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Pro

Warum ist die Petition unterstützenswert?

    Dringlichkeit sämtlicher wissenschaftlicher Forschung
Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Für rohstoffarme Länder sid Forschungsresultate überlebenswichtig, da sie sich in Patenten niederschlagen. Da ist es hirnrissig, wenn Halle und Magdeburg sich gegenseitig ihre Errungenschaften auf wissenschaftlichgem Gebiet mißgönnen. Vielmehr sollte die Politik zu allererst in Forschung und Entwicklung investieren und Prestigeobjekte einmal hinten anstellen. Die Dringlichkeit wissenschaftlich-technischer Entwicklungen erfordert nicht allein die bestmögliche Förderung und Unterstützung beider Universitäten, sowie gewerblicher und nichtgewerblicher außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, sondern gleichzeitig die Gründung neuer Forschungsinstitutionen. Auch wenn es manchen Politern zu teuer erscheint, sie werden mit Sicherheit eines Tage3s erkennen, daß in den Wissenschaftsbereich nicht genug investiert werden kann. Das gilt für Halle UND Magdeburg!
Quelle: Quellenangabe (max. 250 Zeichen)
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Mein Mann und ich sind niedergelassene Ärzte in Baden-Württemberg, unsere Tochter studiert in Magdeburg (1. Ortspräferenz !) Das Studium erscheint uns qualifiziert und anspruchsvoll. Und wo bitte sollen denn die in S.-Anhalt niederlassungswilligen Ärzte herkommen ? Dazu braucht es die Unikliniken in Magdeburg und Halle!
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    Divide et impera
Wir, und damit meine ich die Befürworter der Hallenser, wie auch der Magdeburger Universitätsmedizin, sollten uns nicht auseinanderdividieren lassen. Ziel muss es sein beide Fakultäten zu erhalten und zu renovieren. Wenn wir gegeneinander kämpfen verlieren wir! Ideen kann man sich aus Lübeck/Kiel holen! Eine weitere Idee, für die es vielleicht zu früh ist, als ultima ratio, wenn sie auch niemand mag, wären Studiengebühren. Es gibt jedes Jahr hunderte deutsche Studenten, die im Ausland mittlere vierstellige Summen pro Semester Medizinstudium zahlen.
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    Diese Petition geht nicht gegen Halle!
Nur um einigen hier offensichtlich unwissenden Hallensern aus der Contra-Fraktion mal auf die Sprünge zu helfen: Es gab bereits lange vor der Wende in Magdeburg eine eigenständige voll ausgestattete Medizinische Akademie (medizinische Voll-Hochschule) mit Tradition und anerkannter Leistung. Diese gemeinsam mit Pädagogischen Hochschule und der damaligen Technischen Uni zur Otto-von-Guericke-Universität zu fusionieren, war kein Schachzzug "zur Vernichtung der Uni Halle", sondern ein vernünftiger Zug der Zeit, der zu Einsparungen und großen Synergie-Effekten durch Zusammenarbeit geführt hat. Es ging also niemals darum, in Magdeburg eine Medizinische Fakultät "neu aus dem Boden zu stampfen". Hören wir doch auf, die Rivalität der beiden Städte in Sachsen-Anhalt (den einzig verbliebenen mit Bevölkerungswachstum) auf die Spitze zu treiben. Es geht hier um den Erhalt beider Standorte und endlich mal um eine vernünftige Kooperation. Also grabt das Kriegsbeil ein und reicht einander die Hand... Eine leistungsfähige Universitätsmedizin ist unsere Zukunft und Lebensversicherung in einer alternden Gesellschaft.
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Man sollte nicht denken, dass das Einzugsgebiet der zu versorgenden Bevölkerung an der Landesgrenze aufhört! Gerade die Uniklinik Magdeburg versorgt große Teile der angrenzenden Bundesländer bis anch Wolfsburg / Braunschweig, Brandenburg etc. Bei der lokalen Krankenhauslandschaft insbesondere in Magdeburg findet sogar ein beachtlicher Teil der Grund- und Regelversorgung in der Iniklinik statt. Der Vergleich mit anderen Standorten hink deshalb gewaltig. Zudem sollte es, möchte man doch über den einein oder anderen Standort diskutieren wollen, nicht um so subjektive Dinge wie Tradition oder Atribute wie die oft zitierte "Mittelmäßigkeit" gehen. Die Mitarbeiter snid mit Leib und Seele dabei, da möchte man bei dem Unwort am liebsten aus der Haut fahren. Über die Mittelmäßigkeit (noch gepralt) der Landesregierung spricht hier anscheinend niemand.
