Die häusliche Pflege entlastet das deutsche Gesundheitssystem in gigantischem Ausmaß und spart dem Staat Milliardenbeträge, weil Millionen Menschen rund um die Uhr zu Hause gepflegt werden.
Kurzfristig vermittelte Fremdbetreuung geht nicht immer
Gerade bei Kindern und Erwachsenen mit Autismus oder anderen neurodivergenten und traumatisierten Hintergründen funktioniert keine „anonyme“ oder kurzfristig vermittelte Fremdbetreuung. Diese Menschen reagieren extrem sensibel auf fremde Gesichter, was zu schwerer Dysregulation, Aggression oder Traumatisierung führen kann.
Wenn die Verhinderungspflege nur noch von Pflegediensten bzw. Dienstleistern erbracht werden kann, sinkt auch das abrechenbare Stundenkontingent. Die machen das sicherlich nicht für 15,- €/Std. wie eine Privatperson, eher für 65,- €/Std. Kann sich ja jeder mal ausrechnen…
Die bisherige Verhinderungspflege gibt pflegenden Angehörigen die Freiheit, selbst zu entscheiden, wer die Pflege während ihrer Auszeit übernimmt – sei es die Nachbarin, Verwandte oder eine vertraute Person aus dem sozialen Umfeld.
Ich weiß gar nicht, wie wir die private Pflege überhaupt noch sichern sollen, wenn die Verhinderungspflege nur noch durch Dienstleister erbracht werden darf. Das ist für uns praktisch gar nicht umsetzbar und eine zusätzliche enorme finanzielle Belastung. Am Ende bleibt nur eine Heimunterbringung, die den Staat ja auch wieder mehr kostet.
Die Zusammenlegung von Leistungsbeträgen (z. B. Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege in ein gemeinsames „Gemeinsames Jahrespflegebudget“) soll den Dschungel an Einzelleistungen lichten und alles übersichtlicher machen.