In Bayern gibt es seit 2011 das Recht auf Inklusion in der Schule, und seitdem räumt das Bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz (BayEUG) Kindern mit Beeinträchtigungen eine Wahl zwischen Förderschule und allgemeiner Schule ein.

Doch die Förderungsmöglichkeiten sind an den beiden Schularten nicht vergleichbar. Die allgemeine Schule bietet weniger Unterstützungsmöglichkeiten als die Förderschule und deswegen haben Kinder in der Inklusion das Nachsehen. Somit steht auch das Wahlrecht nur auf dem Papier: Wer wählt schon freiwillig schlechtere Bedingungen?

Um dem abzuhelfen, fordern wir, der Bayerische Elternverband, schon seit 2012 Zweitkräfte für den Unterricht in Inklusionsklassen.

Begründung

Ministerpräsident Markus Söder hat in seiner ersten Regierungserklärung ein wahres Füllhorn an Wohltaten über Bayern ausgeschüttet, was er sich wegen der glänzenden Haushaltslage auch leisten kann.

Angesichts der bisher äußerst unbefriedigenden Bilanz der Inklusion ist es nun höchste Zeit, dass auch behinderte Kinder und Jugendliche vom „Goldregen“ in Bayern profitieren.

Es hat sich herausgestellt, dass Inklusion bei verhaltensauffälligen und lernzieldifferent zu unterrichtenden Schülern mit den vorhandenen Ressourcen nicht oder nur höchst selten funktioniert. Somit kann auch das Wahlrecht gemäß Art. 41 Abs. 1 Satz 3 BayEUG zwischen allgemeiner und Förderschule im Schulalltag nicht ausgeübt werden.

Nicht nur beim Bayerischen Elternverband stranden wöchentlich Eltern, deren Wunsch nach Inklusion nicht entsprochen wird. Andere werden erst nach auftretenden Schwierigkeiten von der allgemeinen Schule an die Förderschulen gedrängt. Es herrscht Ratlosigkeit, wie mit solchen Kindern umzugehen ist.

Die im BayEUG festgeschriebenen Hilfsmöglichkeiten genügen nicht: der Mobile Sonderpädagogische Dienst ist viel zu wenig in der Schule anwesend, um Tag für Tag praktisch helfen zu können, Schulbegleiter können durch ihre völlig eingeengte Rolle die soziale Integration des behinderten Kindes in der Klasse nicht bedarfsgerecht unterstützen und die Klassenlehrkraft ist mit der Gestaltung des Unterrichts und den steigenden Herausforderungen des übrigen Schulalltags ausgelastet.

Die Schulen wissen somit keinen Rat. Daher werden diese Kinder ganz oder teilweise vom Unterricht suspendiert, mit der Folge, dass (wegen dann zu geringen Einkommens) die Schulbegleitung kündigt, wodurch der Besuch der allgemeinen Schule unmöglich wird. Um das Problem irgendwie zu lösen, üben Lehrkräfte, Schulleitungen und Schulämter auf die Eltern massiven Druck aus, ihr Kind an die Förderschule zu geben. Wenn sie sich weigern, werden Jugendämter eingeschaltet und sogar mit Entzug des Sorgerechts gedroht. Dies ist ein unhaltbarer und skandalöser Zustand!

Der Bayerische Elternverband fordert daher für Klassen mit verhaltensauffälligen und lernzieldifferent zu unterrichtenden Schülern pädagogische Zweitkräfte, die nicht an ein bestimmtes Kind, sondern fest an eine Schule gebunden sind. Sie sollen individuell, sozial- und gruppenorientiert den Klassenlehrer bei der Umsetzung eines inklusiven und individualisierenden Unterrichts unterstützen.

Diese Forderung haben wir nun in einem offenen Brief an Ministerpräsident Dr. Markus Söder erneuert. Diesen können Sie hier einsehen: www.bev.de/uploads/tx_news/OffenerBrief_MPS%C3%B6der_Inklusion_20180606.pdf

Bitte helfen Sie mit Ihrer Unterschrift, das Recht auf Inklusion zu verwirklichen – immerhin ist es ein Menschenrecht!

Nur wenn Förderschule und allgemeine Schule vergleichbare Förderbedingungen bieten, kann Inklusion gelingen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Henrike Paede aus Stadtbergen
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Pro

Inklusion ist ein gesamtgesellschaftlicher Lernprozess. Es ist der Umbau vieler derzeitiger Strukturen (Förderschulsystem) nötig und das Umdenken vieler Beteiligter. Natürlich braucht das Investitionen - aber Investitionen dienen doch immer einer Verbesserung in der Zukunft. Ich finde auch, unserem Schulsystem würde es gut anstehen, sich endlich interdisziplinär aufzustellen und pädagogische Fachkräfte anderer Ausbildungsrichtungen mit ihren Sichtweisen und Erfahrungen in den Bildungsprozess einzubeziehen. Davon können wir alle nur profitieren.

Contra

Und wieder sollen alle Blechen damit noch mehr Lehrer mit A 13 eingestellt werden... Mal wirklich, es reicht langsam mit der Inklusion weniger zu Lasten aller.