Von Petitions-Startenden ausgezeichnet: Die meisten Erfolge mit openPetition

11. Mai 2021 - Transparenz

Eine jüngst veröffentlichte Studie aus Deutschland hat die Erfahrungen von Petitions-Startenden verschiedener Petitionsplattformen verglichen, darunter die staatliche des Bundestages sowie die zivilgesellschaftlichen Plattformen Change.org und openPetition. So haben wir abgeschnitten:

Hilfreiche Unterstützung, Dialog mit der Politik und die meisten Erfolge! Im Zeitraum von Januar 2020 bis März 2020 untersuchte Dr. Kathrin Voss im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung die Erfahrungen, Motivationen und das Engagement von 1.259 Menschen, die mindestens einmal schon eine Online-Petition gestartet hatten. Die Ergebnisse sagen viel über die jeweilige Petitionsplattform sowie über die Stärken und Schwächen von Online-Petitionen als Beteiligungswerkzeug aus. 

Wer startet eine Petition auf openPetition? Da wir aus Datensparsamkeit Alter, Geschlecht oder Bildungsgrad nicht speichern, gibt’s hier überraschende Ergebnisse für uns: 

  • Alter: openPetition wird mehrheitlich von Menschen benutzt, die 50plus sind. Jede dritte Person ist zwischen 30-49 Jahren alt. Zukünftig müssen generell mehr junge Menschen abgeholt werden, denn grundsätzlich sind auf allen Plattformen weniger als 10% der Petitionsstartenden zwischen 18 und 29 Jahren alt.
  • Geschlecht: Während die Petitionsplattform des Bundestags zu 82% von männlichen Engagierten und nur von 17% von weiblichen genutzt wird, ist es auf openPetition ausgewogener mit einem Verhältnis von 6 zu 4. 
  • Bildung: Beteiligung darf nicht an Bildung scheitern. 61% der befragten Petitions-Startenden auf openPetition hatten akademische Hintergründe. Wir versuchen den “Politiksprech” in leichte Sprache zu übersetzen und doch müssen wir mehr Menschen zu verstehen geben, dass wirklich jeder von uns etwas verändern kann – egal ob Uniabschluss oder nicht. Dabei setzen wir verstärkt auf Aufklärung und Hilfe zur Selbsthilfe.
  • Migrationshintergrund: Grundsätzlich zeigt die Studie, dass rund 11% der Menschen, die Online-Petitionen erstellen, einen Migrationshintergrund haben. Um allen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu beteiligen, ist openPetition inzwischen in fast 30 Sprachen verfügbar.

Online-Petitionen werden von Couchpotatoes gestartet und es handelt es sich bei dem Beteiligungsprozess nur um Klicktivism? Dieser Pauschalkritik widersprechen wir sowie unsere Nutzerinnen und Nutzer seit Jahren. Und auch die Studie entkräftet das Vorurteil:

“Petitionen sind also das Mittel der Engagierten, vor allem auch der bereits politisch Engagierten. […] Das politische Engagement reicht dabei von traditionellen Formen wie der Mitgliedschaft und Mitarbeit in Parteien und Organisationen bis hin zu unkonventionellen Formen wie Online-Aktivismus. ”

FES (2021): S. 38

Warum wählen so viele Engagierte openPetition als Beteiligungsplattform?

1. Erfolgreich zum Ziel kommen

“Die meisten Petent_innen möchten mit ihrer Petition eine gesetzliche Regelung für ein Problem finden und bieten selber mit der Petition einen entsprechenden konkreten Lösungsvorschlag an. Ein anderes häufiges Ziel ist der Anstoß öffentlicher Debatten.”

FES (2021): S.8
Studie FES (2021): S. 64

Um diese Ziele zu erreichen ist es von Vorteil, wenn eine Beteiligungsplattform eine ausgebaute Infrastruktur hat. So unterscheiden sich zivilgesellschaftliche Plattformen von staatlichen u.a. dadurch, dass sie mehr und einfachere Möglichkeiten zum Teilen der Petition via verschiedenster Kommunikationskanäle und Social Media bieten. Des Weiteren bieten auch nur zivilgesellschaftliche Tipps und Tricks für die Pressearbeit. Bis jetzt ist es auch (leider) nur auf openPetition möglich, on- und offline Unterschriften in einen Topf fließen zu lassen. Rund 46% der Petitions-Startenden auf openPetition sehen jedoch genau Offlineaktionen als wichtigstes Erfolgskriterium an.

2. Unterstützung

Wir begleiten den Vorgang von A bis Z. Dabei versuchen wir für alle Menschen gleichermaßen da zu sein und in einfacher Sprache wichtige Tipps & Tricks weiterzugeben. Und natürlich: Jede Nachricht an uns wird beantwortet.

Was wir außerdem schon lange vermutet haben, jetzt aber bestätigt wissen: Durch Online-Petitionen können sich Netzwerke bilden, die sich gegenseitig unterstützen und wertvolle Erfahrungen austauschen. 

3. Dialog mit der Politik

Genau wie der Bundestag haben wir auf openPetition eine regionale Relevanzschwelle, kurz Quorum, für Petitionen. Wenn dieses erreicht wird, fragen wir die jeweiligen Abgeordneten um Stellungnahmen. Dadurch kommt ein erster Bürger-Politik-Dialog zustande, der meist den Stein ins Rollen bringt.

Online-Petitionen können durch öffentlichen Druck bereits vor dem parlamentarischen Prozess erfolgreich sein, doch am Ende entscheidet immer die Politik. Nach der Beendigung einer Petition reichen wir diese auch offiziell im Petitionsausschuss ein. Wenn wir den Beschluss erhalten, wird auch dieser auf der Petitionsseite veröffentlicht und an die Unterstützenden geschickt.

Hand aufs Herz – Die Studie verrät uns auch, worin wir noch besser werden sollten: Zukünftig versuchen wir verstärkt, diverse Menschen für politische Beteiligung zu begeistern – gerade Menschen mit Migrationshintergrund und junge Erwachsene. Denn politische Beteiligung soll für alle Mitglieder einer Gesellschaft möglich sein.

Wir überarbeiten außerdem unseren Ratgeber. Auch wenn bereits viele unserer Nutzerinnen und Nutzer diesen hilfreich finden, heißt das nicht, dass es nichts zu verbessern gibt. Gerade jetzt, da wir wissen, dass für viele der Petitions-Startenden die Offline-Aktionen ein wichtiger Erfolgsfaktor sind, können wir noch mehr Tipps & Tricks dafür einbauen.

Die Studie “Digitale Zivilgesellschaft – E-Petitionen als Form des digitalen Engagements” wurde 2020 von Dr. Kathrin Voss durchgeführt und von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben. Sie ist am 28.04.2021 veröffentlicht worden.

openPetition ist spendenfinanziert, datensparsam, überparteilich, transparent & gemeinnützig. Immer wieder sind wir Teil von Forschungsprojekten, um über Beteiligungsmöglichkeiten und -hürden aufzuklären und selbst zu lernen. 

Fragen, Lob oder Anregungen? Wir freuen uns über eine Nachricht an info@openpetition.eu. Für Presseinformationen sind wir unter presse@openpetition.de erreichbar.


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