Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die Hersteller von Zahnpasten verpflichtet werden, den Abrasionswert (RDA, Radioactive Dentin Abrasion) ihrer Produkte auf der Verpackung anzugeben. Dieser Wert gibt an, wie viel Dentin (Zahnbein) im Laborversuch mit der jeweiligen Zahnpasta abgerieben wird. Die Abrasion wird durch die Benutzung harter Zahnbürsten zusätzlich verstärkt.

Begründung

Kaum ein Hersteller gibt den RDA-Wert freiwillig an. - Dem Einreicher dieser Petition ist nur ein Hersteller bekannt, der dies sowohl auf der Homepage als auch auf der Verpackung angibt. Die meisten Hersteller vermeiden das und verweigern auch auf explizite Anfrage die Angabe des RDA-Werts mit dem Hinweis auf das „Betriebsgeheimnis“. Hinzu kommt, dass immer mehr Zahnpasten eine aufhellende Wirkung („sanftes Weiß, Intensives Weiß“) ausloben. Der Verbraucher hat somit derzeit kaum Möglichkeiten, eine Zahnpasta im Hinblick auf seinen eigenen Zahnzustand und sein Putzverhalten qualifiziert zu bewerten.Dies möge der Bundestag möglichst beschließen•ohne sich durch den Einwand der Industrie wieder verunsichern zu lassen, der RDA-Wert sei auf die Verhältnisse am gesunden Zahn nicht ohne weiteres übertragbar; dies mag so sein, aber er bietet immerhin eine standardisierte, auch von der Bundesärztekammer verwendete Vergleichsmöglichkeit. Damit kann der Anwender (ganz ohne Bevormundung seitens der Hersteller) selbst oder gemeinsam mit seinem Zahnarzt entscheiden, welche Zahnpasten für ihn geeignet sind oder von welchen er (z. B. aufgrund bereits freiliegender Zahnhälse) besser die Finger lässt.•ohne den so gerne unternommenen, jedoch meist erfolglosen Versuch einer Regelungsvermeidung in Form einer "freiwilligen Selbstverpflichtung" der Hersteller.•ohne dass man dieses Gesetz in relevanten Passagen wieder von der Pharmalobby selbst schreiben lässt bzw. ohne die zahlreiche Ausnahmen und Sonderregelungen, die den Versuch einer gesetzlichen Regelung letztlich wieder nur unterlaufen sollen.•ohne Verschiebetaktik in Form jahrelanger Übergangsfristen - die Hersteller kennen die Abrasivität ihrer Produkte!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
  • Pet 3-18-10-7125-036716 Verbraucherschutz

    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 05.07.2018 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.

    Begründung

    Der Petent fordert die Angabe des Abrasionswertes bei Zahnpasten.

    Der Petent möchte erreichen, dass die Hersteller von Zahnpasten verpflichtet werden,
    den Abrasionswert ihrer Produkte auf der Verpackung anzugeben. Er führt aus, dass
    dieser Wert, der Radioactive Dentin Abrasion (RDA) heißt, angebe, wie viel Dentin im
    Laborversuch mit der jeweiligen Zahnpasta abgerieben wird. Der Petent beanstandet,
    dass kaum ein Hersteller den RDA-Wert freiwillig angebe. Auch auf ausdrückliche
    Nachfrage sei eine Auskunft meist nicht zu erhalten. Der Verbraucher habe daher
    kaum Möglichkeiten, eine Zahnpasta im Hinblick auf seinen Zahnzustand und sein
    Putzverhalten qualifiziert zu bewerten. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Angabe des
    Wertes auf der Verpackung sei daher erforderlich.

    Die Petition wurde auf den Internetseiten des Petitionsausschusses des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht und diskutiert. 85 Mitzeichnende haben das Anliegen
    unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner parlamentarischen Prüfung
    die Bundesregierung gebeten, eine Stellungnahme zu dem Anliegen abzugeben. Die
    Prüfung hatte das im Folgenden dargestellte Ergebnis:

    Zahnpasta zählt zu den kosmetischen Mitteln. Kosmetische Mittel sind auf Ebene der
    Europäischen Union in der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 über
    kosmetische Mittel abschließend geregelt. Die EU-Kosmetikverodnung schreibt vor,
    dass kosmetische Mittel bei normaler oder vernünftigerweise vorhersehbarer
    Verwendung für die menschliche Gesundheit sicher sein müssen. Dies gilt
    insbesondere unter Berücksichtigung von z. B. Aufmachung, Kennzeichnung oder den
    Gebrauchsanweisungen. Der RDA-Wert gilt als ein Maß für die Menge an Dentin
    (Zahnbein), die abgetragen wird. Je abrasiver eine Zahnpasta dabei wirkt, desto höher
    liegt der RDA-Wert. Dieser Wert spiegelt zwar die Abrasivität unter standardisierten
    Bedingungen wieder, die tatsächliche Abnutzung beim Zähneputzen ist jedoch von
    vielen Faktoren abhängig. Hierzu gehören die Häufigkeit und Dauer des
    Zähneputzens, die Zahnbürste und die Zahnputztechnik. Auch die Aufnahme von
    säurehaltigen Lebensmitteln vor dem Zähneputzen spielt eine Rolle. Daher ist nach
    den Ausführungen der Bundesregierung der RDA-Wert nur bedingt aussagekräftig.
    Auch erschließt sich die Bedeutung dieses Wertes den Verbraucherinnen und
    Verbrauchern ohne weitere Erläuterungen nicht zwingend. Die Bundesregierung hält
    es daher für sinnvoll, dass Verbraucherinnen und Verbraucher sich durch ihre
    Zahnarztpraxis beraten lassen. Weiterhin stellt der Petitionsausschuss fest, dass
    unabhängige Verbrauchermagazine Zahnpasten vergleichen und dort u. a. der RDA-
    Wert häufig in die Bewertung einfließt. Auch Hersteller bewerben Zahnpasten, die
    schonend bzw. wenig abrasiv sind, üblicherweise z. B. mit dem Hinweis „sensitiv“.

    Der Petitionsausschuss sieht daher keinen gesetzlichen Regelungsbedarf und
    empfiehlt, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht entsprochen
    werden konnte.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.