Verbraucher werden mit Werbung per Post gegen ihren ausgesprochenen Willen zum Handeln gezwungen: Sie müssen unerwünschte Briefwerbung in ihrem Briefkasten in ihrem Altpapiermüll entsorgen und sie müssen, um weitere Zustellung von Katalogen, Prospekten und Werbebriefen zu verhindern, das entsprechende Unternehmen aktiv und schriftlich auffordern, die Zusendung einzustellen und die persönlichen Daten zu löschen.

Auf die Zusendung elektronischer Newsletter ist durch den vorgeschriebenen Link in der jeweiligen Werbemail, wenn auch unzufriedenstellend, reagiert worden. Verbraucher, die Werbung und Zustellung von Prospekten, Katalogen sowie Briefwerbung wünschen, können diese bei Unternehmen erbitten. Das Eintragen in die sogenannten Robinsonliste stellt keinen ausreichenden Schutz dar. Das Anbringen eines entsprechenden Hinweises an den persönlichen Briefkasten schützt nur vor dem Einwurf nicht adressierter Werbung und kostenloser Zeitungen. Der Verbraucher muss vor unerwünschter Werbung geschützt werden.

Wir fordern für Unternehmen ein gesetzliches Verbot unerwünschter, nicht aktiv angeforderter Zustellung von Werbung in Form von Briefwerbung, Prospekten und Katalogen sowie digital zugestellter Werbung.

Begründung

Im Gegensatz zur Telefonwerbung sei aus Sicht des Gesetzgebers Werbung per Post und per E-Mail nicht störend. Begründet wird dies damit, dass Briefe, Prospekte oder Einwurfsendungen, die still und leise im Briefkasten liegen, ebenso wie Werbemails keine große Belästigung darstellen. Es sei schnell und einfach möglich, die Briefwerbung zu entsorgen oder die Werbemails zu löschen. Hinzu kommt, dass viele Verbraucher durchaus Interesse an solcher Werbung zur Information über Produkte hätten. Ebenso müsse es für Unternehmen möglich sein, ihre Produkte und Angebote zu bewerben. Deshalb sehe der Gesetzgeber keinen Grund, die Anforderungen, die zulässige Werbung per Post und E-Mail erfüllen muss, zu verschärfen.

Diese Haltung ist unter den Gesichtspunkten Umwelt und Nutzung moderner Technologien untragbar geworden.

Tonnen über Tonnen an Papier werden jedes Jahr ungelesen entsorgt. Ungeahnte Umweltbelastungen entstehen durch gigantische Speicherkapazitäten und Serversysteme zum Vorrat von Daten. Der Verbraucher informiert sich zunehmend selbst aktiv im Internet. Zusätzliche Umweltbelastungen könnten durch ein Verbot unerwünschter Werbung verringert werden. Der Schutz von Verbrauchern, die Werbung wünschen, und Unternehmen, die Werbung versenden wollen, stehen hierzu in keinem Verhältnis und könnten zudem durch eine einfache Regelung – aktive Bestellung und auch hierdurch erst die Freigabe der persönlichen Daten durch den Verbraucher selbst gewahrt sein.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Julia Kamp aus Wiesbaden
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Es grenzt schon an Nötigung, was uns die Werbeindustrie mittlerweile zumutet. Das Internet verkommt zur Kloake. Was soll der ganze Mist mit den Cookies?

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