3.866 Unterschriften
Petition richtet sich an: Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft
Zwischenziel am 11.6.26 im Kwadrat erreicht – Gesamtfinanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen aber weiterhin viel zu gering.
Proteste, Widersprüche, die Kinder-Demo am 29.5.26 und unsere aktuelle Petition konnten das unmittelbar bevorstehende Aus mehrerer Orte für Kinder und Jugendliche in Bremen vorerst abwenden.
Die Gesamtfinanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit wird von vielen Betroffenen jedoch weiterhin als viel zu gering bewertet.
In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses im Kwadrat am 11.6.26 wiesen wir auf die aus unserer Sicht bestehenden Widersprüche zwischen öffentlich beschönigenden Darstellungen der Situation und den tatsächlichen Rückmeldungen vieler Einrichtungen, Träger, Kinder und Jugendlicher hin. Dabei erneuerten wir unsere bereits öffentlich geäußerte Kritik an Aussagen der Sozialsenatorin Schilling im Weser Kurier. Aus Sicht vieler Betroffener spiegeln diese die tatsächlichen Nöte und Erfahrungen zahlreicher Einrichtungen nicht angemessen wider.
Für die Zeit ab 2027 wurden keine ausreichend tragfähigen langfristigen finanziellen Lösungen entwickelt. Zahlreiche Einrichtungen verfügen nicht über die nötige Planungssicherheit, um Personal zu halten und Angebote fortzuführen, wenn sie nur projektfinanziert werden sollen und die Finanzierung erst im November 2026 feststeht. Für die Betroffenen kommt dies viel zu spät. Völlig inakzeptabel ist zudem, dass mehrere Orte in Bremen 2027 sogar vor dem endgültigen Aus stehen.
Durch die Neuverteilung der Gelder werden zwar einige Stadtteile und ihre Angebote ab 2027 bessergestellt, was begrüßenswert ist. Wenn dies jedoch zulasten anderer Stadtteile geht und dort sogar Schließungen drohen, kann nicht von Verteilungsgerechtigkeit gesprochen werden. Stadtteile, Einrichtungen sowie Kinder und Jugendliche werden dadurch gegeneinander ausgespielt.
Im Kwadrat machten Betroffene, Kinder und Jugendliche sowie unsere Initiative deutlich, dass sie das drohende Aus mehrerer langbewährter Kinder- und Jugendorte 2027 nicht hinnehmen werden. Zugleich betonten sie, dass die neue Finanzierungsformel keine unantastbare Logik darstellt. Sie hätte auch zugunsten aller Kinder- und Jugendorte entwickelt werden können. Dies ist jedoch nicht geschehen, obwohl es angemessen, notwendig und tatsächlich gerecht gewesen wäre.
Lilly Kubon, Sprecherin der Kinder- und Jugendbeiräte, bemängelte zudem, dass Kinder und Jugendliche bei den wichtigen Entscheidungen nicht ausreichend beteiligt, informiert und aufgeklärt wurden und ihre Wortbeiträge teils belächelt wurden.
Um dem Protest gegen die unzureichende Gesamtfinanzierung Nachdruck zu verleihen und die langfristige bedarfsgerechte Absicherung aller Orte zu erreichen, übergaben wir die bis dahin bereits über 3.700 gesammelten Unterschriften sowie die eingegangenen Kommentare und Stellungnahmen dieser Petition persönlich der Sozialsenatorin. Unsere Petition bei Open Petition läuft weiter. Zudem haben wir die Petition bei der Bremischen Bürgerschaft eingereicht.
Forderungen:
1. Erhalt bestehender Einrichtungen
Keine Schließungen und keine existenzgefährdenden Kürzungen bei Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
2. Verlässliche und langfristige Finanzierung
Kinder- und Jugendarbeit braucht Planungssicherheit durch eine dauerhaft bedarfsgerechte und institutionelle Förderung statt kurzfristiger oder unsicherer Finanzierungsmodelle.
in
3. Bedarfsgerechte Mittelverteilung
Die Finanzierung muss sich an den tatsächlichen Bedarfen vor Ort orientieren und langjährig bewährte Einrichtungen sowie gewachsene Strukturen angemessen institutionell absichern.
