Pro

What are arguments in favour of the petition?

    Catcalling = Belästigung
Es muss endlich ein rechtliches Werkzeug geben, mit dem man gegen Catcalling vorgehen kann. Das ist der logisch nächste Schritt hin zu einer Gesellschaft, in der respektvoll miteinander umgegangen wird. Catcalling ist gleichzusetzen mit Beleidigung, auch gegen Beleidigungen im öffentlichen Raum gibt es Gesetze. Catcalling ist sexuelle Belästigung, auch dagegen gibt es Gesetze.
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    Alle müssen sich im öffentlichen Raum sicher fühlen können
Versetzen Sie sich in die Lage einer Frau, die an einer viel besuchten Straße entlang läuft. Vielleicht einer Uferpromenade, vielleicht in der Innenstadt. Wie sicher fühlen Sie sich, wenn Ihnen im Laufe ihres Nachhauseweges mehrmals Männer oder Gruppen von Männern ekelhafte sexuelle Sprüche hinterherrufen? Sie denken sich, noch bleibt es bei Sprüchen. Was aber passiert morgen Abend? Der Gesetzgeber muss sich endlich auf die Seite der Frauen stellen. Es muss endlich ein Zeichen gesetzt werden, dass Catcalling im Jahre 2020 nicht mehr akzeptiert werden kann.
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Es ist nur richtig, dass die Strafbarkeit von Catcalling gefordert wird. Neben Catcalling gibt es noch viele weitere erniedrigende Erfahrung die ein junges Mädchen oder eine Frau täglich erfahren muss. Daher muss jetzt angefangen werden solche Handlungen zu bestrafen. Wer wirklich jemanden kennenlernen möchte, der kann sich auch höflich mit seinem Namen vorstellen. Beim Catcalling fehlt es an Repekt und Achtung gegenüber der anderen Person. Frauen sollten nicht unter Männern mit schlechtem Elternhaus leiden...
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Contra

What are arguments against the petition?

