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  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    18-11-15 15:08 Uhr

    Pet 3-17-30-2211-048609Forschung
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 05.02.2015 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.
    Begründung
    Mit der Petition wird gefordert, dass mehr Gelder in die Entwicklung von
    Fusionskraftwerken investiert werden.
    Die Bundesrepublik Deutschland sei ein Land der Innovationen. Erforderlich sei, mehr
    nachhaltige zukunftsträchtige Schlüsseltechnologien zu fördern. Zurzeit werde viel
    Geld in regenerative Technologien investiert, welche keine Nachhaltigkeit und
    Zukunftsträchtigkeit versprechen. Dagegen könnte zur Lösung des Energieproblems
    verstärkt in die Technologie von Fusionskraftwerken investiert werden und damit die
    bestehende Planung für ein erstes wirtschaftlich betriebenes Fusionskraftwerk deutlich
    verkürzt werden.
    Es handelt sich um eine Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht wurde und zur Diskussion bereitstand. Der Petition
    schlossen sich 123 Mitzeichnende an und es gingen 37 Diskussionsbeiträge ein.
    Der Petitionsausschuss hat der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre Haltung
    zu der Eingabe darzulegen. Das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung lässt sich
    unter Einbeziehung der seitens der Bundesregierung angeführten Aspekte wie folgt
    zusammenfassen:
    Die Kernfusion ist eine Kernreaktion, bei der zwei Atomkerne zu einem neuen Kern
    verschmelzen. Die Kernfusion ist Ursache dafür, dass die Sonne und alle leuchtenden
    Sterne Energie abstrahlen. In Deutschland arbeiten das Max-Planck-Institut für
    Plasmaphysik (IPP), Garching und Greifswald, sowie das Karlsruher Institut für
    Technologie (KIT) und das Forschungszentrum Jülich auf dem Gebiet der

    Fusionsforschung. Ihre Arbeiten sind eingebunden in das europäische
    Fusionsforschungsprogramm unter Euratom und werden auf internationaler Ebene
    von der Internationalen Energie-Agentur (IEA) koordiniert. Die
    Fusionsforschungsarbeiten in Deutschland sind somit integraler Bestandteil des
    europäischen Fusionsforschungsprogramms und reichen von sehr grundlegenden
    Untersuchungen der Plasmaphysik bis hin zur Realisierung technologisch äußerst
    anspruchsvoller Komponenten für Fusionsanlagen. Organisiert sind sie über die
    Entwicklungsgemeinschaft Kernfusion sowie im Programm Fusion der Helmholtz-
    Gemeinschaft (HGF).
    Mit dem internationalen Fusionsexperiment ITER soll erstmals eine Fusionsanlage
    entstehen, die einen Netto-Energiegewinn erzielen kann. ITER ist insoweit das
    Schlüsselelement für die Entwicklung eines Fusionskraftwerks sowie für die spätere
    wirtschaftliche Nutzung der Kernfusion. Mit ITER soll in 10 Jahren erstmals Energie
    über den Fusionsprozess erzeugt werden. Bei erfolgreicher und zügiger Umsetzung
    könnte die Kernfusion Mitte dieses Jahrhunderts einen Beitrag zur Deckung des
    Energiebedarfs leisten. Sie könnte ein möglicher Baustein für die zukünftige
    Energieversorgung sein.
    Vor diesem Hintergrund unterstützt die Bundesregierung in Übereinstimmung mit den
    Vorgängerregierungen die nationale Fusionsforschung und das in den 1990er Jahren
    begonnene ITER-Projekt und sieht diese als zukunftsträchtige Schlüsseltechnologie
    im Sinne einer verantwortungsvollen und langfristigen Forschung als ausreichend
    finanziell gefördert an.
    Nach den vorangegangenen Ausführungen empfiehlt der Petitionsausschuss, das
    Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.Begründung (pdf)