4. Transparente und nachvollziehbare Entscheidungen
Finanzierungs- und Verteilungsentscheidungen müssen offen, nachvollziehbar und für die Öffentlichkeit verständlich getroffen werden.
5. Beteiligung der Betroffenen
Träger, Mitarbeitende, Familien, Kinder und Jugendliche müssen frühzeitig und ernsthaft in Entscheidungsprozesse einbezogen werden.
6. Kinder und Jugendliche in den Mittelpunkt stellen
Kinder- und Jugendarbeit darf nicht als Sparpotenzial betrachtet werden. Sie ist eine Investition in Bildung, Teilhabe, Prävention, Integration, Demokratieförderung und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Bremen. Sie stärkt Kinder, eröffnet Jugendlichen Perspektiven, entlastet Familien, wirkt Einsamkeit und Ausgrenzung entgegen und trägt zu lebendigen, solidarischen Stadtteilen bei.
7. Ausreichende Mittel für eine bedarfsgerechte und institutionell geförderte Kinder- und Jugendarbeit
Wir fordern, dass dauerhaft ausreichend finanzielle Mittel bereitgestellt werden, damit bestehende Angebote verlässlich, bedarfsgerecht und institutionell abgesichert arbeiten können. Steigende Personal-, Sach- und Betriebskosten müssen bei der Finanzierung berücksichtigt werden.. Kinder- und Jugendarbeit braucht daher nicht nur Planungssicherheit, sondern auch eine Finanzierung, die den realen Bedarfen und den tatsächlichen Kostenentwicklungen Rechnung trägt.
Begründung
Die Zukunft der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen bewegt inzwischen Menschen weit über einzelne Einrichtungen, Träger oder Stadtteile hinaus.
Was ursprünglich an verschiedenen Orten Bremens begann, hat sich zu einem gemeinsamen Anliegen vieler Bürgerinnen und Bürger entwickelt. Die Demonstration am 29. Mai 2026, die große öffentliche Resonanz auf diese Petition und zahlreiche Rückmeldungen haben deutlich gemacht:
Es geht nicht um einzelne Einrichtungen.
Es geht nicht um einzelne Stadtteile.
Es geht um Bremen.
Es geht um die Frage, welche Priorität Kinder, Jugendliche, Familien und soziale Infrastruktur künftig in unserer Stadt haben sollen.
Kinder und Jugendliche brauchen Orte, an denen sie willkommen sind, Unterstützung finden, Freundschaften schließen und Verantwortung übernehmen können. Genau solche Orte schaffen Jugendfarmen, Jugendfreizeitheime, offene Treffs und viele weitere Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Bremen – seit Jahrzehnten.
Diese Arbeit ist keine freiwillige Nebensache. Sie ist Schutzraum, Bildung, Prävention, Integration, Inklusion, soziale Teilhabe, Demokratieförderung, Kinderschutz und Zukunftssicherung zugleich.
Viele Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit stehen vor denselben Herausforderungen:
• Fehlende Planungssicherheit
• Steigender finanzieller Druck
• Unsichere Zukunftsperspektiven
• Sorgen um den Fortbestand wichtiger Angebote
Erstmals haben sich zahlreiche Menschen, Einrichtungen und Unterstützende stadtteilübergreifend zusammengeschlossen.
Die Unterstützung reicht dabei weit über die unmittelbar betroffenen Einrichtungen hinaus. Hinter dem Anliegen stehen unter anderem Kinderärztinnen und Kinderärzte, Psychologinnen und Psychologen, Lehrkräfte, pädagogische Fachkräfte, Kitas, Schulen, Vereine, Ehrenamtliche, Ortsbeiratsmitglieder, kommunalpolitisch Engagierte sowie zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus unterschiedlichen Stadtteilen Bremens.
Kinder- und Jugendarbeit ist keine freiwillige Zusatzleistung, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil von Bildung, Prävention, Integration, Inklusion, Teilhabe, Demokratieförderung und Kinderschutz.
Die breite Unterstützung dieser Petition hat bereits Wirkung entfaltet.