Grundsätzlich volle Zustimmung! Bedenken habe ich nur bei der Ausgestaltung bzw. der juristischen Definition: Wie genau wird verbale sexualisierte Belstigung gefasst? Ab wann kann eine subjektive der objektivenRegelung entsprechen? Wer entscheidet darüber? Hättet es schön gefunden dazu etwas mehr zu erfahren, auch über die Praxiserfahrungen aus Staaten, die das bereits anwenden.
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    Strafbarkeit sollte nicht vom eigenen Geschmack abhängen
Die Strafbarkeit einer verbalen Äußerung sollte nicht davon abhängen, ob der Verursacher ins Beuteschema passt. Ist der Typ ein Sahneschnittchen, quittiert sie es mit einem Augenzwinkern. Und im anderen Fall droht Bußgeld?
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    erleichtert Zensur
Gäbe es ein solches Gesetz, wäre nicht nur Beleidigung - die Kundgabe der Missachtung einer Person - sondern zusätzlich auch dessen Gegenteil strafbar. Dadurch öffnet sich die Tür für Zensur. Nur weil etwas unmoralisch ist, muss es nicht auch gesetzlich verboten werden, besonders weil Moralvorstellungen subjektiv sind. (Sollte es z.B. auch Strafgelder für Lügen jeder Form geben? Vermutlich wünscht sich hier niemand eine so autoritäre Regierung)
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    Absicht ist nicht immer eindeutig
Was für eine Person Flirten ist, ist für die Nächste womöglich Belästigung. In Bezug auf sexuelle Belästigung ist es nicht immer offenkundig, ob ein Verhalten "unerwünscht" ist. Das rechtfertigt sie keinesfalls, aber macht die Unterscheidung manchmal zur Interpretationssache. Überträgt man dieses Problem auch auf Sprache, so wird effektiv jede Form des Flirtens zum Risiko einer Belästigung. Eine Straftat sollte unmoralische Absichten voraussetzen und nicht nur fehlendes Taktgefühl.
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    Ordnungswidrigkeit
Die Hoffnung, Ordnungswidrigkeitenverfahren bei Catcalling hätten höhere Chancen auf Erfolg, ist unberechtigt. Ordnungsbehörden sind nach dem Opportunitätsprinzip nicht verpflichtet, die Ordnungswidrigkeit zu verfolgen. So werden Catcallingvorfälle ohne ganz eindeutige Beweislage eingestellt werden.
Source: § 47 Absatz 1 OwiG
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    Löst das Problem nicht
Das Schlimmste ist, dass die zugrunde liegenden Probleme wie Sexismus nicht durch Gesetze gelöst werden (anderes Beispiel: Drogenkonsum). Dabei hilft vermutlich nur mehr Sprache und nicht etwa die Einschränkung der Sprache.
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    Pfeifgeräusche = Belästigung?
Wenn eine Petition "Pfeifgeräusche" als Beispiel für eine Straftat aufführt, wird die Freiheit des Einzelnen viel zu weit eingeschränkt. Soll dann vor Gericht über die genaue Tonfolge der Geräusche diskutiert werden?
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Natürlich ist das nicht die feine englische Art. Aber wie soll hier realistisch betrachtet die Strafverfolgung ablaufen? Am Ende werden hier fast alle Entscheide in dubio pro reo ausfallen, der Anklage wird gar nicht erst stattgegeben oder die Täter*innen können gar nicht ausfindig gemacht werden.
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Für nicht alles muss gleich die Keule des Gesetzes rausgeholt werden. Ich persönlich finde es bekloppt aber die Abgrenzung wird schwierig: Was für Person A noch flirten ist ist für Person B schon Catcalling. Ich kenne auch Frauen die ein hinterherpfeifen als Kompliment sehen und genauso solche, die es nicht leiden können.
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    Catcalling als Straftat stellt unser Verständnis vom Zweck des Strafrechts in Frage
Das Strafrecht ist ultima ratio in einem freiheitlichen Rechtsstaat. Der Gesetzgeber hat dieses ultima-ratio-Prinzip im Bereich des Sexualstrafrechts bereits aufgeweicht. So bestraft § 184i StGB, die sexuelle Belästigung, bereits solche Handlungen, die die sogenannte Erheblichkeitsschwelle (vgl. § 184h StGB) nicht überschreiten und damit nicht unter die sexuelle Nötigung fallen. Eine Strafbarkeit von Catcalling wäre eine Aushöhlung des ultima-ratio-Prinzips. Schlechtes und respektloses Benehmen ggü. Menschen an sich ist keine strafwürdige Handlung, sondern muss anderweitig unterbunden werden.
Source: Münchener Kommentar zum StGB (Renzikowski), § 184i, Rn. 1; Kindhäuser/Neumann/Paeffgen, Strafgesetzbuch (Frommel), § 184i, Rn. 3f.
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    Pfeifgeräusche = Belästigung?
Das Hauptproblem ist das Gleiche wie bei Beleidigungen: Zu viele Dinge können als Solche interpretiert werden. Die Beispiele "Ey Schnecke" oder "Pfeifgeräusche" können auch ironisch gemeint sein. Wird dann vor Gericht über die Tonfolge des Pfeifens diskutiert? Klingt rhetorisch, ist aber logisch, insofern Catcalling nicht wesentlich genauer definiert wird.
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    Beldigung= Catcaling
Braucht es dafür eine neue Ordnungswidrigkeit oder reicht nicht die der Beleidigung aus? Wobei auch diese in den letzten Jahren außer bei Beamten kaum durchgesetzt wird
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    Übertrieben
Bin zwar für eine Verschärfung von Belästigungsparagrafen, aber das finde ich übertrieben. Soweit Frauen nicht beleidigt oder bedrängt werden, handelt es doch um normales Balzverhalten junger Männer, die auf sich aufmerksam machen wollen oder tatsächlich glauben, es handelt sich um ein Kompliment. Nicht besonders subtil oder stilvoll, aber nichts, was unter Strafe gestellt werden muss. ich sage nicht, dass ich Catcalling toll finde. aber es gibt auch Frauen, die sich durch harmlose Formen des Catcallings nicht wirklich belästigt fühlen.
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    Catcall, !@#$!
Es handelt sich um ein ausgedachtes Problem. Das zeigt schon der Anglizismus. Es ist ein Import wie viele andere (Upskirting, Othering, Stealthing, Mansplaining etc.). Charakterstarke Frauen können einem Catcall begegnen und brauchen keine männliche Justiz. Warum muss eine Anmache oder gar ein verunglücktes Kompliment als Catcall eingeordnet werden? Der Begriff ist viel zu weit für ein Straftatbestand u. eine Ordungswidrigkeit. Mit dem neuen Opferentschädigungsgesetz können psych. Traumata geltend gemacht und Kohle abgegriffen werden... Wegen nichts fühlen sich Frauen heute traumatisiert.
Source: me
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    Rüpel
Es ist utopisch, solange sogar ein ehemaliger Außenminister wie Fischer im ZDF eine ältere Frau, die ihn als studentischen Taxifahrer gebucht hatte, als nichtvergewaltigungswürdig befunden kann. So geschehen in einer Liveschalte aus der Lanz-Talkshow 2020, in der er Spahn als Macher der stunde einordnete. Die Zeit ist dafür noch nicht reif. Metoo ist vielleicht in Übersee angekommen, hier aber nur die PsychKG-Anwendung auf Robert Kochs Verständnis von Hygiene.
Source: www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-12-maerz-2020-100.html
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    Smart answer statt Strafe
Es handelt sich nicht um ein wirkl. Problem, was schon daran zu sehen ist, dass es sich um einen Anglizismus handelt, der nicht genau sagt, was die Strafbarkeit begründet. Die Frauen wenden sich an die Polizei, die immer noch weiß und männlich ist, statt charakterstark zu sein und smart zu kontern. Es besteht die Gefahr, dass falsc hverstandene Komplimente bestraft werden.
Source: betroffen
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    Eigene Wahrnehmung ändern und dieses Machtgehabe ignorieren
Wer dieses Problem der sprachlich bzw. tönend sexuellen Belästigung als Catcalling bezeichnet, trägt (unbewußt) selbst zur Verharmlosung bei. Mir war die Bezeichnung bisher unbekannt. Einzelne Kommentare zeigen, daß vorhandene Gesetze zur Anwendung kamen und Möglichkeiten zur strafrechtlichen Verfolgung gegeben sind. Der Druck durch die psychische Belästigung entsteht durch Angst. Es liegt an uns selbst, die wahren Ursachen dieser Angst zu erkennen und zu heilen. Ich sehe die Erhaltung bzw. die Entwicklung/Stärkung des Selbstbewußtseins unserer heranwachsenden Kinder für vordergründiger an.
Source: Eigene Erfahrungen mit Traumata (ohne sprachlich bzw. tönend sexuelle Belästigungen)
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