Der Deutsche Bundestag möge beschließen, den Einsatz von Reserve-Antibiotika in der Tierhaltung schnellstmöglich zu verbieten, um Menschenleben zu retten.

Begründung

Viele Antibiotika weisen inzwischen Resistenzen auf und sind in Ihrer Wirkung nutzlos geworden.Die Medizin hält für Notfälle jedoch sogenannte Reserve-Antibiotika zur Verfügung.Diese werden nur gegeben, wenn es um Leben oder Tod geht. Viele Menschen können dadurch gerettet werden, weil das Reserve-Antibiotikum noch eine gute Wirksamkeit besitzt.Derzeit stehen aber auch den Veterinär-Medizinern diese wirksamen Mittel zur Verfügung und sie werden gerne bei den Tieren eingesetzt, wodurch auch hier antibiotikaresistente Keime entstehen und so in den Kreislauf mit dem Menschen kommen. Ein Reserve-Antibiotika-resistenter Keim gegen Colistin ist z. B. schon aufgetreten.Da es nur sehr wenige Reserve-Antibiotika gibt, die dem Menschen derzeit (noch) helfen, muss unbedingt verhindert werden, dass es auch hier zu resistenten Keimen kommt, verursacht durch die Tierhaltung. Geht der Nutzen dieser wertvollen Medikamente verloren, werden jährlich tausende Menschen mehr an bakteriellen Infektionen sterben.Dänemark soll hier z. B. schon ein Verbot ausgesprochen haben.Ein schnelles Verbot rettet Menschenleben, jetzt und in der Zukunft.Stellen Sie sich vor, Sie oder Ihr Kind haben eine Lungenentzündung, eine Blutvergiftung oder eine schwere Darmentzündung und es hilft kein Antibiotika mehr. Daran sind früher viele Menschen gestorben und werden auch wieder sterben, wenn hier nicht schnellstmöglich eingegriffen wird.Beispiel Sendung plusminus (ARD) vom 11.05.2016

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  • Pet 3-18-10-7125-032466

    Verbraucherschutz


    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 09.03.2017 abschließend beraten und
    beschlossen:

    Die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Ernährung und
    Landwirtschaft – zu überweisen.

    Begründung

    Die Petentin möchte ein Verbot des Einsatzes von Reserve-Antibiotika in der
    Tierhaltung erreichen.
    Sie führt aus, dass viele Antibiotika nicht mehr wirken würden, da Resistenzen
    bestünden. Für derartige Notfälle gebe es so genannte Reserve-Antibiotika. Diese
    stünden jedoch auch Veterinärmedizinern zur Verfügung und würden häufig bei
    Tieren eingesetzt. Hierdurch entstünden antibiotikaresistente Keime auch bei
    Menschen. Es müsse verhindert werden, dass es durch Einsatz dieser Reserve-
    Antibiotika bei Tieren zu resistenten Keimen komme.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des
    Deutschen Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 337 Mitzeichnende
    haben das Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre
    Auffassung zu dem Anliegen darzulegen. Die Prüfung des Petitionsausschusses
    hatte das im Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat gemeinsam
    mit dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und dem Bundesministerium für
    Bildung und Forschung (BMBF) die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie
    entwickelt. Diese sowie die Deutsche Antibiotikaresistenzstrategie 2020, bei der es
    sich um eine Nachfolgestrategie handelt, umfasst neben der Entwicklung neuer
    Antibiotika, alternativer Therapien und verbesserter Diagnostik das Ziel,
    sektorübergreifende und sektorspezifische Maßnahmen zur Eindämmung der
    Ausbreitung der Antibiotikaresistenz zu entwickeln. Wirkstoffe, die für die
    Behandlung von Infektionskrankheiten des Menschen besondere Bedeutung haben,

    sollen bei Menschen und Tieren nur zum Einsatz kommen, wenn andere Wirkstoffe
    nicht zu einer Heilung führen. Grundlage für die Therapieentscheidung soll neben der
    klinischen Untersuchung grundsätzlich auch die Testung der krankmachenden
    Bakterien auf ihre Empfindlichkeit gegenüber den zur Wahl stehenden antibiotischen
    Wirkstoffen sein.
    Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass vom BMEL derzeit Regelungen vorbereitet
    werden, die die Anwendung von Antibiotika bei Tieren weiter einschränken sollen.
    Hierdurch soll dazu beigetragen werden, Therapie-Optionen in der Humanmedizin zu
    erhalten und zu verbessern. Antibiotika sind das wichtigste Instrument zur
    Behandlung von bakteriellen Infektionskrankheiten. Leider nehmen jedoch auch in
    Deutschland die Fälle von Antibiotikaresistenzen zu. Wie in der Petition zutreffend
    ausgeführt, besteht die Gefahr, dass Medikamente bei erkrankten Menschen oder
    erkrankten Tieren ihre Wirkung verlieren. Da jeder Einsatz von Antibiotika letztlich die
    Resistenz fördern kann, muss sichergestellt sein, dass Antibiotika gerade bei Tieren,
    von denen Lebensmittel gewonnen werden, nur dann eingesetzt werden, wenn sie
    unbedingt erforderlich sind. Nach Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz
    und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat sich in Deutschland die in der Tiermedizin
    abgegebene Menge an Antibiotika zwischen den Jahren 2011 und 2015 mehr als
    halbiert. Dennoch hält der Petitionsausschuss – wie auch die Bundesregierung –
    weitere Maßnahmen für erforderlich. Um eine weitere Zunahme der Resistenzen zu
    verhindern, sollte der Antibiotika-Einsatz auf das unbedingt therapeutisch notwendige
    Maß begrenzt werden. Anstrengungen, die Tiere gesund zu erhalten, damit
    Behandlungen erst gar nicht erforderlich werden, sollten hierbei im Vordergrund
    stehen.
    Da vom BMEL derzeit Regelungen vorbereitet werden, die eine weitere
    Einschränkung der Antibiotikaanwendung bei Tieren bezwecken, empfiehlt der
    Petitionsausschuss, die Petition dem BMEL zu überweisen.
    Der von den Fraktionen DIE LINKE. und von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gestellte
    Antrag, die Petition der Bundesregierung zur Berücksichtigung zu überweisen, wurde
    mehrheitlich abgelehnt.

    Begründung (PDF)

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

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