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Tatsache ist, dass keiner hier behauptet, Magdeburg (bezogen auf die Regierung) hätte alles richtig gemacht, aber genau das scheinen einige hier zu interpretieren. Beide Städte haben in diesem Land ihre Daseinsberechtigung und verdienen es gleichermaßen gefördert und gestützt zu werden. Das "Traditionsargument" kann ich nachvollziehen, jedoch kann das nicht alleinige Grund sein die medizinische Fakultät in Magdeburg zu schließen. Zukünftigen Studierenden sowie allen momentan Beschäftigten dort soll die Arbeits- bzw. Bildungsgrundlage genommen werden, weil einige der Meinung sind ungerecht behandelt worden zu sein? Das kann nicht die Lösung sein. Es schade zu sehen wie soviele hier (ob Hallenser oder Magdeburger) vom Hass aufeinander so zerfressen sind, dass der Eine dem Anderen partout die Hilfe verweigert. Bei dieser Petition geht es meiner Meinung nach vor allem darum gegen die völlig irrationale Ansicht der Politik, im Bildungsbereich derartige Kürzungen zu realisieren, vorzugehen! Statt in sich in sinnfreien gegenseitigen Schuldzuweisungen zu ergehen, sollte man darüber nachdenken ob es auf lange Sicht hilft die Kluft zwischen Halle und Magdeburg zu vergrößern oder ob nicht vielleicht gerade DAS dazu führt, dass die Regierung Entscheidungen zugunsten einer der beiden Städte fällt.
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    Stichwort
Bei dieser Entscheidung geht es darum, den Forschungsstandort (Ost-)-Deutschland sowie die Krankenversorgung zu stärken oder zu schwächen. Angesichts der rapiden Entwicklungen in der Medizin (welche zumeist in akademischen Krankenhäusern erstmals entwickelt, geprüft oder eingesetzt werden), des bekannten (und sich verschlimmernden) Ärztemangels in Deutschland und der steigenden Lebenserwartung auch multimorbider Patienten muss es jedem einleuchten, dass eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit akademischen Lehrkrankenhäusern der einzig richtige Weg ist. Es ist Illusion zu glauben, dass die Schließung einer Universitätsklinik bzw. einer Fakultät gesamtökonomisch auch nur einen Cent spart, da sowohl Patientenversorgung als auch Ärzteausbildung weiterhin einen ansteigenden Bedarf zeigen. Die Schließung in einer Region bedeutet Untervesorgung hier (mit entsprechenden Maßnahmen zur Verwaltung dieses Notstandes) und Aufbau einer Kompensation woanders (was auch wieder Geld kostet). Die Politik sollte sich fragen lassen, warum sie nicht in der Lage ist, akademische Lehrkrankenhäuser so zu strukturieren und zu finanzieren, dass diese Mangelverwaltung mal aufhört. So richtig der Weg der DRG-gestützten Abrechnung für Krankenhausleistungen ist, so falsch ist es, die Patientenversorgung an Universitätskliniken wie in einem Kreiskrankenhaus zu vergüten und gleichzeitig in jedem Jahr die Zuschüsse für Forschung und Lehre zu kürzen (hier gibt es nur wenige Universitätskliniken in Deutschland, die das nicht erleben müssen). Allerdings sollten sich alte und junge medizinische Fakultäten gleichermaßen fragen, ob sie optimal mit den Ressourcen umgehen. Braucht wirklich jede Arbeitsgruppe jeder Klinik jeder Fakultät ein eigenes Forschungslabor, Tierversuche, PCR`s, Laborflächen und -personal oder liegt nicht gerade in sinnvollen Netzwerken und Kooperationen zwischen den Fakultäten ein Potential für mehr Leistung bei gleichzeitiger Kostensenkung. In Deutschland sind wir leider viel zu weit davon entfernt, Ausbildung und Forschung kosteneffizient und leistungsrerecht zu organisieren.
