Region: Berlin

Berliner Straßen zurück in Bürgerhand – Für einen Volksentscheid gegen Kiezblocks und Poller!

Petition is addressed to
Abgeordnetenhaus von Berlin

930 Signatures

8 %
858 from 11,000 for quorum in Berlin Berlin

930 Signatures

8 %
858 from 11,000 for quorum in Berlin Berlin
  1. Launched 27/04/2026
  2. Time remaining > 5 months
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
personal data
 

I agree that my data may be stored. I can revoke this consent at any time.

Petition addressed to: Abgeordnetenhaus von Berlin

Wir fordern den Berliner Senat und das Abgeordnetenhaus auf, das Berliner Straßengesetz so zu reformieren, dass das Entwidmen von Straßen denselben rechtlichen Anforderungen unterliegt wie das Aufstellen eines Pollers auf einer nicht entwidmeten Straße. Bereits erfolgte Entwidmungen sollen anhand der neuen Regeln überprüft und gegebenenfalls rückgängig gemacht werden.
Konkret fordern wir:

  1. Gleichstellung der Anforderungen: Eine Straße zu entwidmen soll mindestens dieselben rechtlichen Voraussetzungen erfüllen müssen wie das Aufstellen eines Pollers auf einer nicht entwidmeten Straße.
  2. Überprüfung bestehender Entwidmungen: Bereits vorgenommene Entwidmungen werden anhand der neuen Regeln überprüft und gegebenenfalls rückgängig gemacht.
  3. Reform des Berliner Straßengesetzes und des Mobilitätsgesetzes: Beide Gesetze werden so nachgebessert, dass alle Mobilitätsbedürfnisse, zu Fuß, per Rad, mit Bus und Bahn und mit dem Auto, gleichwertig berücksichtigt werden und die Lebensrealität aller Berlinerinnen und Berliner abgebildet wird.
  4. Direktdemokratische Beteiligung: Maßnahmen, die ganze Kieze dauerhaft für den Durchgangsverkehr sperren, sollen einer verpflichtenden Bürgerbeteiligung mit klarem Abstimmungsverfahren unterliegen.

Sollte das Abgeordnetenhaus diesen Forderungen nicht folgen, werden wir ein formales Volksbegehren einleiten. Diese Petition ist der erste Schritt dieses Prozesses: Sie dokumentiert den Rückhalt in der Bevölkerung und bildet die Grundlage für die anschließende Unterschriftensammlung zur Einleitung des Volksentscheidverfahrens, dem höchsten demokratischen Instrument, das Berlinerinnen und Berlinern zur Verfügung steht.

Reason

In vielen Berliner Bezirken werden Straßen durch Bezirksstadträte per Verwaltungsakt entwidmet oder durch Poller und Kiezblocks für den Durchgangsverkehr gesperrt. Bezirksstadträte sind durch demokratische Wahlen legitimiert, Verwaltungsentscheidungen zu treffen. Doch diese allgemeine Legitimation rechtfertigt in unseren Augen keine dauerhaften Eingriffe in die Infrastruktur eines ganzen Kiezes ohne konkrete Abstimmung mit den Betroffenen, ohne transparente Bürgerbefragung und ohne klares Beteiligungsverfahren zu der jeweiligen Maßnahme. Die allgemeine Wahl eines Bezirksstadtrats ist kein Mandat für den Umbau einzelner Straßenzüge gegen den erklärten Willen der dort lebenden und arbeitenden Menschen.

Die Folgen solcher Entscheidungen sind dokumentiert:
Gefährdung von Rettungseinsätzen. Am 4. Dezember 2024 brannte es in einem Altbau am Maybachufer in Neukölln. Mehrere Löschfahrzeuge wurden durch Modalfilter (Poller) rund 100 Meter vor dem Brandhaus aufgehalten, weil sich die Poller nicht umlegen oder entfernen ließen. Für das erste Löschfahrzeug bedeutete das zwei Minuten Zeitverlust, in denen das Feuer sich in die Bausubstanz fraß. Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass die Verzögerung maßgeblich dazu beigetragen hat, dass das gesamte Haus geräumt werden musste und alle Wohnungen unbewohnbar wurden. Neun Menschen wurden verletzt, einer davon schwer. Bereits im November 2024 hatte eine Notärztin am Lausitzer Platz in Kreuzberg einen Elektropoller nicht öffnen können, Anwohner berichteten von zehn Minuten Verzögerung für Rettungswagen und Notärztin. Am 3. Februar 2025 folgte der nächste Fall: Bei einem Wohnungsbrand in der Weserstraße in Neukölln mussten zwei nachalarmierte Feuerwehrfahrzeuge wegen der Poller an der Kreuzung Weichselstraße/Weserstraße einen Umweg fahren. Die Berliner Feuerwehr erklärte dazu offiziell: „Grundsätzlich stellt jede Änderung des Verkehrsflusses durch Diagonalsperren, Poller, Einbauten in die Verkehrsfläche oder Verknappung der Bewegungsflächen für Fahrzeuge eine mögliche Behinderung für die Einsatzmittel dar.” (Berliner Kurier, 8. Februar 2025)

Verlagerung des Verkehrs auf Hauptstraßen. Das erklärte Ziel von Kiezblocks ist es, den Durchgangsverkehr aus Wohnstraßen auf umliegende Hauptstraßen zu verlagern. Die Befürworter bezeichnen das als gewollten Effekt. Die Konsequenz für Anwohnerinnen und Anwohner dieser Hauptstraßen, für Pendler und für den Wirtschaftsverkehr ist eine höhere Belastung genau dort, wo der Verkehr sich am dichtesten bündelt. Ohne ein bezirksübergreifendes Gesamtkonzept werden mit jedem neuen Kiezblock die Probleme auf die Nachbarstraßen und Nachbarkieze verschoben.

