Die Petition ist bereit zur Übergabe - „Bürger für den Erhalt von 450 Bäumen im Landschaftsschutzgebiet Aaper Wald“

09.03.2016 09:33 Uhr

Liebe Unterstützer_Innen,

mit etwas Verspätung kommt nun eine Rückmeldung zur Petition „Bürger für den Erhalt von 450 Bäumen im Landschaftsschutzgebiet Aaper Wald“. Sie endete am 26.1.2016 und erzielte digital 1439 Unterschriften, auf Papierlisten kamen noch 300 weitere hinzu, sodass sich das Gesamtergebnis auf 1739 beläuft.
Seit dem Start am 16.12.2015 hatte sich einiges getan. Die vielen Menschen, die unterzeichnet haben, haben unter „Kommentare“ sehr dezidierte Standpunkte formuliert. Zudem hat die Baumschutzgruppe mit juristischer Unterstützung nach Einsicht in gutachterliche Stellungnahmen mehrere offensichtliche Ungenauigkeiten herausgefunden, die mit großer Wahrscheinlichkeit ein Planfeststellungsverfahren nötig gemacht hätten. Damit hätte Zeit für die Prüfung baumerhaltenderer Alternativen geschaffen werden können. Unsere Forderungen haben wir mehrmals an den Oberbürgermeister Thomas Geisel und die Regierungspräsidentin Anne Lütkes mit der Bitte um Antwort bzw. Fällstopp bis zur Klärung geleitet. Die Reaktionen darauf kamen sehr verzögert und die Fragen wurden unbefriedigend bzw. ausweichend beantwortet. Tatsachen wurden offensichtlich ignoriert.
Zu den Ungereimtheiten gehörte, dass die gutachterliche Stellungnahme eines Sachverständigen zum Leitungsdruck erst am 8.1.2016 erstellte worden war, obwohl bei der Bürgerveranstaltung am 15.12.2015 schon von abgeschlossenen, gültigen Gutachten die Rede war.
- Die Angabe des Drucks von Seiten des Erdgasleitungsbetreibers Open Grid Europe MOP= 16 bar im Erläuterungsbericht zum Antrag wurde im Nachhinein schlichtweg auf 7,9 bar geändert und als angeblicher Schreibfehler kommuniziert!
- Außerdem wurde von den Leitungsbetreibern mitgeteilt, dass aufgrund von betriebstechnischen Restriktionen die gesamte Leitung Ltg. Nr. 2 (Abschnitt Duisburg bis Köln) nur mit einem max. Betriebsdruck von 7,9 bar betrieben werden könne, während die.
Einsicht in die Antragsunterlagen von OGE für den Teilabschnitt Staufenplatz/Ernst-Poensgen-Allee/Fahneburgstraße immer von beantragten maximalen Betriebsdruck (MOP) oder auch dem Nenndruck i.H.v. 16 bar ergab.
- Ähnliches kam bei der Einsicht in andere Teilabschnitte heraus und deutete auf eine Veränderung der Druckverhältnisse, die unbedingt ein Planfeststellungsverfahren, verlangt hätte.
- Zudem gab es Zweifel bzgl. der tatsächlichen Anzahl der zu fällenden Bäume , da ja eine 14 m breite Schneise auf einer Länge von 2,6 km geschlagen werden sollte. Die genannte Zahl von 440 benannten Bäumen hätte bedeutet, dass auf der gesamten Strecke nur ca. alle 5m bis 6 ein Baum gefällt werden würde.
Eine unglaubhafte Rechnung also, die wir nun einfach so hinnehmen müssen, da die Fällarbeiten abgeschlossen sind und fein säuberliche, plattgewalzte Schneisen mit sofort herausgefrästen Wurzeln zurückblieben.
Vielen Dank an alle Unterstützer: Trotz ernüchternder Fakten und eines nicht gerade bürgerfreundlichen Vorgehens bleibt eine kleine Hoffnung, dass aufgrund unserer Einwände wenigstens in Zukunft, transparenter in der Öffentlichkeit und vor allem behutsamer mit unserer natürlichen Umgebung umgegangen wird.