• Petition in Zeichnung - "Nicht getauft – Kind bekommt keinen Grundschulplatz".

    25.04.2016 23:13 Uhr

    Sie haben unsere Petition bereits unterschrieben, vielen Dank dafür!

    Im Sommer 2009 dominierte ein Thema über Wochen die politische Diskussion und den Lokalteil des Bonner General-Anzeigers. Die Ablehnung eines Kindes von einer katholischen Grundschule, neben der es wohnte, schlug große Wellen. Ein WDR-Lokalzeit Beitrag lautete: "Nicht getauft – Kind bekommt keinen Grundschulplatz". Selbst der Spiegel berichtete. Das Mädchen durfte nicht mit seinen Kindergartenfreunden auf die Schule, neben der es wohnte, und kaum einer verstand es. Nicht die Eltern, nicht die anderen Familien an der Schule. Die Schuldezernentin nannte die Situation "höchst unbefriedigend". Selbst CDU-Stadträte schlugen die Hände über dem Kopf zusammen und sagten: "Das ist doch nicht mehr zeitgemäß!" In der Folge wurden die Aufnahmeregeln überarbeitet, wer sein Einverständnis mit der Unterrichtung im Bekenntnis erklärte, konnte bei kurzem Schulweg nicht mehr abgewiesen werden.

    Das aktuelle Urteil des OVG Münster dreht nun das Rad wieder zuürck auf den Stand von 2009. Vielleicht hätten wir mit unserer Petition warten sollen, bis die Wellen wieder hochschlagen, weil ein Kind wegen seiner falschen oder fehlenden Konfession abgelehnt wird. Es wäre wohl viel leichter geworden, viele Unterschriften für eine Neuregelung zu sammeln.

    Unser Anliegen klingt eher kompliziert: Einleitung von Umwandlungsverfahren an allen Bonner Grundschulen, an denen weniger als 50% dem Schulbekenntnis angehören. Manchem wäre sicherlich eine Forderung à la "Abschaffung aller öffentlichen Bekenntnisschulen" lieber gewesen, ein Ziel, für das auch wir uns einsetzen. Dieses Ziel ist allerdings derzeit unrealistisch, während wir sehr wohl davon ausgehen, dass sich die Bonner Räte von unseren Argumenten überzeugen lassen. Schulen, an denen weniger als die Hälfte der Kinder im Bekenntnis der Schule getauft sind, sind alles andere als homogen. Nichts anderes fordert aber das OVG. Folgerichtig wäre es, diese Schulen umzuwandeln, aber für die Eltern an der Schule ist es unangenehm, ein solches Verfahren auf den Weg zu bringen.

    Bitte helfen Sie uns weiter, Unterschriften für die Petition zu sammeln. Wir gehen davon aus, dass sich der Stadtrat so oder so mit dem Thema befassen müssen wird. Wir wünschen uns aber, dass möglichst viele Menschen in NRW von dem Missstand erfahren und darauf hinwirken, dass unsere Landesverfassung endlich modernisiert wird.

    P.S. An keiner Schule muss ein Sankt-Martins-Zug oder eine Adventsfeier abgeschafft werden, weil die Schule eine Gemeinschaftsgrundschule ist. Ein nicht-christliches Mitglied unserer Initiative sagte dazu übrigens einmal: Ich feiere gerne Weihnachten - aber nicht, wenn ich dazu gezwungen werde.

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