Quelle: Quellenangabe (max. 250 Zeichen)
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Die medizinische Fakultät der OvGU ist deutschlandweit eine der wichtigsten Unis im Bereich der Neurowissenschaften. Dort steht eins von nur drei 7-Telsa-MRTs weltweit, das mit Millionen Fördergeldern vom Staat gefördert wurde. Mir ist jedoch nicht bekannt, dass die medizinische Fakultät in irgendeiner Form eine besondere Spezialisierung aufweist, die weiter gefördert werden muss. Desweiteren gehen Gerüchte über die hallenser Uni um, auf die ich nicht weiter eingehen will.
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Contra

Was spricht gegen diese Petition?

    Wer zahlt, bestimmt. Oder: Warum sind die Leistungsindikatoren Drittmittel und Publikationen nicht zur Begründung der Peitition angegeben?
Wer zahlt, bestimmt. Oder: Warum sind die Leistungsindikatoren Drittmittel und Publikationen nicht zur Begründung der Peitition angegeben? # Dr. rer. medic. habil. Hanno Steinke # Pönitz bei Leipzig ### Die beiden Sachsen-Anhaltischen medizinischen Fakultäten richten je eine Petition an ihre Regierung und bitten uns, diese zu unterstützen. Einem Universitätsangehörigen aus Sachsen fällt es schwer, sich zwischen beiden Petitionen zu entscheiden; bestenfalls unterschreibt er also beide, so wie ich. Auch ich bin der Überzeugung, dass das Vorhaben der Landesregierung, eine Fakultät nicht mehr zu finanzieren, falsch ist, weil eine Universität durch Medizin befruchtet sein muss. Der Gegensatz der Universitas litterarum ist eine Ansammlung von zusammenhangslosen, technisch-geisteswissenschaftlichen Spezialgebieten (1). ### Aus Sicht der Politik ist die Spielregel klar: Wer zahlt, bestimmt. Die Möglichkeit der Schließung einer Fakultät folgert aus der Vorstellung, sie sei ein wirtschaftlicher oder politischer Kostenfaktor. Das Land hat viel (geborgtes) Geld ausgegeben. Von den Fakultäten wurden diese Erst- und insbesondere die Drittmittel (für besondere Projekte) gern genommen. ### Es ist ja auch wahr: Besonders um die zunehmenden Drittmittel standen (und stehen) Forschergruppen und Fakultäten unter anderem bei den Landesregierungen (den Ministerien) Schlange. Neben den Ländern geben der Bund und vor allem jetzt die EU solche Drittmittel aus (2). Drittmittel sind ein von uns akzeptierter, messbarer Leistungsindikator. Berufungen zum Professor können wir uns ohne Drittmittel nicht mehr vorstellen. Ihr Nachweis ist mittlerweile gefordert, wollen wir uns habilitieren (Halle, Leipzig). Drittmittel bekommt man nicht ohne ?peer reviewed? Publikationen. Diese Publikationen sind ebenfalls quantifizierbar, durch ?impact points?. Die Erst- oder Grundmittel (der Teil der Ausgaben, die von uns intern verteilt werden können) werden oft nach der Höhe der Drittmitteleinwerbung vergeben. Zusätzlich hat sich das Verhältnis von Grund- zu Drittmitteln in der Forschung von 2:1 im Jahre 1995 auf 0,85:1 im Jahr 2008 verändert (2). ### Weil unsere Leistung an Drittmitteln und Publikationen gemessen wird, bemühen wir uns entsprechend. Unsere übrigen Aufgaben lassen sich durch die erwähnten Instrumente des Controllings schlechter abbilden: die Qualität der Hochschullehre etwa, der Patientenversorgung oder der Weiterbildung. Wir üben sie aus Pflichtbewusstsein aus. Nutzen für die Mittelvergabe haben diese Aufgaben kaum. ### Warum führe ich das hier aus, im Zusammenhang der beiden Petitionen um die Finanzierung der Fakultäten, und warum in der Spalte ?Contra?? ### Weil ich die These vertrete, dass wir die Regeln eines Spiels ändern wollen, das wir bisher mitgespielt haben, und das in den Petitionen nicht sagen (können). Ich behaupte außerdem, dass uns mit der drohenden Schließung klar geworden ist, dass sich die deutsche Wissenschaftslandschaft radikal ändern wird, wenn wir das Spiel des Controllings weiter spielen. Wir sind klug genug zu erkennen, dass die Gründe tiefer liegen, die es der