Einschränkungen für Gewerbetreibende. Betriebe, die auf motorisierten Kundenverkehr oder direkte Warenanlieferung angewiesen sind, berichten von erschwerten Bedingungen nach der Einrichtung von Kiezblocks. Selbst Kiezblockbefürworter räumen ein, dass für bestimmte Gewerbetreibende Sonderlösungen nötig sind. Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) hat sich in seinem Policy Paper „Verkehrsberuhigung und Einzelhandel” ausführlich mit diesen Zielkonflikten befasst und festgestellt, dass die Auswirkungen auf den Einzelhandel stark von der konkreten Planung und dem Beteiligungsgrad der Betroffenen abhängen.

Das rechtliche Ungleichgewicht nach geltendem Berliner Straßengesetz kann ein Bezirksstadtrat eine Straße per Verwaltungsakt entwidmen, mit deutlich geringeren formalen Anforderungen, als wenn er auf derselben, noch gewidmeten Straße einen einzelnen Poller aufstellen würde. Für den Poller gelten strengere Prüf und Beteiligungspflichten als für die vollständige Umwidmung. Dieses Ungleichgewicht ist weder sachlich gerechtfertigt noch demokratisch vertretbar.
Wer wir sind

Wir, die Allianz gegen Poller und Kiezblocks, bestehen aus Bürgerinitiativen aus fünf Berliner Bezirken.

Wir vertreten Anwohnerinnen und Anwohner, Gewerbetreibende, Pendler und Familien, die täglich die Konsequenzen einer Verkehrspolitik tragen, die an ihrer Lebensrealität vorbeigeht.

Wir sind nicht gegen Fahrräder, nicht gegen Fußgänger und nicht gegen eine lebenswerte Stadt.

Wir sind dafür, dass solche Entscheidungen gemeinsam getroffen werden, nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg.

Unterzeichne jetzt und hol dir deine Straßen zurück.

Thank you so much for your support, Batuhan Temiz, Berlin
Question to the initiator

Petition details

Petition started: 04/27/2026
Collection ends: 10/26/2026
Region: Berlin
Topic: Civil rights

Translate this petition now

new language version

News

Diese Petition ist wichtig, weil die Ideen zu diesen Kiez Block Sperrungen durch Poller nicht allein von den Leuten aus dem Kiez kommen, sondern sie werden durch NGOs wie Changing Cities getriggert und somit werden Demokratische Mittel benutzt, um die Verkehrskonzepte von unten nach oben durchzudrücken, an der Lebensrealität der Leute vorbei.

Ich verstehe den Hass auf Kiezblocks nicht. Es geht doch um immer nur um eine sichere und lebenswerte Nachbarschaft für die Anwohner. Es ist nicht in Ordnung, wenn einzelne Autofahrer zur Umgehung von Staus in kleine Nebenstraße ausweichen, dort viel zu schnell fahren, und dadurch insbesondere Kinder, ältere Menschen, Fußgänger und Radfahrer gefährden. Die Bequemlichkeit mit dem Auto ist nur ein Partikularinteresse. Das darf nicht an erster Stelle unserer Werteskala stehen.

Why people sign

Ies ist ein enormer Mehrverbrauch an Sprit und Zeit wenn ich meine alte Mutter besuche und mit ihr Ei kaufen fahre! Handwerker, Feuerwehr, Notarzt - was soll das? Ich bin entsetzt über diese Politik

Bin entsetzt wie sich das Abgesperre in dem Kiez zum Nachteil der Bürger entwickelt hat. Wenn ich mit meiner 90jährigen Mutter bei Rewe einkaufen möchte ( Luftlinie 400m) muss ich 2,5km über die Warschauer Straße fahren, weil alles gesperrt, gepollert oder nur für Fahrräder bestimmt ist. Ein Wahnsinn, alle sind genervt! Das kann nicht Sinn der Sache sein! Moderne Verkehrslenkung hat damit aber auch garnichts zu tun. Wer ist dafür verantwortlich? Anscheinend wohnen die Verantwortlichen woanders.

Man kommt nirgends wo durch. Wenn ich von der Boxhagener Straße zur Frankfurter Allee will, habe ich Schaum vor dem Mund.

unverhältnismäßige Einschränkungen in der Mobilität

I need my car to work. Obstacles means more time and more CO2 polution.

Tools for the spreading of the petition.

You have your own website, a blog or an entire web portal? Become an advocate and multiplier for this petition. We have the banners, widgets and API (interface) to integrate on your pages. To the tools

Translate this petition now

new language version

Help us to strengthen citizen participation. We want to support your petition to get the attention it deserves while remaining an independent platform.

Donate now