Region: Berlin

Berliner Straßen zurück in Bürgerhand – Für einen Volksentscheid gegen Kiezblocks und Poller!

Petition richtet sich an
Abgeordnetenhaus von Berlin

1.186 Unterschriften

10 %
1.096 von 11.000 für Quorum in Berlin Berlin

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  1. Gestartet 27.04.2026
  2. Sammlung noch > 4 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Abgeordnetenhaus von Berlin

Wir fordern den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus auf, das Berliner Straßengesetz so zu reformieren, dass das Entwidmen von Straßen denselben rechtlichen Anforderungen unterliegt wie das Aufstellen eines Pollers auf einer nicht entwidmeten Straße. Bereits erfolgte Entwidmungen sollen anhand der neuen Regeln überprüft und gegebenenfalls rückgängig gemacht werden.
Konkret fordern wir:

  1. Gleichstellung der Anforderungen: Eine Straße zu entwidmen soll mindestens dieselben rechtlichen Voraussetzungen erfüllen müssen wie das Aufstellen eines Pollers auf einer nicht entwidmeten Straße.
  2. Überprüfung bestehender Entwidmungen: Bereits vorgenommene Entwidmungen werden anhand der neuen Regeln überprüft und gegebenenfalls rückgängig gemacht.
  3. Reform des Berliner Straßengesetzes und des Mobilitätsgesetzes: Beide Gesetze werden so nachgebessert, dass alle Mobilitätsbedürfnisse, zu Fuß, per Rad, mit Bus und Bahn und mit dem Auto, gleichwertig berücksichtigt werden und die Lebensrealität aller Berlinerinnen und Berliner abgebildet wird.
  4. Direktdemokratische Beteiligung: Maßnahmen, die ganze Kieze dauerhaft für den Durchgangsverkehr sperren, sollen einer verpflichtenden Bürgerbeteiligung mit klarem Abstimmungsverfahren unterliegen.

Sollte das Abgeordnetenhaus diesen Forderungen nicht folgen, werden wir ein formales Volksbegehren einleiten. Diese Petition ist der erste Schritt dieses Prozesses: Sie dokumentiert den Rückhalt in der Bevölkerung und bildet die Grundlage für die anschließende Unterschriftensammlung zur Einleitung des Volksentscheidverfahrens, dem höchsten demokratischen Instrument, das Berlinerinnen und Berlinern zur Verfügung steht.

Begründung

In vielen Berliner Bezirken werden Straßen durch Bezirksstadträte per Verwaltungsakt entwidmet oder durch Poller und Kiezblocks für den Durchgangsverkehr gesperrt. Bezirksstadträte sind durch demokratische Wahlen legitimiert, Verwaltungsentscheidungen zu treffen. Doch diese allgemeine Legitimation rechtfertigt in unseren Augen keine dauerhaften Eingriffe in die Infrastruktur eines ganzen Kiezes ohne konkrete Abstimmung mit den Betroffenen, ohne transparente Bürgerbefragung und ohne klares Beteiligungsverfahren zu der jeweiligen Maßnahme. Die allgemeine Wahl eines Bezirksstadtrats ist kein Mandat für den Umbau einzelner Straßenzüge gegen den erklärten Willen der dort lebenden und arbeitenden Menschen.

Die Folgen solcher Entscheidungen sind dokumentiert:
Gefährdung von Rettungseinsätzen. Am 4. Dezember 2024 brannte es in einem Altbau am Maybachufer in Neukölln. Mehrere Löschfahrzeuge wurden durch Modalfilter (Poller) rund 100 Meter vor dem Brandhaus aufgehalten, weil sich die Poller nicht umlegen oder entfernen ließen. Für das erste Löschfahrzeug bedeutete das zwei Minuten Zeitverlust, in denen das Feuer sich in die Bausubstanz fraß. Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass die Verzögerung maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das gesamte Haus geräumt werden musste und alle Wohnungen unbewohnbar wurden. Neun Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Bereits im November 2024 hatte eine Notärztin am Lausitzer Platz in Kreuzberg einen Elektropoller nicht öffnen können, Anwohner berichteten von zehn Minuten Verzögerung für Rettungswagen und Notärztin. Am 3. Februar 2025 folgte der nächste Fall: Bei einem Wohnungsbrand in der Weserstraße in Neukölln mussten zwei nachalarmierte Feuerwehrfahrzeuge wegen der Poller an der Kreuzung Weichselstraße/Weserstraße einen Umweg fahren. Die Berliner Feuerwehr erklärte dazu offiziell: „Grundsätzlich stellt jede Änderung des Verkehrsflusses durch Diagonalsperren, Poller, Einbauten in die Verkehrsfläche oder Verknappung der Bewegungsflächen für Fahrzeuge eine mögliche Behinderung für die Einsatzmittel dar.” (Berliner Kurier, 8. Februar 2025)

Verlagerung des Verkehrs auf Hauptstraßen. Das erklärte Ziel von Kiezblocks ist es, den Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen auf umliegende Hauptstraßen zu verlagern. Die Befürworter bezeichnen das als gewollten Effekt. Die Konsequenz für Anwohnerinnen und Anwohner dieser Hauptstraßen, für Pendler und für den Wirtschaftsverkehr ist eine höhere Belastung genau dort, wo der Verkehr sich am dichtesten bündelt. Ohne ein bezirksübergreifendes Gesamtkonzept werden mit jedem neuen Kiezblock die Probleme auf die Nachbarstraßen und Nachbarkieze verschoben.