Landesregierung nunmehr erlauben, über eine Fakultätsschließung nachzudenken. ### Die Leistungsindikatoren führen wir in den Petitionen nicht an. Aus meiner Sicht mit gutem Grund. ### Glauben wir wirklich, es bliebe bei den Geldgebern und in der Gesellschaft unbemerkt, dass sich in der deutschen Wissenschaft der Schwerpunkt unseres Bemühens hin zur Drittmitteleinwerbung und zur Publikation verschoben hat? Das ist doch ein offenes Geheimnis. Wir messen uns sogar untereinander daran. ### Als Begründung der Petition rücken wir das somit nebensächlich Gewordene wieder in den Mittelpunkt, um die Öffentlichkeit für uns zu mobilisieren. ### Die die Magdeburger führen in ihrer Petition an: Patientenversorgung, Immatrikulationszahlen, Facharztaus- und -weiterbildung, dazwischen die SFBs und die Universitätsmedizin als Arbeitgeber. ### Die Hallenser begründen ihre Petition folgendermaßen: Ersatz der alternden Ärzte (Ausbildung), patientennahe Ausbildung, medizinische Betreuung, Akademisierung der Gesundheitsfachberufe, Spezialsprechstunden, Notaufnahme, dazwischen wird die Forschung im Bereich der Gesundheits- und Pflegewissenschaften für innovative Vorsorge- und Versorgungsstrategien erwähnt und die Forschung im Bereich Krebsmedizin inkl. Molekularer Medizin, danach die Wirkung auf den lokalen Konsum durch Angestellte, die Arbeitsplätze und schließlich, als Hieb auf den Konkurrenten in Magdeburg, die geringeren Kosten pro Studierendem. ### Über die Leistungsindikatoren Drittmittel und Publikationen, über unser mutmaßliches Qualitätskriterium, den aktuellen Fokus auch der betroffenen Fakultäten, darüber wird in den Begründungen kein Wort verloren. ### Warum nicht? Beide Petitionen verschweigen, dass wir mit der Akzeptanz der Leistungsindikatoren Publikation und Drittmitteleinwerbung das zentrale Element der universitären Selbstverwaltung aus der Hand gegeben haben: die universitäre Verteilung der Erst- und Zweitmittel durch die akademische Selbstverwaltung. Sprächen wir diese Indikatoren in den Petitionen an, müssten wir uns bald einige unangenehme Fragen gefallen lassen: ### Warum haben wir einerseits die Vorstellung zugelassen, dass sich die Qualität der Arbeit der Fakultäten mit Publikation und Drittmitteleinwerbung quantifizieren lässt? Warum haben wir uns dem dazu notwenigen zentralen Controlling unterworfen, bitten aber nun darum, dass das unerbittliche Gesetz des Controllings bitte nicht auf eine Fakultät als Ganzes angewandt werden soll? ### Wir wollen die Regeln des bösen Spiels jetzt ändern, sagen das in den Petitionen aber nicht. Können wir denn dann mit den erwähnten Begründungen unserer Petitionen überhaupt glaubhaft vermitteln, der Fehler läge allein bei den aktuellen politischen Entscheidungsträgern? ### Studenten, Patienten, akademischen Mitarbeitern und Angestellten drohen im Falle der Schließung einer Fakultät unerhörte Einschnitte (übrigens weniger den Professoren, wenn sie verbeamtet sind). Wenn in den Petitionen um Geld gebeten wird - und wir bitten um Geld- aber den Betroffenen das zentrale Problem verschwiegen wird, nämlich, ob das Geld über Erst-, Zweit- oder Drittmittel verteilt wird, dann wird klar, warum wir das tun. ### Wir müssten nämlich eigentlich gar nicht bitten, hätten wir die akademische Selbstverwaltung nicht sehenden Auges geschwächt, sondern uns um Erstmittel bemüht. Mit der drohenden Schließung ist uns klar geworden, dass sich die deutsche Wissenschaftslandschaft radikal ändern wird, wenn wir die Leitungsindikatoren Drittmittel und Publikation weiter auf uns anwenden lassen: Das Controlling hat den Trumpf in diesem Spiel. Das Steuerelement der medizinischen Wissenschaft werden die Drittmittel, statt, wie über Jahrhunderte, die Erstmittel. Das führe ich an zur Erhärtung meiner These. Das ist mein Grund, nicht nur ?Pro?, sondern auch ?Contra? zu diesen Petitionen zu sein. ### Eine klare Ablehnung der dirigistischen Entscheidungen