch nur eine Metallteilkrone erlaubt. Weitere Ärzte verweigerten sich ebenfalls - letzte Möglichkeit für mich scheint die Zahnklinik der Charite im Rahmen der studentischen Ausbildung zu sein, deren Heil- und Kostenplan liegt derzeit bei der Krankenkasse zur Genehmigung.
Zu erwähnen ist noch, dass die von den Ärzten geschickten Rechnungen überwiegend nicht dem Tarifmodell entsprechen und immer wieder Abschläge wegen nicht versicherter Leistungen entstehen. Natürlich gibt es jedes Mal Theater wenn diese Abschläge nicht bezahlt werden und vom Arzt ausgebucht werden müssen.
Insgesamt führt der Tarif zu einem 100% Unbehagen. Ich fühle mich beim Arzt wie ein Patient nicht zweiter, sondern dritter Klasse. Immer bleibt die Angst, dass Kosten irgendwo nicht übernommen werden und ich gerichtlich verklagt werde. Aus den Sozialleistungen sind solche Kosten nicht zu leisten.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 31.08.2022
Sammlung endet: 02.03.2023
Region: Deutschland
Kategorie: Soziales

Neuigkeiten

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