Einschränkungen für Gewerbetreibende. Betriebe, die auf motorisierten Kundenverkehr oder direkte Warenanlieferung angewiesen sind, berichten von erschwerten Bedingungen nach der Einrichtung von Kiezblocks. Selbst Kiezblockbefürworter räumen ein, dass für bestimmte Gewerbetreibende Sonderlösungen nötig sind. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat sich in seinem Policy Paper „Verkehrsberuhigung und Einzelhandel” ausführlich mit diesen Zielkonflikten befasst und festgestellt, dass die Auswirkungen auf den Einzelhandel stark von der konkreten Planung und dem Beteiligungsgrad der Betroffenen abhängen.

Das rechtliche Ungleichgewicht nach geltendem Berliner Straßengesetz kann ein Bezirksstadtrat eine Straße per Verwaltungsakt entwidmen, mit deutlich geringeren formalen Anforderungen, als wenn er auf derselben, noch gewidmeten Straße einen einzelnen Poller aufstellen würde. Für den Poller gelten strengere Prüf und Beteiligungspflichten als für die vollständige Umwidmung. Dieses Ungleichgewicht ist weder sachlich gerechtfertigt noch demokratisch vertretbar.
Wer wir sind

Wir, die Allianz gegen Poller und Kiezblocks, bestehen aus Bürgerinitiativen aus fünf Berliner Bezirken.

Wir vertreten Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende, Pendler und Familien, die täglich die Konsequenzen einer Verkehrspolitik tragen, die an ihrer Lebensrealität vorbeigeht.

Wir sind nicht gegen Fahrräder, nicht gegen Fußgänger und nicht gegen eine lebenswerte Stadt.

Wir sind dafür, dass solche Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg.

Unterzeichne jetzt und hol dir deine Straßen zurück.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Batuhan Temiz, Berlin
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 27.04.2026
Sammlung endet: 26.10.2026
Region: Berlin
Kategorie: Bürgerrechte

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Neuigkeiten

Diese Petition ist wichtig, weil die Ideen zu diesen Kiez Block Sperrungen durch Poller nicht allein von den Leuten aus dem Kiez kommen, sondern sie werden durch NGOs wie Changing Cities getriggert und somit werden Demokratische Mittel benutzt, um die Verkehrskonzepte von unten nach oben durchzudrücken, an der Lebensrealität der Leute vorbei.

Bezirke messen mit großem Aufwand den Verkehr, beteiligen Anwohnerinnen und Anwohner und erarbeiten gemeinsam mit Menschen vor Ort das Konzept (siehe z.B. Neukölln). Wer gegen die verkehrsberuhigenden Konzepte ist, wohnt meist gar nicht dort, sondern will nur weiter mit seinem Auto durchbrettern können.

Warum Menschen unterschreiben

Kiezblocks und Pollerwahn sind eine Mischung aus grüner Gentrifizierung, Klassenkampf von oben und Bevormundungspolitik gegen Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen auf ein Auto angewiesen sind: Ältere; Menschen, die einen älteren Verwandten versorgen; Patchworkeltern, die Schulfahrten, Einkäufe und Berufsleben über mehrere Stadtteile organisieren müssen; HandwerkerInnen und Einzelhandel aus dem Kiez; PendlerInnen... und natürlich Menschen, die es wagen, sich aus freien Stücken für den PKW als Verkehrsmittel zu entscheiden. Diese Ideologie treibt die Homogensierung der Kieze voran, bis sie nur noch aus Menschen bestehen, die ihr leben zwischen Lastenrad, Home Office-/Laptop-Job und Latte Macchiato organisieren können. Für diese Leute soll Urbanität und Vielfalt durch Dorfidylle verdrängt und der Wert ihrer Eigentumswohnungen gesteigert werden. Man kann nur hoffen, dass es noch nicht zu spät ist, gerade in Berlin etwas zu retten, was die Stadt bei allen Missständen lebenswert gemacht hatte: Vielfalt dee Lebensentwürfe, soziale Durchmischung, Raues, Unerwartetes.

Man muss mit dem Auto bis zur Haustür fahren können.

Gegen sinnlose Ideologie und Gängelung des Souveräns.

Bin direkt betroffen und erreiche mein Zuhause nur schwer mit Auto.

Weil Mobilität Freiheit bedeutet.

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