Durch Proteste, Widersprüche, die Demonstration und das breite Engagement rund um diese Petition konnte das drohende Aus von Orten für Kinder und Jugendliche zunächst abgewendet werden. Nach aktuellen Informationen konnten Finanzierungslücken für das Jahr 2026 geschlossen und bestehende Angebote vorerst gesichert werden.
Dies ist ein wichtiges Signal und ein gemeinsamer Erfolg vieler engagierter Menschen in dieser Stadt.
Die Herausforderungen bleiben jedoch bestehen.
Insbesondere für das Jahr 2027 sehen viele Betroffene weiterhin erhebliche Finanzierungslücken bei der Gesamtfinanzierung der Angebote für Kinder und Jugendliche in Bremen.
Deshalb verfolgen wir zwei wichtige Wege parallel:
Wir sammeln weiterhin Unterstützung für diese Petition auf OpenPetition und haben zusätzlich am 10. Juni 2026 eine Petition beim Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft eingereicht.
Mit dieser zweiten Petition möchten wir die offenen Fragen der langfristigen und bedarfsgerechten Finanzierung ab 2027 parlamentarisch begleiten und die Anliegen von Kindern, Jugendlichen, Familien und Einrichtungen dauerhaft in die politischen Beratungen einbringen.
Wenn diese Strukturen geschwächt werden oder wegbrechen, verlieren Kinder und Jugendliche weit mehr als Freizeitangebote. Sie verlieren Ansprechpersonen, Gemeinschaft, Orientierung, Schutzräume, Perspektiven, soziale Stabilität und Möglichkeiten zur Mitbestimmung.
Bereits heute berichten Einrichtungen von eingeschränkten Angeboten, reduzierten Öffnungszeiten, weggefallenen Projekten, Personalengpässen, fehlender Planungssicherheit und wachsendem wirtschaftlichem Druck.
Die entscheidende Frage lautet nicht, ob insgesamt mehr Geld im System vorhanden ist.
Die entscheidende Frage lautet:
Sind die vorhandenen und künftig bereitgestellten Mittel ausreichend und werden sie so eingesetzt und verteilt, dass sie den tatsächlichen Bedarfen vor Ort entsprechen und bestehende Angebote dauerhaft sichern?
Viele Betroffene vermissen zudem Transparenz darüber, nach welchen Kriterien Mittel verteilt werden, welche Rückmeldungen berücksichtigt wurden und welche Auswirkungen die Entscheidungen auf bestehende Angebote haben.
Kinder und Jugendliche dürfen nicht davon abhängig sein, in welchem Stadtteil sie leben.
Kinder- und Jugendarbeit darf nicht zum Verteilungskampf zwischen Stadtteilen, Trägern oder Einrichtungen werden.
Wer heute bei Kindern und Jugendlichen spart, spart nicht wirklich.
Er verschiebt Probleme exponentiell in die Zukunft.
Bremen braucht starke Kinder.
Starke Kinder brauchen verlässliche Orte.
Und diese Orte brauchen eine sichere, faire, transparente, bedarfsgerechte und institutionelle Finanzierung der offenen Kinder- und Jugendarbeit.
Denn unsere Kinder sind keine Sparmaßnahme.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
10.05.2026
Sammlung endet:
09.11.2026
Region:
Freie Hansestadt Bremen
Kategorie:
Soziales
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Neue SprachversionDebatte
Kinder- und Jugendarbeit ist für alle Kinder wichtig. Es gibt viele Kinder, denen sie den Halt gibt, die sie im häuslichen Umwelt nicht bekommen. Das hilft nicht nur den Kindern sondern der ganzen Gesellschaft. Die Folgekosten wegfallender Kinder- und Jugendarbeit für die ganze Gesellschaft sind um ein Vielfaches höher als die Kosten der Kinder- und Jugendarbeit selbst.
Noch kein CONTRA Argument.
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Die Angebote für Jugendenliche und Kinder sind ein wichtiger Bestandteil der Bildung im Land Bremen. Ohne ausreichende Finanzierung brechen die Angebote weg und viele Kinder knd Jugendliche nutzen ihre Freizeit entweder nur zu Hause vor den Bildschirmen oder auf der Straße.