der Politik würde deutlich machen, dass wir einen wirklich schweren Fehler begangen haben. Wir haben akzeptiert, dass sich die Qualität unserer Arbeit durch Controlling quantifizieren lässt, anstatt erstens nach Kräften die stets knappen Erstmittel selber zu verwalten, zweitens die Zweitmittel nach wissenschaftlichen Kriterien durch Mitarbeit in den akademischen Gremien zu vergeben, und drittens, die Drittmittel als Hebel Außenstehender zu marginalisieren, als Instrument von Zentralismus und Dirigismus. ### Meine Kollegen werden den Kopf schütteln über das Ansinnen, Drittmittel und impact points wieder zu Gunsten interner Mittelverwaltung zurückzudrängen. Auch stehen die Chancen, diese grundlegende akademische Freiheit mit den Mitteln der Selbtsverwaltung zurückzugewinnen, wirklich schlecht: Der Kampf gegen die Novellierung der Landeshochschulgesetze wurde verloren. Die nach der Wende im Osten schwer erkämpften Konzile sind abgeschafft. Wir ließen zu, dass die Mitbestimmung an den Hochschulen durch Professionalisierung, Management und Controlling in Frage gestellt wurde. Wir haben uns dem Streit um Erst- und Zweitmittel, also um den Knackpunkt der akademische Freiheit, wie ihn etwa die GEW für uns geführt hat, nicht mit ganzem Herzen gewidmet: weil wir vom Controlling die Messbarkeit und damit eine gerechte Mittelverteilung erhofften. Der Markt würde es schon auch an der Universität richten! ### Ist ein Fehler erklärlich, bleibt er doch ein Fehler. ### Aus dem Ringen um die Schließung von Halle oder Magdeburg müssen wir aus diesem Fehler lernen, um andere Fakultäten vor der Politisierung und der Verwirtschaftung zu schützen: Wir müssen unsere akademische Selbstverwaltung stärken und schützen, um weiterhin selbst bestimmen zu dürfen, was wir für wichtig halten, um diese Vorhaben mit Erst- und Zweitmitteln eigenverantwortlich zu fördern. Wir dürfen die Kernkompetenz der Mittelvergabe nicht aus der Hand legen. Den faulen Geruch der Einflussnahme von Politik und Wirtschaft auf die Wissenschaftslandschaft kann man nicht ignorieren: Wir brauchen frische Luft! Kurz: Wir haben zu Politik und Wirtschaft ein dialektisches Verhältnis. Wir können nicht ohne einander, doch unsere Ziele sind verschiedener Art. ### Verlieren wir das Fundament dieser Dialektik, das universitäre Recht der Selbstverwaltung, wird die Universität die Werkbank der Wirtschaft und ein Arm der Politik. Wirtschaft und Politik können das Neue der Medizin selber nicht hervorbringen; sie sind dazu nicht frei genug. Wir hatten diese Freiheit. Wenn das die Betroffenen verstanden haben, wir aber nur bitten, anstatt ein Grundrecht der Freiheit einzufordern, werden sie uns zu denen stellen, die sich in der deutschen Geschichte opportunistisch dem Zentralismus angedient haben. Anstatt medienwirksam auf die ehedem umschmeichelten Drittmittelgeber zu zeigen, auf Politik und Wirtschaft, oder fadenscheinig mit einer Petition zu bitten, sollten wir uns nicht schämen, den logischen Trugschluss zu bekennen, Qualität ließe sich quantifizieren. Das würde unsere universitären Gremien und deren Kraft zur Selbstverwaltung wieder glaubhaft machen. ### Den universitären Organen der akademischen Selbstverwaltung war der Sparzwang stets vertraut, und auch die Not, die Akademische Freiheit und damit die Freiheit des Denkens gegen Dirigismus und Zentralismus zu verteidigen. (1) ? was sich die ehemalige Ministerin Birgitta Wolff immerhin vorstellen kann: Hähnig, Anne; Likas, Julius (2013): Es war heftig. Im April feuerte Sachsen-Anhalts Premier Reiner Haselhoff seine Ministerin Birgitta Wolff- per Telefon. Nun spricht sie erstmals ausführlich darüber. In: Die Zeit (21), S. 14. (2) Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Berlin, 7.-8. Juli 2011); www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf//www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf" rel="nofollow">www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf
Quelle: Hähnig, Anne; Likas, Julius (2013): Es war heftig. Im April feuerte Sachsen-Anhalts Premier Reiner Haselhoff seine Ministerin Birgitta Wolff- per Telefon. Nun spricht sie erstmals ausführlich darüber. In: Die Zeit (21), S. 14. (2) Sommersitzungen des Wissenschaftsrates (Berlin, 7.-8. Juli 2011); www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf//www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf" rel="nofollow">www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/VS_Bericht_Juli_2011.pdf
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    Lobbypolitik
Bei dieser Diskussion wird unglaublich viel gelogen. Die magdeburger Fakultät ist ein lobbyistische Neugründung, welche fast überfördert wurde. Man suchte sich gezielt noch nicht so besetzte Bereiche (z.B.Neurowissenschaft) aus und erhielt alles was man sich nur wünschte. Davon konnte man an der 300-jährigen Medizinischen Fakultät in Halle nur träumen. Schon Anfang der 90-iger Jahre wurde versucht, Halle zu torpedieren, indem man den Neubau der Uniklinik verzögerte. Ein Beweis dafür, dass es gar nicht um Kosten geht - und dass Tradition überhaupt nichts zählt, wenn sie nicht in Magdeburg angesiedelt ist. Die gelobten Forschungsschwerpunkte in Magdeburg sollten - wenn sie erhalten werden - überhaupt mal in der Realität ankommen, wenn die Mühen der Ebene in mehr als 50 Jahren ohne bevorzugte Förderung durchschritten werden. Das arme Land Sachsen-Anhalt kann sich also nicht 2 Unikliniken leisten - stellt man 20 Jahre später fest. Das wußte man schon Anfang der 90-iger, wo die Doppelstruktur von Magdeburgern (z.B.Herrn Trümper)offensiv vorangetrieben wurde.
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Es ist bekannt, daß Magdeburger sich gerne größer machen als sie sind. Wie man hier wunderbar erfahren kann. Magdeburg war die kleinste medizinische Fakultät und wurde in Sachsen-Anhalt mit finanziellem Doping aufgepeppelt, dass es nur so krachte. Kosten spielten nicht die geringste Rolle. Gleichzeitig wurden 300 Jahre Medizin in Halle mit geduldiger Mißachtung bestraft! Man erzeugte "Investitionsstau" in Halle und die magdeburger Rechenknechte im Finanzministerium schrieben dies gleich in eine Empfehlung um, Halles Traditionsfakultät zu schliessen! Wie heissen diese Gestalten? Wer sind die Landes-Verantwortlichen? Welche ewig gleichen Fördermittelvergeber entschieden immer wieder für Magdeburg? Wo bleibt der Untersuchungsausschuss der diesen Skandal aufarbeitet! Jetzt blos nicht zur Tagesordnung übergehen!
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    Stichwort
Dieses Diskussionsniveau (Lobbypolitik u.a.) ist erschreckend, das IST Polemik. Die vorgebrachten Argumente werden nicht gehaltvoller, je öfter sie wiederholt werden. Was auch immer Sie hat so verzweifeln lassen. Es geht eben nicht um empfundene Tradition oder dumme Städtefeindschaften. Die Situation zwingt dazu, auch mal über den lokalen Tellerrand hinaus zu schauen... Auch wenn es weh tut.
Quelle: Quellenangabe (max. 250 Zeichen)
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Eine seit 300 Jahren renomierte Universitätsmedizinische Ausbildung soll aus politischen Gründen dicht gemacht werden zu Gunsten einer in der Landeshauptstadt neu aus dem Boden gestampften Universitätsmedizin. Begründung: in Halle gibt es einen Investitionsstau !! Der war aber von der Landesregierung gesteuert durch immense Kürzungen in Halle zugunsten großzügiger Investitionen in Magdeburg !! Es ist offensichtlich nicht die Schuld der Uni Halle, sondern das bewußte politische Steuern einer Landesregierung, die nur deshalb in Magdeburg eine 2. Voll-Uni aufgebaut hat, um eine alte nahmhafte UNI mit Tradition und Geschichte kaputt zu machen. Politik nach alter DDR-Manie. Das sowas heute überhaupt noch möglich ist! In Sachsen-Anhalt stimmt etwas nicht!
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